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Grassauer Drehleiter muss generalüberholt werden

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Erst 2006 hatte die Feuerwehr mit großem Stolz ihre neue Drehleiter präsentiert. Nun hoffen die Feuerwehrler, dass die große Inspektion das Gerät wieder voll einsatzfähig macht. (Foto: Archiv T. Eder)

Grassau. Nach nur acht Jahren Betrieb muss an der Drehleiter der Feuerwehr Grassau eine große Reparatur vorgenommen werden, informierte Bürgermeister Rudi Jantke in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung. Grund hierfür sei die defekte Hydraulik. Geplatzte Hydraulikschläuche machten einen weiteren Betrieb unmöglich. Einstimmig entschied der Rat, die eigentlich erst in zwei Jahren notwendige Komplettüberholung des Fahrzeugs bereits jetzt vornehmen zu lassen. Die Kosten werden auf rund 72 000 Euro geschätzt.


Die Drehleiter wurde 2006 für rund 400 000 Euro angeschafft. Bereits in den Anfangszeiten wurde festgestellt, dass sich die 450 Liter Hydrauliköl oft überhitzen. Der Fehler konnte durch das Nachrüsten einer Kühlung behoben werden, so Jantke. Allerdings platzte 2012 bei einer Vorführung während der »Langen Nacht« zum ersten Mal ein Hydraulikschlauch.

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Heuer im März wiederholte sich dieser Defekt bei Baumfällungen und auch im Mai platzte erneut ein Schlauch. Eine weitere Reparatur, wie in den ersten beiden Fällen ist ausgeschlossen. Vermutet werde, so Jantke, dass die Schläuche platzen, weil die Kühlung nicht gleich zu Beginn der Inbetriebnahme vorhanden war. Beweisen könne man dies aber nicht. Ein Austausch des kompletten Schlauchpakets würde rund 40 000 Euro kosten.

Zu überlegen sei nun, so Jantke, ob man die in zwei Jahren ohnehin gesetzlich vorgeschriebene Inspektion mit Kosten von 72 000 Euro Brutto vorzieht. Das Fahrzeug müsse sowohl für die Reparatur wie auch für die Inspektion zwei Monate ins Werk der Firma Metz zurück. Während dieser Zeit müsse ein Leihfahrzeug besorgt werden, dass pro Tag 250 Euro koste.

Wie Jantke informierte, habe er mit der Firma ausgehandelt, dass aus Kulanzgründen das Ersatzfahrzeug für die Dauer der Reparatur für 5000 Euro geliehen werden könne. Auch würden in den Inspektionskosten von 72 000 Euro alle zusätzlichen Reparaturen und den Tausch des Hydrauliksatzes enthalten sein, so dass keine weiteren Kosten auf die Gemeinde zukommen. Der Nachteil sei aber, dass die im Zehnjahres-Turnus durchzuführende große Inspektion das nächste Mal nicht 2026 sondern bereits 2024 notwendig sei.

Kommandant Alfred Mayer wurde gefragt, welches Schlauchmaterial dann verbaut werde. Dies konnte er nicht sagen. Für die Feuerwehr sei wichtig, dass bei einem Rettungseinsatz nichts passiere.

Von Glück könne man sprechen, dass ein derartiger »Schlauchplatzer« nicht beim Einsatz passierte, meinte Manfred Huber (AE) und wunderte sich, dass ein solches hochtechnisches Gerät keine zehn Jahre hält. Alfred Körner (SPD) konnte keinen Nachteil sehen, wenn die Inspektion bereits jetzt gemacht werde und die nächste dann in weiteren zehn Jahren. Die dritte große Inspektion wäre in 28 Jahren fällig und das Gerät schon so alt, dass wahrscheinlich diese gar nicht mehr möglich sei.

Hans Hornberger (SPD) sah keine Alternative zur Inspektion, zumal die Gewährleistung abgelaufen sei und die Feuerwehr ohne dieses Fahrzeug ihren Auftrag nicht erfüllen könne. Feuerwehrreferent Werner Haslinger (CSU) betonte, für die Kameraden sei es wichtig, dass das Fahrzeug zur Sicherheit aller komplett durchgearbeitet und durchgesehen werde. Einstimmig entschied sich der Rat für die große Inspektion, in der die komplette Hydraulik überarbeitet werde. Die Kosten dafür, wie auch die 5000 Euro für das Leihgerät werden im Nachtragshaushalt eingestellt. tb