»Die Königin der Instrumente« kann erklingen

Bildtext einblenden
Kirchenmusiker und Organist Manfred Müller macht sich bereits mit der neuen Orgel vertraut. (Fotos: Wannisch)
Bildtext einblenden
Andreas Saage von der Orgelbaufirma Klais in Bonn demonstriert, wie mit dem Stimmhorn eine Orgelpfeife bearbeitet werden kann.

Traunstein – »Wir haben alle Gewürze und Zutaten auf den Tisch gelegt, jetzt darf Herr Müller anfangen zu kochen«, sagt Andreas Saage. Mit Gewürzen und Zutaten sind die rund 10.000 Einzelteile der neuen Orgel in St. Oswald gemeint, die Mitarbeiter der Orgelbaufirma Klais aus Bonn seit Mitte Juni zusammengefügt haben.


Nun sind die Orgelstimmer am Werk – da-runter Andreas Saage; sie bringen die tausenden von Pfeifen zu einem harmonischen Gesamtklang. Ihr Werk ist fast vollendet, am 15. Oktober wird die Orgel gesegnet. Bis dahin darf Organist und Kirchenmusiker Manfred Müller die »Königin der Instrumente« noch ausgiebig kennenlernen.

Intonateur Saage steht auf der obersten Empore in der Stadtpfarrkirche St. Oswald und blickt zufrieden auf die Orgel vor ihm. Müller sitzt vor dem nagelneuen Spieltisch der Orgel und zieht schon mal probeweise – im wahrsten Sinne des Wortes – »alle Register«. 44 sind es – und sie haben für den Laien klingende wie unverständliche Namen wie Prinzipal 8, Viola di Gamba, lieblich gedeckt oder Vox caelestis – himmlische Stimme. Und wenn man es ganz genau nimmt, steht auf der Empore nicht nur eine Orgel, sonder gleich vier, denn über den Spieltisch lassen sich drei Manuale und ein Pedal spielen. Die Register werden dazu kombiniert, um die gewünschte Klangfarbe und Lautstärke zu erzeugen.

Der Organist und der Orgelbauer sind zufrieden. Das merkt man den beiden während eines Besuchs unserer Zeitung in St. Oswald an. »Wir sind im elften Projektjahr, das ist eine lange Zeit, aber wir haben uns dadurch gut kennengelernt und gemeinsam 'dieses Haus gebaut'«, sagt der Orgelbauer. Alles sei gut aufgegangen. Rückblick: Der Förderverein »Orgelfreunde St. Oswald« sammelte zehn Jahre lang Spenden, um die 1,1 Millionen Euro teure, neue Hauptorgel mitzufinanzieren. 2019 hatte man schließlich die nötigen Finanzmittel beisammen. Das Geld kam aber auch über eine Erbschaft zustande, die Stadt Traunstein hat einen großen Zuschuss erteilt, die Kirchenstiftung ist an den Kosten beteiligt und einen Teil übernahm die Erz-diözese.

»Wir wollten dieses Mal eine Orgel, die Bestand hat, und die dem Kirchenraum gerecht wird«, beschreibt Müller die durchaus knifflige Planungsarbeit. Denn die alte Orgel war bereits die vierte oder vielleicht auch fünfte Orgel, die seit 1856 in St. Oswald erklingt – so genau wisse man das nicht. Die Vorgängermodelle seien zweckmäßig gewesen, hätten aber nicht in die Kirche gepasst. Bevor daher nur eine Pfeife oder ein Holzteil für die neue Orgel angefertigt wurde, habe man geschaut, geplant, gerechnet, verworfen, wieder berechnet, bis schließlich ein stimmiges Konzept auf dem Tisch lag.

vew

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der heutigen Ausgabe (21. September) des Traunsteiner Tagblatts.

Mehr aus der Stadt Traunstein