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Alles wieder auf Anfang: Sanierung oder Neubau?

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Schule in Kammer: Alles wieder auf Anfang: Sanierung oder Neubau? | Traunstein
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Noch ist nichts entschieden: Wird die Schule in Kammer neu gebaut oder wird sie saniert? Die Entscheidung fällt voraussichtlich am Donnerstag im Stadtrat.

Traunstein – Sanierung oder Neubau? Diese Frage stellte sich im Zusammenhang mit dem alten Schulhaus in Kammer bereits vor einem Jahr – und nun im Hauptausschuss des Traunsteiner Stadtrats erneut. In den vergangenen Monaten waren ausschließlich die Sanierungspläne weiterverfolgt worden. »Es gab keine Diskussion zum Neubau«, kritisierte Dr. Christian Hümmer (CSU). Der Beschlussvorschlag der Verwaltung, die Sanierungspläne weiter zu verfolgen, wurde daher auch mit 7:2 abgelehnt. Entscheiden wird am Donnerstag der Stadtrat.


Zum Hintergrund: Vor einem Jahr war der Verwaltung vom Stadtrat der Auftrag erteilt worden, die Vor- und Nachteile sowie die Kosten für eine Sanierung der Schule im Vergleich zu einem Neubau darzustellen. Bei einer Veranstaltung der Bürgerwerkstatt in Kammer (wir berichteten) äußerte Rektor Clemens Gruber von der Ludwig-Thoma-Schule, zu der auch Kammer gehört, Bedenken, dass bei einem Neubau übergeordnete Stellen Sparpotential ausfindig machen und den Schulstandort Kammer generell infrage stellen könnten. Daraufhin wurde nur die Sanierung der alten Schule weiterverfolgt.

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Nun sagte Dr. Christian Hümmer im Hauptausschuss, dass er mit dem Rektor gesprochen habe. Der Schulstandort sei definitiv nicht in Gefahr. Deshalb wolle er, dass auch die Vor- und Nachteile und die Kosten für einen Neubau ermittelt werden.

Rektor Clemens Gruber teilte auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts mit, dass er sich aufgrund verschiedener Nachfragen von Kommunalpolitikern bei übergeordneten Behörden erkundigt habe. »Dort wurde mir mitgeteilt, dass innerhalb des Schulsprengels ausschließlich der Bedarf an Klassenzimmern anhand der Schülerzahlen der Fünf-Jahres-Statistik entscheidend sind und nicht die Herkunft nach Ortsteilen. Das war mir damals so nicht bewusst. Dies ist also der aktuelle Stand.«

Dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) betonte, dass das Hauptproblem das Grundstück sei. »Ansonsten hätten wir auch einen Neubau untersucht, aber wir haben keine Fläche.« Deshalb habe man sich auf die Sanierung der Schule und einen Turnhallenneubau geeinigt.

Albert Rieder (UW) sagte, dass bei der ersten Bürgerwerkstatt in Kammer suggeriert worden sei, dass ein Neubau wegen der Schulbehörde nicht zu empfehlen sei. Nun seien die Voraussetzungen wohl andere, sagte sein Fraktionskollege Ernst Haider.

Thomas Stadler (Grüne) betonte, dass es wichtig sei, »dass die optimale Lösung gesucht wird«. Es gebe noch viele Fragen. »Wie lösen wir die Parkplatzsituation? Wie die Verkehrssitution? Und wie sieht es mit dem Pausenhof aus?« Er sei offen für beide Lösungen, also Neubau oder Sanierung.

Christa Fuchs (CSU) machte sich trotz der neuen Informationen Sorgen, »schlafende Hunde zu wecken bei einem Neubau«. Sie habe Angst, dass die Schule in Kammer wegfalle.

Das sah Fraktionskollege Dr. Christian Hümmer anders. »Traunstein wächst, es werden immer mehr Schüler«, betonte er – und formulierte folgenden Beschlussvorschlag, dem mit 7 zu 2 zugestimmt wurde: Die Verwaltung wird beauftragt, Überlegungen zum Schulhausneubau (Grundstück–situierung, Kosten) auszuarbeiten und vorzulegen. Sodann wird der Stadtrat über eine Sanierung oder über einen Neubau abschließend entscheiden.

Deutlich knapper fiel die Entscheidung beim Thema Turnhalle aus: Mit 5:4 wurde zugestimmt, dass es eine Grundlagenermittlung für eine Turnhalle am alten Schulgebäude geben soll. Das letzte Wort hat auch hier der Stadtrat. KR

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