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Eine Umbenennung hat nach Angaben von Pfarrer Konrad Roider nicht stattgefunden: Das »Papst-Benedikt-Orgelwerk« setzt sich nach wie vor zusammen aus der »Hauptorgel« oder auch »Klais-Orgel« (unser Bild) und der Chororgel. (Foto: Pültz)

Orgelwerk in St. Oswald trägt weiter Benedikts Namen

Traunstein – Das »Papst-Benedikt-Orgelwerk« in der Stadtpfarrkirche ist nach wie vor das »Papst-Benedikt-Orgelwerk«. Die Kirchenstiftung St. Oswald steht zu der von ihr gewählten Bezeichnung für die Musikinstrumente, die an den in die Kritik geratenen, emeritierten Papst erinnert. Eine Umbenennung sei nicht erfolgt, sagte Pfarrer Konrad Roider auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts. Nach wie vor sei die Sprachregelung so, dass das »Papst-Benedikt-Orgelwerk« sowohl die 2011 gebaute »Chororgel«, als auch die im vergangenen Jahr aufgestellte »Hauptorgel« umfasse.


Es war ein großer Tag für die Pfarrei St. Oswald: Nach jahrelangen Vorarbeiten nahm sie am 15. Oktober 2021 die neue Hauptorgel in der Stadtpfarrkirche offiziell in Betrieb. In Vertretung des emeritierten Papstes Benedikt XVI. spendete ihr Erzbischof Georg Gänswein den Segen. Führungen folgten am 16. und ein Konzert am 17. Oktober. An diesem Wochenende war immer wieder auch und gerade kurz von der »Benedikt-Orgel« die Rede.

Mittlerweile ist ein halbes Jahr seit der Segnung der Orgel vergangen. Und zwei Monate sind seit der Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens in der Erzdiözese München-Freising verstrichen, das auch zu Kritik am emeritierten Papst geführt hat. Die Kirchenstiftung St. Oswald hat sich festgelegt und bezeichnet die neue Hauptorgel als »Klais-Orgel« – so benannt nach der Firma, die das Instrument geschaffen hat. Und so enthalten insbesondere Konzertankündigungen nun immer den Hinweis, dass der Künstler an der »Klais-Orgel« spielt.

Pfarrer Roider sagt, dass die Bezeichnungen von vorneherein klar festgelegt gewesen seien und auch heute noch Gültigkeit hätten. Das »Benedikt-Orgelwerk« bestehe aus zwei Teilen: Zum einen aus der »Chororgel«, die die Firma Pirchner baute, und aus der »Hauptorgel« von der Firma Klais – aus der »Klais-Orgel«. Eine Umbenennung von der »Benedikt-Orgel« in die »Klais-Orgel« habe nicht stattgefunden, sagt der Pfarrer. Und er muss es wissen, denn so etwas wäre »immer noch meine Entscheidung« gewesen.

Der Pfarradministrator lässt auch durchblicken, dass eine Entfernung von Papst Benedikt aus der Namensgebung – eine Streichung der Widmung der Instrumente – mit ihm nicht zu machen gewesen wäre. Schließlich sei der damalige Kardinal Joseph Ratzinger, dem nun so viel zur Last gelegt werde, »auch ein Lernender« gewesen. Was er damals falsch gemacht habe, sei noch nicht genau entschieden.

»Die Namensgebung 'Papst-Benedikt-Orgelwerk' umfasst nicht nur die Chororgel, sondern auch die neue Hauptorgel von St. Oswald«, sagt auch Fritz Stahl. Der Altoberbürgermeister führt den Verein der Orgelfreunde St. Oswald, die durch ihren langjährigen Einsatz die Anschaffung überhaupt erst möglich gemacht haben. Diese Bezeichnung »Papst-Benedikt-Orgelwerk« habe die Eigentümerin, die katholische Kirchenstiftung St. Oswald, gewählt. Und diese Namensgebung habe in Traunstein – auch beim Orgelverein – Zustimmung gefunden. »Debatten über mögliche Verän-derungen sind mir nicht bekannt.«

Wenn über Konzerte berichtet wird, sei es mittlerweile üblich geworden, so Stahl, bei dem Nennen der Instrumente die Herstellerfirma anzugeben. So werde zum Beispiel auch angegeben, dass ein Künstler an der »Rohlf-Orgel in der Aufer-stehungskirche in Traunstein« spiele. Mit einer Benennung nach dem Hersteller werde die besondere Bauart beziehungsweise Qualität der Orgel verdeutlicht. »Mit dem Namen der Orgelbaufirma verbindet sich eine Qualitätsaussage«, so der Vorsitzende des Vereins.

Zweifellos sei die Mittelbeschaffung in der Vergangenheit im Vordergrund der Vereinsarbeit der Orgelfreunde gestanden, so Stahl. Nach der Fertigstellung des »Papst-Benedikt-Orgelwerks« habe sich der Verein die Pflege der Orgelmusik auf seine Fahnen geschrieben.

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