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Patrick Mölzl: »Wir wollen eine konstante Saison spielen«

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Ex-Profi Patrick Mölzl (34) wird am Samstag »höchstwahrscheinlich« von Beginn an spielen. (Foto: Butzhammer)

Der SV Kirchanschöring in der Fußball-Bayernliga! Das ist kein fantasievolles Märchen, sondern ab dem kommenden Samstag – wenn die Gelb-Schwarzen um 15 Uhr die Saison mit dem Heimspiel gegen den Vorjahres-Elften 1. FC Sonthofen eröffnen – pure Realität. Vor allem dank Erfolgstrainer Patrick Mölzl. Dem 34-jährigen Ex-Profi war es gelungen, erstmals einen Verein aus den heimischen Landkreisen (Traunstein/Berchtesgadener Land) in die Bayernliga zu hieven. Wie der Sohn der türkischen Fußball-Legende Erhan Önal die Lage vor dem Auftakt einschätzt, und was er sich mit seinen Schützlingen sonst noch alles vorgenommen hat, verrät Mölzl im Gespräch mit unserer Sportredaktion.


Herr Mölzl, die Sommerpause Ihrer Mannschaft war nach dem vorzeitigen Titelgewinn – schon Anfang Mai in Kirchheim – sehr lang. Entsprechend engagiert dürfte wohl nun in der harten Vorbereitung gearbeitet worden sein.

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Mölzl: Stimmt, die Vorbereitung war prinzipiell gut. Wir hatten vorher in der Pause genügend Zeit, die Köpfe runterzufahren und die Spannung rauszunehmen. Außerdem ist es sehr positiv, dass wir zum Auftakt mehr oder weniger aus dem Vollen schöpfen können.

Mit Ihren 34 Jahren sind Sie ja auch nicht mehr der Allerjüngste. Sie werden aber wohl weiterhin als Leader auf dem Platz zu finden sein – nicht nur daneben. Oder?

Mölzl: Ich werde spielen, das ist klar. Ob das immer von Anfang an der Fall sein wird, muss man abwarten. Aber gegen Sonthofen werde ich mich höchstwahrscheinlich aufstellen.

Mit Josef Höller vom USK Anif wurde nur ein echter Neuzugang verpflichtet. Dazu zwei Fragen: Wird er am Samstag spielen? Und ist ein einziger Neuer nicht ein bisschen wenig für eine Bayernliga-Truppe?

Mölzl: Zur ersten Frage kann ich nur sagen, dass er auf alle Fälle im Kader stehen wird. Er ist eine Allzweckwaffe, kann alle vier Offensiv-Positionen spielen. Und er ist ein super Fußballer. Sein Problem war nur, dass er keine Sommerpause hatte, weil in Anif so lange gespielt wurde. Zur zweiten Frage: Wir haben ja nicht nur einen, sondern drei Neuzugänge, denn Alois Straßer, der massive Bandscheibenprobleme hatte, und Christian Jung (Bruder von SVK-Stürmer Manuel Jung, d. Red.), der nach seinem Auslandsaufenthalt in 14 Tagen wieder zurück sein wird, sind nach einem halben Jahr auch wieder dabei. Wir wollten uns ganz bewusst nur punktuell verstärken – es ist auch kein einziger Transfer gescheitert, das muss ich ganz klar betonen. Wir haben ja einen großen Kader mit vielen Perspektivspielern.

Wie sieht Ihre Zielsetzung im Haifischbecken Bayernliga Süd aus, wo es wohl keinen schwachen Gegner mehr geben wird?

Mölzl: Unser Ziel ist ganz klar: Als Aufsteiger wollen wir die Liga halten. Wir werden sehen, wie gut wir uns in dieser Liga zurechtfinden, und wie sich jeder einzelne meiner Spieler präsentieren kann. Fakt ist: Ein paar Mannschaften haben eine extrem hohe Qualität. Wenn es gegen die beiden Regionalliga-Absteiger VfR Garching und SV Heimstetten oder den SV Pullach und den erheblich verstärkten FC Unterföhring geht, dann werden wir uns gewaltig strecken müssen. Aber wir haben ja in Tests wie etwa gegen Wacker Burghausen oder die Münchner »Löwen« gezeigt, dass wir teilweise mithalten können.

Waren Sie mit der Leistung in diesen beiden Spielen besonders zufrieden?

Mölzl: Wer mich kennt, der weiß, dass ich nur selten zufrieden bin. Wir hatten in diesen Partien gute und weniger gute Sequenzen. Wichtig wird sein, dass wir unseren Weg, den wir vor eineinhalb Jahren eingeschlagen haben, konsequent weitergehen.

Dafür wäre ein guter Start eminent wichtig. Doch der gelang in den letzten drei Halbrunden unter Ihrer Regie eigentlich nie.

Mölzl: Das ist richtig, doch auch ich als Trainer, der noch nicht so lange im Geschäft ist, muss einen Lernprozess durchmachen. Ich habe auch diverse Kleinigkeiten verändert im Vergleich zu den letzten Vorbereitungsphasen – natürlich würde ich am liebsten gut starten.

Was wäre in Ihren Augen ein guter Start? Und wie beurteilen Sie das Auftaktprogramm?

Mölzl: Wenn mir einer versichern würde, dass wir aus den ersten drei Spielen (Sonthofen/H, TSV 1860 Rosenheim/A, Heimstetten/H, d. Red.) vier oder fünf Punkte holen, dann würde ich das sofort unterschreiben und zu meiner Mannschaft sagen: »Herzlichen Glückwunsch!«. Grundsätzlich mache ich mir keine Gedanken über das Programm, weil man das sowieso nicht beeinflussen kann. Selbst wenn wir neun Punkte aus den ersten drei Spielen holen, sind wir noch lange nicht vor dem Abstieg gerettet. Wir wollen wieder eine konstante Saison spielen.

In Kirchanschöring sind die Zuschauer der zwölfte Mann, das steht außer Frage. Wie viele Besucher erwarten Sie am Samstag zu diesem quasi sporthistorischen Spiel gegen Sonthofen?

Mölzl: Sollten 700 Leute kommen, dann würde ich mich sehr freuen, dann wäre das eine super Kulisse. Ich hoffe, dass das Interesse so bleibt wie bisher und würde mich schon sehr wundern, wenn es anders wäre. Man hat auch bei der WM-Pokal-Ehrenrunde und beim Löwen-Spiel gemerkt, dass die Euphorie groß ist und der Verein sich gut verkauft. Es wäre eine tolle Sache, wenn das alles so bleiben würde. cs