weather-image
11°

Funk fährt der Konkurrenz auf dem Rad davon

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Frederic Funk zeigte in Ratingen eine starke Leistung. Der Profi-Triathlet aus Unterwössen belegte in einem top besetzten Starterfeld den dritten Platz. (Foto: Simon Gehr)

Was für ein Rennen: Weltmeister, Olympia-Teilnehmerinnen sowie weitere Hochkaräter aus der Triathlon-Szene standen beim ersten »Pushing-Limits-Race« im Rahmen des Stadtwerke Ratingen Triathlon an der Startlinie. Insgesamt kämpften 40 Profi-Triathleten – 24 Männer und 16 Frauen – um den Sieg. Mitten unter ihnen war auch die deutsche Triathlon-Nachwuchshoffnung Frederic Funk aus Unterwössen.


Der 23-Jährige, der bei Triathlon Grassau groß geworden ist und nun für das Team Erdinger Alkoholfrei startet, kam nach 1000 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen auf den starken dritten Platz (1:40:09 Stunden). Funk musste am Ende nur dem Norweger Gustav Iden (1:37:49) und dem Belgier Pieter Heemeryck (1:39:47) den Vortritt lassen. »Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis«, sagte Frederic Funk nach dem Rennen. Natürlich habe er sich im Vorfeld vorgenommen, weit vorne mitzumischen. »Aber bei so einem starken Starterfeld kann viel passieren«, betonte er.

Anzeige

Und es passierte in der Tat einiges! Das Schwimmen absolvierten die Profis im Ratinger Angerbad. »Mit meinem Schwimmen bin ich nicht zu 100 Prozent zufrieden«, zog Funk Bilanz. »Es wären ein paar Sekunden mehr drin gewesen«, war er sich sicher. Doch Schwamm drüber, der Vorteil war: »Ich habe deswegen im Wasser nicht so viel Energie verbraucht.«

Und das kam Frederic Funk auf dem Rad entgegen. Schnell hatte er da die Lücke zur Spitzengruppe geschlossen. Die Athleten mussten bei der zweiten Disziplin einen Rundkurs viermal absolvieren. Die Radstrecke war anspruchsvoll – vor allem auch wegen der Wendepunkte. »Zudem ging es dauernd Auf und Ab«, berichtete Funk. Und so kamen am Ende auch einige Höhenmeter zusammen.

Kurz vor dem Ende der Radstrecke setzte Funk dann eine Attacke – und er schaffte es, sich ein paar Sekunden von seinen Konkurrenten abzusetzen. Das freute ihn hinterher riesig, schließlich »waren da ein paar extrem starke Radfahrer am Start«. Aber auch der junge Triathlet konnte wieder einmal seine Stärken beim Radfahren ausspielen und am Ende des Tages hatte Funk sogar die schnellste Radzeit aller Profis stehen – was für ein toller Erfolg! Dafür gab's sogar eine Sonderprämie vom Veranstalter.

Frederic Funk war dann auch der Erste auf der Laufstrecke. Aber er spürte den Atem des amtierenden 70.3-Ironman-Weltmeisters Iden bereits im Nacken. »Nach 1,5 Kilometer etwa hat er mich dann schon gehabt«, erzählte Funk. Danach lieferte er sich mit Pieter Heemeryck noch ein spannendes Duell um Platz zwei. »Ich habe wirklich alles gegebene«, sagte Funk.

Letztlich hatte der Belgier das bessere Ende für sich. Damit gelang Heemeryck praktisch auch eine kleine Revanche: Denn beim Ironman70.3 Lanzarote hatte er im vergangenen Jahr noch das Nachsehen gegen Funk, der das Rennen ja gewann!

In diesem Jahr wird es das Duell Funk gegen Heemeryck auf Lanzarote aber nicht geben. Denn das Ironman70.3-Rennen musste wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt werden, wie die meisten anderen Rennen eben auch – und auch deshalb war das »Pushing-Limits-Race« für die Profis eine gelungene Abwechslung.

Zumal es für Frederic Funk in diesen Tagen auch die nächste Absage hagelte. Denn auch das Ironman70.3-Rennen in Luxemburg, bei dem er gerne gestartet wäre, ist gestrichen. In der Begründung zur Absage hieß es übrigens, dass der Wettkampf nicht aufgrund der Pandemie, sondern wegen Blaualgen in den Weihern im Remerschen nicht stattfinden kann.

Frederic Funk wird sich die Tage jetzt noch mit seinem Trainer Dan Lorang beraten. Es sei aber wahrscheinlich, so Funk, dass er jetzt erst einmal ein wenig Pause mache. »Damit ich auch mal im Kopf etwas runterkomme«, betonte er.

Danach werde er sich auf die Mitteldistanz-WM der Professional Triathletes Organisation vorbereiten. Diese ist von 4. bis 6. Dezember im Daytona International Speedway an der Atlantikküste Floridas vorgesehen – und abgesagt ist diese Veranstaltung bisher jedenfalls nicht. »Freilich ist das auch nicht zu 100 Prozent sicher«, sagte Frederic Funk. Allein die Einreise der Athleten aus Europa könnte problematisch werden. Sicher ist nur: Wenn der Wettkampf stattfinden kann, hat Frederic Funk in Ratingen einmal mehr eindrucksvoll bewiesen, dass mit ihm immer ganz vorne zu rechnen ist! SB

Mehr aus Traunstein
Mehr aus Traunstein