Kein Skibetrieb im kommenden Winter am Unternberg

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Einen Skibetrieb, wie er in früheren Jahren an den Schleppliften am unteren Unternberg vorgeherrscht hatte, gibt es im Winter 2021/22 nicht.

Ruhpolding – Am Unternberg läuft im kommenden Winter kein Skibetrieb. Die Volksbank Raiffeisenbank setzt die beiden Schlepplifte im unteren Teil des Bergs nicht in Gang. Iven Matheis von der Öffentlichkeitsarbeit des Kreditinstituts hat am Freitag dem Traunsteiner Tagblatt mitgeteilt, dass die »in die Jahre gekommene, bestehende Liftanlage im unteren Bereich des Bergs in der Wintersaison 2021/22 nicht mehr in Betrieb genommen werden kann«. Erst im Winter 2022/23 wird seinen Angaben zufolge wieder ein Skibetrieb angeboten – wie auch immer er dann ausschauen wird.


Im Juli dieses Jahres hatte die »meine Volksbank Raiffeisenbank eG« den Unternberg samt Anlagen von der Gemeinde Ruhpolding gekauft. 141 277 Quadratmeter wechselten den Eigentümer. Mit dem Kauf von Grund und Boden erwarb die Bank auch die dazugehörigen Rechte und Pflichten von der Gemeinde. »Seitdem laufen die vertraglichen Verhandlungen und konzeptionellen Ausarbeitungen für weitere Nutzungsmöglichkeiten am Berg«, so Matheis.

Jetzt sei klar geworden, wie der Unternehmenssprecher weiter ausführt, dass die alte Liftanlage im unteren Bereich des Bergs im Winter 2021/22 nicht mehr in Betrieb genommen werden könne. »Nach Prüfung der Funktionsfähigkeit und der Betriebssicherheit des Lifts ist aufgrund des langjährigen Investitionsstaus kein störungsfreier Winterbetrieb möglich.«

»Wir wollen eine Anlage, die den Kapazitäten des Bergs angepasst ist, und auch die sportlichen und touristischen Aktivitäten am Berg verlässlich unterstützt«, so Wolfgang Altmüller, Vorstandsvorsitzender der »meine Volksbank Raiffeisenbank eG.« Ziel des Bankhauses sei, die Attraktivität der Region für Einheimische und Touristen nachhaltig auszubauen. Altmüller: »Unser Fokus liegt auf einer Gesamtbetrachtung, die wir Schritt für Schritt in den nächsten Jahren umsetzen wollen.« Das Hauptaugenmerk der Modernisierungsmaßnahmen liegt nach Angaben von Iven Matheis auf der Erneuerung der Anlagen. Wegen der knappen Vorlaufzeit sei die Installation einer neuen Liftanlage bis zum Beginn der diesjährigen Wintersaison nicht realisierbar.

Saisonstart erst 2022/23 geplant

Geplant sei ein Saisonstart 2022/23 mit einer »neuen Personenbeförderung«. Eine Rolle spiele auch die Sommernutzung, so der Unternehmenssprecher. Doch der Winterbetrieb finde weiter Beachtung. Wie die Personenbeförderung künftig aussehen wird – welcher Lift geplant ist –, stehe noch nicht fest.

Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer und der Gemeinderat unterstützen die Anstrengungen der Volksbank Raiffeisenbank, den Unternberg als naturnahe und nachhaltige Familienattraktion in den Chiemgauer Alpen auszubauen. Pfeiffer: »Die meine Volksbank Raiffeisenbank eG wendet viel Ressourcen auf, um ein abwechslungsreiches und verträgliches Angebot am Unternberg anbieten zu können.«

Als die Bank den Unternberg im Sommer gekauft hatte, betonte sie, dass sie am Skibetrieb festhalten wolle – und dass sie das Skifahren im Winter ermöglichen wolle. Die Aufrechterhaltung des Skibetriebs für Familien, Vereine und Gäste solle, so der Tenor im Juli, für die kommende Wintersaison mit den vorhandenen Liften sichergestellt werden.

Das Kreditinstitut will viel Geld in die Hand nehmen. So hatte sie im Juli mitgeteilt, für die nähere Zukunft seien Investitionen in deutlichen Millionenbeträgen in die Modernisierung der Liftanlagen vorgesehen. Über die Kaufsumme für das rund 140.000 Quadratmeter große Areal war Stillschweigen vereinbart worden.

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