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Vorsicht bei Mitbringseln aus dem Urlaub

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Achtung, verboten: Der Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen, wie diese in Alkohol eingelegten Schlangen, ist verboten. Urlauber, die diese aus ihrem Urlaub mitnehmen, müssen die  Waren  nicht nur  abgeben, sondern auch mit Bußgeld und weiteren Strafen rechnen.

Ab ins Ausland heißt es für viele Urlauber in der Ferienzeit. Doch spätestens bei der Heimfahrt aus einem Land außerhalb der EU kann es für manche zu einem bösen Erwachen bei der Zollkontrolle kommen. Denn mit im Gepäck ist nicht nur die dreckige Wäsche, sondern auch so manches Andenken und Urlaubsmitbringsel. Für Zigaretten, Alkohol und Schmuck gibt es etwa Höchstmengen, große Geldbeträge müssen angemeldet und lebende Pflanzen und Tiere dürfen gar nicht erst mitgenommen werden.


»Damit der Urlaub erholsam und ohne Ärger mit dem Zoll zu Ende geht, sollte man sich schon vor Urlaubsantritt über die wichtigsten Bestimmungen informieren«, erklärt Florian Koller vom Zoll in Rosenheim. Möglichkeiten zur Information gibt es etwa auf der Internetseite des Zolls oder auch über die neue kostenlose App »Zoll und Reise« für Smartphones. Die wichtigsten Bestimmungen haben wir nachfolgend kurz zusammengestellt:

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Reisefreimengen: Bei Einreisen aus Nicht-EU-Ländern dürfen pro Person zum Beispiel 200 Zigaretten und ein Liter Alkohol mitgenommen werden. Die Person muss in beiden Fällen allerdings mindestens 17 Jahre alt sein. Bei Schmuck und Kleidungsstücken ist lediglich ein Gesamtwert von 430 Euro (Einreise mit Flugzeug oder Schiff) bzw. 300 Euro (Einreise mit Auto oder Bahn) abgabefrei.

Übersteigt etwa ein Schmuckstück diese Wertgrenze, muss der gesamte Warenwert verzollt und versteuert werden. »Hierbei ist es unerheblich, ob es sich um ein Geschenk handelt oder die Ware für den privaten Gebrauch gekauft wurde«, erklärt Koller und weist noch darauf hin, dass bei der Einreise von den Kanaren ebenfalls die Richtlinien für Nicht-EU-Länder gelten.

Produktpiraterie: Bekleidung, Fanartikel, Kosmetika, Taschen und Uhren von namhaften Markenherstellern werden in den Urlaubsländern häufig zu Billigpreisen angeboten. Aber Vorsicht: Viele solcher vermeintlicher Schnäppchen entpuppen sich als minderwertige Fälschungen. »Nachgeahmte Textilien werden nicht selten mit giftigen Farbstoffen hergestellt«, warnt Koller.

Sofern nachgeahmte oder gefälschte Produkte ausschließlich zur privaten Nutzung gekauft wurden, schreitet der Zoll aber nur ein, wenn der Warenwert die genannten Wertgrenzen überschreitet. Außerdem dürfen die Waren keinen kommerziellen Charakter haben und sie müssen sich jedoch im persönlichen Reisegepäck befinden.

Artenschutz: Zum Schutz der bedrohten Tier- und Pflanzenwelt rät der Zoll, auf lebende Exemplare aus Fauna und Flora zu verzichten. Der Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen, Teilen davon oder Waren daraus ist untersagt oder streng reglementiert. Verstöße werden verfolgt: Es drohen hohe Bußgelder und Strafen.

Barmittel: Mitgeführte Barmittel ab 10 000 Euro müssen bei der Einreise in die EU und auch bereits bei der Ausreise eigenständig und ohne Aufforderung schriftlich beim Zoll angemeldet werden. Damit soll die Geldwäsche bekämpft und die Finanzierung terroristischer Vereinigungen verhindert werden. Innerhalb der EU muss beim Grenzübertritt mitgeführtes Bargeld ab 10 000 Euro aber nur nach Aufforderung mündlich angezeigt werden.