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»Landmobil-e« – das Land elektrisieren

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In Nußdorf fand die Auftaktveranstaltung für »Landmobil-e« – ein Projekt zur Förderung der Elektromobilität – statt. Hakki Dolgun (rechts) von der Firma Unterberger, die die beiden BMW i3 zur Verfügung stellt, übergab die Fahrzeugschlüssel an Bürgermeister Hans Gnadl (links) und den ersten Tester Raphael Huber. (Foto: Volk )

Nußdorf – »Landmobil-e«, ein Projekt zur Förderung der Elektromobilität im ländlichen Raum, will die Bürger für Elektromobilität begeistern. Zwölf Gemeinden in Südostoberbayern haben sich – gefördert und unterstützt vom Amt für ländliche Entwicklung Oberbayern – zum Ziel gesetzt, Elektromobilität erlebbar zu machen und Elektroautos sowie -fahrräder zum ausgiebigen Testen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Der Flottenstart, die Auftaktveranstaltung des Projekts, fand in Nußdorf statt.


Bürgermeister Hans Gnadl zeigte sich stolz, dass seine kleine Gemeinde in Sachen Elektromobilität schon vieles bewegt habe. Im Gemeindegebiet gebe es bereits drei Ladesäulen für Elektromobile und schon mehrere Besitzer von Elektroautos. Zu verdanken seien das Interesse und die Aktivitäten zur Ausweitung der Elektromobilität dem rührigen Arbeitskreis Energie. Gnadl würdigte dabei das große Engagement von Hubert Vachenauer, Leiter des Arbeitskreises und Mobilitätsbeauftragter, der die Mitwirkung der Gemeinde am Projekt »Landmobil-e« initiiert hatte. Der Rathauschef forderte dazu auf, die Möglichkeiten zum kostenlosen Ausprobieren und Kennenlernen der Elektromobile ausgiebig zu nutzen. Allen Testern wünschte er viel Freude und Erfahrungen mit der neuen ökologischen Art der Mobilität.

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Hubert Vachenauer stellte die Aktivitäten und Ziele des Arbeitskreises Energie vor. Das vor drei Jahren entwickelte Energiekonzept der Gemeinde beschreibe zwei große Handlungsfelder: die Reduzierung des Energiebedarfs und die Förderung erneuerbarer Energien. Das Thema »Verkehr und Mobilität« nehme dabei breiten Raum ein. Deshalb bemühte man sich, am Projekt »Landmobil-e« teilzunehmen. Vachenauer betonte, dass Elektromobilität nicht nur bedeute, von Verbrennungsmotoren auf E-Autos umzusteigen, sondern regionale Wertschöpfung zu fördern. Statt viele Milliarden Euro an Ölproduzenten ins Ausland zu zahlen, bleibt das Geld für die elektrische Energie im Land und in der Region. In der Gemeinde werde Energie aus Wasserkraft und von vielen Photovoltaikanlagen produziert. »Die große Geschichte am Projekt 'Landmobil-e' ist nicht nur die Art der Mobilität zu ändern, sondern aus eigenen Energiequellen zu schöpfen«, so Vachenauer.

Gisela Sengl, Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus Sondermoning, bezeichnete die Elektromobilität als Mobilitätsform der Zukunft. Noch gebe es viele Vorurteile gegen die E-Mobilität. Das Projekt »Landmobil-e« trage dazu bei, die Vorbehalte abzubauen. »Nußdorf ist eine kleine Gemeinde, aber was gemacht wird, wird gründlich gemacht.« Die gute Lade-Infrastruktur mit drei Ladesäulen und die aktuelle Entscheidung der Bundesregierung, den Kauf von Elektroautos zu fördern, seien beste Voraussetzungen für ein »Bürgerauto«. Sengl selbst reservierte sich eines der Elektroräder zum kostenlosen Test und wünschte, dass durch das Projekt viele Hemmschwellen abgebaut werden.

Tiemo Wennrich, Projektleiter der Firma energie.concept.bayern (ecb) erläuterte, dass das Projekt vorrangig die Bewusstseinsbildung zur E-Mobilität fördern will. In jeder der zwölf oberbayerischen Projektgemeinden, darunter sechs im Landkreis Traunstein, werden für zwei Wochen zwei BMW i3 und fünf movelo Pedelecs Elektroräder kostenlos zur Verfügung gestellt. In Nußdorf stehen die E-Fahrzeuge und -Fahrräder bis 3. Juni bereit. Die Ausleihzeiten koordiniert die Gemeindeverwaltung.

Nach Nußdorf steht die Landmobile-Flotte für je zwei Wochen in Schleching, Unterwössen, Bergen, Übersee und Grabenstätt zum unverbindlichen Testen bereit. Danach wandert das Projekt in den Landkreis Rosenheim nach Riedering, Söchtenau, Amerang, Albaching und Feldkirchen-Westerham pv