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Shakespeare - ganz wie es euch gefällt

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Die Figuren kommen einem bekannt vor – aber aus welchem der Stücke Shakespeares stammen sie? Axel Meinhardt ist in dieser Szene als Feenkönig Oberon mit Sofie Mefan als Puck zu sehen. (Foto: Benekam)

Lieben Sie Shakespeare? Und lieben Sie mystische Orte? Mitreißendes Freilichttheater – an verschiedenen Stationen von leidenschaftlich agierenden Schauspielern dargeboten?


Wer diese Fragen allesamt mit ja beantwortet, der sollte sich zeitnah um Karten für Shakespeare im Park bemühen. Nach »Lovers and Fools – Verliebte und Verrückte«, »Queens and Kings« und »Love Songs«, schickt Carl Philip von Maldeghem, Intendant des Salzburger Landestheaters, das geneigte Publikum heuer mit »Elves and Errors – Elfen und Verwirrungen« auf einen weiteren Shakespeare-Spaziergang im Park von Schloss Leopoldskron.

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Das Publikum der ausverkauften Premiere – Corona-bedingt musste der Termin von Juni auf August verlegt werden – durfte sich gleich aus mehreren Gründen glücklich schätzen: Zum einen spielte das Wetter mit und lud zum Picknick ein, zum anderen traf das Theaterpublikum auf ein sagenhaft gelöstes und höchst spielfreudig aufgeladenes Ensemble. »Die ganze Welt ist Bühne« und so bekam, in froher Erwartung über sechs Stationen lustwandelnd, das Publikum »Was es wollte«. Die Kulisse – mit Efeu berankte Birken, der See, über dem Mückenschwärme im Abendrot tanzten, der alte Baumbestand einer Allee, die den Weg säumte und im leicht diesigen Hintergrund ein Bergpanorama – hätte kein Bühnenbildner schöner gestalten können.

In dieser betörend schönen, die Sinne verwirrenden und weltabgewandten Sphäre, trieben Shakespeares Figuren aus unterschiedlichen Stücken ihr feen- und elfenhaftes Unwesen, vollführten verträumte Tänzchen auf Slacklines, über Stock und Stein, auf Bäume hinauf und über kleine Wassergräben – Gregor Schulz als liebestoller Orlando holte sich gar, im Eifer der Liebesverwirrung, in knietiefem Wasser nasse Füße. Das von der Schönheit des (Freilichttheater-) Moments verwirrte Publikum folgte den Figuren, konnte sich nicht satt sehen und hören, an dem gebotenen Shakespeare-Reigen und der dazu gebotenen Musik.

Julius von Maldeghem zeigte mit seinen gelungenen Kompositionen, zu denen die Schauspieler teils auch sangen, ein sensibles Gespür für passende musikalische Gestaltung theatraler Kunst. In neuer und genial erarbeiteter Verknüpfung machte es sich das Publikum auf einem Shakespeareschen Flickenteppich aus Szenen von »Der Sturm«, »Was ihr wollt«, »Ein Sommernachtstraum«, »Liebes Leid und Lust« und »Wie es euch gefällt« gemütlich.

Axel Meinhardt treibt als Feenkönig Oberon zusammen mit Puck (Sofie Mefan) zwischen Baum und Strauch lustvoll böse Spiele, König Ferdinand von Neapel (Martin Trippensee) lässt sich von Prosperos Luftgeist Ariel (Patrizia Unger) verzaubern und ist fortan Prosperos Tochter Miranda (Tina Eberhardt) in hoffnungsloser Liebe verfallen. Diese Liebe aber soll erst noch auf den kritischen Prüfstand Prosperos (Christoph Wieschke) gestellt werden. Orlando (Gregor Schulz) ist krank vor Liebe zu Rosalind (Nikola Jaritz-Rudle). Er überschüttet sie mit Liebesschwüren, die er an Wäscheleinen im Wald drapiert. In überirdischem Liebeszauber scheinen sich die Figuren förmlich an Lust und Liebe zu betrinken und ziehen geschickt die Zuschauer mit in ihr luftig-leichtes Liebesspiel hinein.

Wenn auch Shakespeare »Elves and Errors« nie geschrieben hat, so hätte ihm diese Best-Of-Version mit neuen Konstellationen von Figuren und Texten aus seinen Werken, vermutlich ähnlich viel Freude gemacht wie dem »verzückten« Publikum. Aller Verwirrung zum Trotz, fanden die Zuschauer den richtigen Moment für einen tosenden Schlussapplaus.

Das Open-Air-Vergnügen ist noch bis zum 30. August zu erleben. Nähere Infos und Karten gibt es per E-Mail unter service@salzburger-landestheater.at oder unter Tel. 0043/662 /871512222.

Kirsten Benekam

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