Förderverein Chiemgau-Impakt: Forschungsarbeit war stark eingeschränkt

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Das Chiemgau-Impakt-Museum in der Grabenstätter Schlossökonomie bleibt zwar vorerst Corona-bedingt geschlossen, kann aber virtuell entdeckt werden. Präsentiert werden im Internet auch die neuesten Forschungsergebnisse. (Foto: Müller)

Auch wenn die seit gut einem Jahr grassierende Corona-Pandemie die Forschungsarbeit im Feld stark eingeschränkt habe und die letztjährige Jahreshauptversammlung des Fördervereins Chiemgau-Impakt ausgefallen sei, »ist trotzdem sehr viel passiert«, betonte der Vorsitzende Josef Konhäuser bei der nun abgehaltenen Online-Jahreshauptversammlung. Den Mitgliederstand bezifferte er auf 59.


Da man von öffentlicher Seite nach wie vor nicht unterstützt werde, lebe man von den Mitgliedsbeiträgen und eingehenden Spenden, sagte Konhäuser und betonte. »Diese Gelder werden nur für die Forschungsarbeit verwendet.« Er dankte insbesondere den drei federführend tätigen Wissenschaftlern des Chiemgau- Impact-Research-Teams (CIRT), Prof. Dr. Kord Ernstson (Geophysiker und Geologe), Dr. Michael Rappenglück (Archäoastronom, Leiter der Sternwarte Gilching und Mitglied der Internationalen Astronomischen Union, sowie dessen Ehefrau Barbara Rappenglück (Historikerin).

In seinem Tätigkeitsbericht von 2019 erinnerte der zweiter Vorsitzende Michael Rappenglück unter anderem an eine Tagesexkursion zum Chiemgau Impakt mit rund 50 Teilnehmern, die Mitgliederversammlung mit Neuwahlen, bei der die Vorstandschaft wiedergewählt und Heimatforscher Thomas Bliemetsrieder mit aufgenommen wurde, umfangreiche Georadarmessungen im Bereich der Gemeinden Chieming und Nußdorf, das vereinseigene Sommerfest sowie zwei Vorträge, eine Museumsführung und eine Geländebegehung unter der Leitung von Schriftführer Hans-Peter Matheisl. Zudem beteiligte man sich mit fünf wissenschaftlichen Beiträgen an internationalen Konferenzen.

Als Antwort auf die pandemiebedingten Museumsschließungen habe Prof. Kord Ernstson das »Virtuelle Museum Chiemgau Impakt« geschaffen, freute sich Rappenglück beim Tätigkeitsbericht über das Jahr 2020. Dieses werde auch sehr gut angenommen. Mit dem neuen Bürgermeister Gerhard Wirnshofer habe die Vereinsspitze zudem ein Sondierungsgespräch zur Zukunft des seit 2009 bestehenden Chiemgau-Impakt-Museums geführt, dessen Ausstellungsraum in der Grabenstätter Schlossökonomie mittlerweile viel zu klein sei. »Ganz wichtig ist für uns der Aufbau eines größeren Museums, in dem wir die beträchtlich angewachsene Zahl von Fundstücken in einer modernen didaktischen Form der Öffentlichkeit und dem Fachpublikum präsentieren können«, betonte der zweite Vorsitzende.

Coronabedingt habe man seit März letzten Jahres keine Forschungsarbeiten im Feld durchführen können, bedauerte Rappenglück. Eine kontaktfreie Arbeit und die Unterbringung der anreisenden Wissenschaftler unter Hygiene-Bedingungen wären nicht möglich gewesen. Doch die CIRT-Forscher hätten sich 2020 mit insgesamt sieben wissenschaftlichen Beiträgen an internationalen Konferenzen in den USA und Russland beteiligt. Zudem seien zahlreiche wissenschaftliche Beiträge in einschlägigen Fachjournalen erschienen, sagte Rappenglück.

»Sobald die Wiederaufnahme der Forschungen vor Ort ohne Gefahr für alle Beteiligten durchzuführen ist, werden wir liegen gebliebene Projekte durchführen«, versicherte er. Wichtige anstehende Themen seien die Erforschung der kleineren und mittleren Krater, Georadar-Untersuchungen, die fortgesetzte Analyse der exotischen Materialien, astronomische Fragen nach der Herkunft des Impaktors und vor allem auch die Optimierung der Altersbestimmungen mittels verschiedener Methoden.

Da es zwei Jahre keine Jahreshauptversammlung gegeben hat, trug Kassier Alfred Dufter zwei Kassenberichte vor. Während man 2019 insbesondere dank der Spenden ein Plus von rund 2700 Euro erwirtschaftet habe, seien im Vorjahr gerade die Mitgliedsbeiträge »eine große Stütze« gewesen, so der Kassier.

Dennoch sei 2020 ein Minus von rund 2280 Euro zu verzeichnen gewesen. Rund zwei Drittel der Ausgaben betrafen im Vorjahr die Ausstellung (65 Prozent). 2019 wurde ein großer Teil für den Bereich Grabungen und Forschung (63 Prozent) ausgegeben. Mit dem aktuellen Kassenstand in Höhe von knapp 12.000 Euro könne man den Vereinszweck aber weiterhin gut erfüllen, hieß es.

Laut Dufter überprüfe das Finanzamt turnusmäßig, ob der 2006 gegründete Chiemgau-Impakt-Verein auch in den kommenden drei Jahren die Voraussetzungen für eine Gemeinnützigkeit erfülle. Dies dürfte aber nur Formsache sein, wie der Kassier sagte.

mmü

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