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350 Unterschriften gegen RZV-Ansiedlung in Wolkersdorf

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Peter Hierstetter (rechts) und Dirk Niederstrasser (links) von der Bürgerinitiative gegen die Ansiedlung des Rinderzuchtverbands in Wolkersdorf übergaben mehr als 350 Unterschriften an Oberbürgermeister Christian Kegel. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Bürgerinitiative (BI) gegen eine Ansiedlung des Rinderzuchtverbands in Wolkersdorf hat über 350 Unterschriften von Bürgern gesammelt, die sich gegen das Vorhaben in dem Stadtteil aussprechen. Die BI übergab die Listen am Donnerstag im Rathaus an Oberbürgermeister Christian Kegel.


»Wir wollen ein erstes Signal geben« betonte Peter Hierstetter, einer der Sprecher der BI. Sie wolle zeigen, dass sich nicht nur ein kleines Häufchen gegen das Vorhaben stemme. Kegel bewertete die Unterschriften als eine »Interessensbekundung«, die zu respektieren sei, und versprach, den Stadtrat in Kenntnis zu setzen. Gleichzeitig machte er jedoch kein Hehl daraus, dass er in der Sache anderer Meinung sei.

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Hierstetter betonte: »Wir wollen das nicht.« Es gebe »keinen belastbaren Grund für eine Ansiedlung des Rinderzuchtverbands in Wolkersdorf. Kegel hielt dagegen, dass sehr wohl auch »sehr vieles« für dieses Projekt spreche. Die »Sachargumente« seien in der Diskussion auszutauschen.

Die Stadt habe kein Interesse, Wald zu kaufen, sagte der Oberbürgermeister. Im Brennpunkt stehe allein das städtische Grundstück. Kegel verdeutlichte in diesem Zusammenhang, dass die Fläche nicht 17.000 Quadratmeter umfasse, wie die BI mitteilte, sondern 15.000. Der Rinderzuchtverband plane das Gebäude für die Märkte nicht mehr in einer Nord-Süd-, sondern stattdessen in einer Ost-West-Richtung.

Die Vertreter der BI sprachen von einem »Angriff auf die Lebensqualität«, wenn der RZV den Neubau wie geplant auf dem Grundstück im Süden von Wolkersdorf errichtet. Ihrer Ansicht nach könnte der RZV gut und gerne an seinem bisherigen Standort in Traunstein an der Siegsdorfer Straße bleiben – auf dem Gelände mit der Chiemgauhalle und dem Stall, dessen Dach wegen Schneelast im Winter eingestürzt ist. Dirk Niederstrasser sagte, dass der RZV sich in den Jahren nach dem Halleneinsturz 2006 in Reichenhall »gewaltige Versäumnis« habe zu Schulden kommen lassen und an Ort und Stelle in Traunstein nicht gehandelt habe.

Kegel sagte, er sei nicht der Sprecher des Rinderzuchtverbands. Aus seiner Sicht werde eine Ansiedelung des RZV zu einer »überschaubaren Verkehrsbelastung« in Wolkersdorf führen. So veranstalte der Rinderzuchtverband lediglich zwei bis drei Markttage im Monat.

Wolfgang Abel kritisierte, dass Fläche verloren gehe, die für eine Wohnbebauung vorgesehen war. Junge Familien könnten den Grund und Boden sehr gut brauchen, um den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen. Der Oberbürgermeister entgegnete ihm, dass südlich von Wolkersdorf für eine Wohnbebauung »noch viel übrig bleibt«. Im Übrigen seien 36.000 Quadratmeter in Seiboldsdorf gesichert worden.

RZV: An 25 Tagen im Monat ist »nix los«

Trotz der Kritik durch die BI hält der Rinderzuchtverband an seinen Plänen fest, in Wolkersdorf einen Neubau zu errichten. In einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt sagte Geschäftsführer Bernhard Reiter: »Dass man Angst vor Neuem hat, ist verständlich.« Doch die Furcht, dass ein Neubau des RZV zu einer Lärm- und Geruchsbelästigung über Gebühr führen würde, sei unbegründet. Eine Wohnbebauung sei die größere Belastung. An 25 Tagen im Monat – und damit zum weit überwiegenden Teil – sei, wenn keine Märkte stattfinden, »nix los«. Allein vor Ort seien dann die Angestellten, die sich um die Büroarbeit kümmern.