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Amtsinhaber in Ruhpolding und Seeon-Seebruck wurden abgewählt

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Bürgermeister-Wahl: Amtsinhaber in Ruhpolding und Seeon-Seebruck wurden abgewählt | Landkreis Traunstein
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Justus Pfeifer (rechts) ist der neue Bürgermeister in Ruhpolding. (Foto: Burghartswieser)

Einige Überraschungen hielt die Wahl am Sonntagabend im Landkreis Traunstein bereit. In gleich zwei Gemeinden wurden die amtierenden Bürgermeister abgewählt.


Überblick:

In der Gemeinde Ruhpolding wurde Amtsinhaber Claus Pichler (SPD) von seinem Herausforderer Justus Pfeiffer (CSU) geschlagen – und das deutlich. Der junge Ruhpoldinger konnte 2542 Stimmen oder 66,06 Prozent auf sich verbuchen, Claus Pichler kam auf 1073 oder 27,88 Prozent der Stimmen.

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Abgewählt wurde auch Seeon-Seebrucks Bürgermeister Bernd Ruth (CSU). Sein Herausforderer Martin Bartlweber (Freie Wählergemeinschaft Seebruck/Freie Wählergruppe Seeon/Parteifreie Wählergemeinschaft Truchtlaching bekam 53,6 Prozent der Stimmen, Ruth 46,4 Prozent der Stimmen.

»Regierungswechsel« in Ruhpolding

Mit einer Überraschung endete in Ruhpolding die Kommunalwahl: Mit 66,06 Prozent setzte sich als Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU) gegen den Amtsinhaber Claus Pichler (SPD) durch, der nur 27,88 Prozent erreichte. Auf den Mitbewerber Sepp Hohlweger (Bündnis 90/Die Grünen) entfielen 6,05 Prozent der Stimmen.

Freudig überrascht zeigte sich Justus Pfeifer bei der Verkündigung des Wahlergebnisses. »Ich danke allen für die Unterstützung und bei meinen Mitkandidaten für den fairen Wahlkampf«, war die erste Reaktion des neuen Bürgermeisters. Als parteiübergreifender Bürgermeister wolle er mit allen anderen Fraktionen miteinander das Beste für Ruhpolding machen. Er hoffe auf eine weitere Gemeinsamkeit im Gemeinderat.

»Ich habe jede Wahl als sportlichen Wettkampf gesehen, bei dem man auch Niederlagen einstecken kann«, sagte der bisherige Rathauschef. »Das habe ich zu akzeptieren«, meinte Pichler und wünschte seinem Nachfolger alles Gute für seine kommende Amtszeit.

Von 5791 Wahlberechtigten haben laut Gemeindewahlleiter Martin Heinemann 3873 Bürger von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. 25 Stimmzettel seien ungültig gewesen, die Wahlbeteiligung sei damit bei 66,88 Prozent gelegen. Von den gültigen Stimmen seien auf den Amtsinhaber 1073 und auf den Herausforderer 2542 entfallen, sagte Heinemann. Für Hohlweger seien 233 Stimmen abgegeben worden.

Bürgermeister Bernd Ruth abgewählt

Unbeschreiblicher Jubel bei den Freien Wählern – Schock-Starre dagegen bei der CSU in Seeon-Seebruck: »Iaz bin i Bürgermeister«, freute sich Martin Bartlweber von den Freien Wählern. Der 41-jährige Seeoner hat mit 53,6 Prozent das Rennen um den Bürgermeistersessel gewonnen und damit den amtierenden Bürgermeister von der CSU, Bernd Ruth, seines Amtes enthoben.

»Wir haben es gehofft, die Chancen standen 50 zu 50«, erklärte Bartlweber gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. Wichtig sei es jetzt, »dass wir die anderen 46 Prozent davon überzeugen können und unser Wahlversprechen in den nächsten sechs Jahren relativ zügig umsetzen. »Das geht nur miteinander und ohne Fraktions- und Parteizwang.«

Der amtierende Bürgermeister Bernd Ruth von der CSU wollte sich gestern Abend zum Wahlausgang nicht äußern.

Während die Freien Wähler in Perading ausgelassen feierten, waren die CSU-Anhänger in der Schreinerei Daxenberger in Seeon am Boden zerstört: »Das ist einfach nur traurig«, so die erste Reaktion von Simon Daxenberger. Ruth selbst hatte seine Parteifreunde per Telefon über den Wahlausgang informiert.

3700 Helfer am Sonntag im Einsatz

Etwa 144.000 Wahlberechtigte, und damit etwa 5000 mehr als noch vor sechs Jahren, waren im Landkreis Traunstein am Sonntag zur Wahl aufgerufen gewesen. Im Landkreis Berchtesgadener Land gab es heuer rund 86.000 Wahlberechtigte. 2014 sind es 83.949 gewesen.

Bei der Kommunalwahl gibt es in den 35 Städten und Gemeinden des Landkreises Traunstein insgesamt 314 Wahlbezirke. Das teilte das Landratsamt Traunstein auf unsere Anfrage mit. Diese unterteilten sich in 180 Urnenstimmbezirke und 134 Briefwahlbezirke. Pro Wahlbezirk waren nach Informationen des Landratsamts etwa acht Personen im Einsatz. Daraus ergab sich die Zahl von etwa 2512 Wahlhelfern im Landkreis Traunstein. Im Jahr 2014 gab es insgesamt 306 Urnen- und Briefwahlbezirke. Damals waren nur etwas weniger Wahlhelfer eingesetzt, nämlich 2450.

Im Berchtesgadener Land waren am Wahlsonntag 1229 Wahlhelfer beschäftigt. Es gab nach Informationen des Landratsamts 72 Wahllokale. 604 ehrenamtliche Helfer sorgten dafür, dass die Wahl reibungslos abläuft. In 71 Briefwahlbezirken zählten 625 Wahlhelfer die Briefwahl aus. Das trägt der ständig wachsenden Bedeutung der Briefwahl Rechnung. Schon vor sechs Jahren lag der Anteil der Briefwähler bei 58,9 Prozent.

hab/ga/KR/jal

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