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Abi-Jahrgang 2016: »Alles andere als Nullachtfuchzehn«

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Beide schafften ihr Abitur mit der Note 1,0: Frauke Witthöft (links) und Marlene Fuchs.

Laufen – »Abracadabra« spielte die Bigband des Rottmayr-Gymnasiums gleich zu Beginn der Abiturfeier. Knapp ein Viertel der 60 Absolventen hat eine Eins vor dem Komma, geschafft haben es wirklich alle. Zauberei war dennoch nicht im Spiel, sagte Direktor Dr. Alfred Kotter, denn dies sei ein außergewöhnlicher Jahrgang gewesen.


Angesichts der Angst vor Islamisierung, vor Terror, vor Fremden, vor Veränderung, vor Gentechnik, vor sozialem Abstieg und vielem mehr erklärte Kotter, evolutionsgeschichtlich habe Angst durchaus Sinn gehabt – im Angesicht eines Säbelzahntigers sei das angemessen gewesen, in einer modernen, pluralistischen und globalisierten Welt anachronistisch. Aber: »meine Erwartung, meine Einstellung bestimmt, ob ich etwas als Herausforderung und Chance erkenne oder ob ich lähmende Angst empfinde.« Mut haben, eigene Wege gehen, Ecken und Kanten haben, empfahl er den scheidenden Schülern, eine gesunde Skepsis ja, Vorsorge ja, aber kein Zögern und Zaudern, Solidarität, Realitätssinn, »und keine Angst.«

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Zu einer gesunden Skepsis riet auch Elisabeth Hagenauer in Vertretung von Landrat Georg Grabner. »Aber übernehmen Sie Verantwortung, zeigen Sie Zivilcourage, nehmen Sie Rücksicht und gehen mit gutem Beispiel voran.« Hagenauer sprach von der »Ökonomie des guten Lebens«, worin es eben nicht um Erfolg und Geld gehe, sondern um Persönlichkeit, Respekt, Freundschaft, Integrität und Empathie.

Das alles fand Elternbeiratsvorsitzender Hubertus Strüber bei diesem »besonderen Jahrgang«. Er erinnerte an die biblische Geschichte von den Talenten. Er sah eine Vielzahl an Talenten bei den jungen Leuten und im Rottmayr-Gymnasium eine »Talentschmiede. Aber Talente sind kein Selbstzweck«, warnte Strüber, »sie sind etwas Anvertrautes und zugleich Auftrag.« Bürgermeister Hans Feil sagte: »Wir brauchen Menschen, die mitmachen, die neue Ideen und unkonventionelle Lösungen mitbringen. Überall werden wir Euch brauchen.«

Moderator Leon Schifflechner, Veronika Ober und Florian Seehuber blickten auf acht gemeinsame Jahre zurück. Dem Direktor attestierten sie beste Zusammenarbeit und ein stets offenes Ohr. Teamplayer seien sie stets gewesen, gemeinsam habe man fantastische Momente in Schule und Freizeit erlebt. Mit einem Lächeln denke man daran zurück. Das Glück stand den Absolventen ins Gesicht geschrieben, als sie ihre Zeugnisse erhielten.

Das »schwache Geschlecht« habe heuer ausnahmsweise gewonnen, scherzte Bürgermeister Hans Feil und meinte damit die Männer, von denen acht in ihrem Abiturzeugnis eine Eins vor dem Komma haben. Ganz vorne aber lagen Frauke Witthöft aus Kirchanschöring mit der Traumnote 1,0 und beinahe der Maximal-Punktzahl von 900. Die Note 1,0 haben auch Marlene und Bertram Fuchs aus Laufen. Andreas Haslberger aus Teisendorf erreichte einen Durchschnitt von 1,5. Die weiteren Absolventen aus unserem Verbreitungsgebiet waren (in alphabetischer Reihenfolge) Julia Birner (Kirchanschöring), Markus Gadenz, Ferdinand Lindner, Robin Mayer (alle Teisendorf), Samantha Moll (Petting), Stefan Strüber (Kirchanschöring) und Thomas Wolfgruber (Teisendorf).

Den Sonderpreis für besondere Leistungen in Physik erhielten Andreas Haslberger und Florian Seehuber, in Biologie Sophia Riederer, in Mathematik Frauke Witthöft. In Chemie erzielten Marlene und Bertram Fuchs herausragende Leistungen. Für Soziales würdigte Elternbeirats-Vorsitzender Hubertus Strüber Veronika Ober und Stefanie Mühlthaler für ihren Einsatz in allen Schulbelangen. höf