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Förderverein will Kirchenstiftung unter die Arme greifen

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Der Förderverein Alt-Traunstein rückt die Salinenkapelle in den Brennpunkt: Er zieht in Erwägung, die Sanierung des Innenraums des Sakralbaus zu unterstützen. (Foto: Pültz)

Traunstein – Der Förderverein Alt-Traunstein zieht in Erwägung, eine Renovierung und Sanierung des Innenraums der denkmalgeschützten Salinenkapelle finanziell zu unterstützen. Insbesondere will er das Altarbild auf seine Kosten restaurieren lassen.


Gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt hat Schriftführer Otto Huber ausgeführt, dass der Verein der Kichenstiftung St. Oswald, die die Kapelle aus dem 17. Jahrhundert verwaltet, unter die Arme greifen wolle. Denn man müsse davon ausgehen, dass sie nach der Sanierung der Stadtpfarrkirche bis auf weiteres über kein Geld mehr für Renovierungen denkmalgeschützter Sakralbauten verfüge.

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Fachleute machen sich ein Bild an Ort und Stelle

Anfang Februar besuchen Experten des Erzbischöflichen Ordinariats München die Salinenkapelle, um sich ein Bild vom Zustand der Innenausstattung der Kapelle zu machen. Neben den beiden Fachreferenten für Bauwesen und kirchliche Kunstpflege, Architekt Martin Fesl und Dr. Hans Rohrmann, sowie Franz Geiger als Vertreter der Kirchenverwaltung St. Oswald beteiligt sich auch Richard Kraft, der Vorsitzende des Fördervereins Alt-Traunstein, an der Besichtigung.

Geplant ist, dass die Kirchenstiftung dann eine Fachfirma oder eine fachlich qualifizierte Behörde beauftragt, eine Befunduntersuchung durchzuführen. »Der Förderverein Alt-Traunstein hat sich bereit erklärt«, so Huber, »die Kosten für die Befunduntersuchung zu übernehmen.« Sobald das Ergebnis dieser Untersuchung vorliegt, könnten Kichenstiftung und Förderverein über die weiteren Schritte diskutieren. Insbesondere sei dann die Frage zu klären, ob eine Sanierung der Innenausstattung der Kapelle finanzierbar ist.

Der Verein rechnet damit, dass die Kirchenstiftung nicht in der Lage sein wird, sie zu stemmen. »Die erfolgreich abgeschlossene Sanierung der Stadtpfarrkirche war für die Kirchenverwaltung Sankt Oswald ein finanzieller Kraftakt«, so Huber. Man könne deshalb davon ausgehen, dass für die nächsten Jahre keine weiteren finanziellen Mittel für Renovierungen denkmalgeschützter Sakralbauten zur Verfügung stehen werden.

Einspringen will der Förderverein. »Wir kennen bis jetzt die Kosten noch nicht. Ob wir die komplette Sanierung der Innenausstattung finanziell stemmen würden, ist völlig offen«, sagt Huber. Der Förderverein allein könne das Vorhaben mit Sicherheit nicht tragen. »Vielleicht ergeben sich Möglichkeiten über eine Spendenaktion der Traunsteiner Bürger sowie Sponsoren und staatliche Fördergelder.«

Kapelle im Jahr 1671 geweiht

Im Zuge des Aufbaus einer Saline in der Au – sie ging 1619 in Betrieb – errichtete Herzog, später Kurfürst Maximilian I. auch eine Kapelle. Die Grundsteinlegung war 1630, die Weihe erfolgte 1671. Gewidmet ist die Salinenkapelle dem Salz-Heiligen Rupert und dem Gründer der Saline, Kurfürst Maximilian. Ein großer Teil der Ausstattung und viele der Einrichtungsgegenstände, die heute in dem Sakralbau am Karl-Theodor-Platz zu sehen sind, stammen noch aus der Entstehungszeit um 1630.

Die Salinenkapelle sei, so Huber, »ein architektonisch und historisch bedeutungsvolles Juwel«. Manchmal habe man den Eindruck, so der Schriftführer des Fördervereins Alt-Traunstein weiter, »dass sich die Bürger unserer Stadt dessen überhaupt nicht bewusst sind«.

Laut Huber war vor einiger Zeit eine 60-köpfige Delegation des Geschichtsvereins Bad Reichenhall zu Gast. Neben der Dauerausstellung über die Soleleitung im Ferdinandi-Wohnstock in der Au und dem Freiluftmuseum im angrenzenden Salinenpark habe das Interesse der Gruppe der Salinenkapelle gegolten.

Dr. Johannes Lang, der Heimatpfleger in Reichenhall, habe die historische Bedeutung dieses Sakralbaus für die bayerische Salzgeschichte erläutert. In diesem Zusammenhang habe er insbesondere auf das Altarbild aufmerksam gemacht, das im Auftrag von Maximilian I. als Allegorie auf den Salzkrieg von 1611 zwischen Bayern und dem Land Salzburg angefertigt worden sei.

Lang habe das vom Münchner Hofmaler Johann Ulrich Loth gemalte Bild für ein »bedeutsames Dokument zum Verständnis der Salzgeschichte unseres Landes« gehalten. Über die Jahre hätten Kerzenruß und Staub eine Patina über das Gemälde gelegt und wichtige Details unsichtbar gemacht. Eine vorsichtige Restaurierung des Bildes könnte dieses Manko beseitigen und dem Gemälde seine ursprüngliche Farbenpracht wieder zurückbringen.

Denkmalamt empfiehlt »vorsichtige Sanierung«

Der Innenraum der Kapelle zeigt insgesamt starke Spuren der Alterung. Cornelia Hagn vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege habe sich anlässlich ihres Besuchs der Salinenkapelle zwar für die Renovierung des Altarbilds ausgesprochen. Sie habe aber zu bedenken gegeben, dass nach dieser Sonderbehandlung das Bild aus dem Gesamtkontext des Innenraums herausfallen würde. Aus diesem Grund habe sie empfohlen, wie Otto Huber ausführt, nicht nur das Altarbild, sondern auch die gesamte Innenausstattung der Kapelle einer »vorsichtigen Sanierung« zu unterziehen. pü

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