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82 Bäuerinnen trafen sich

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Schwester Scholastica, Benediktinerin auf der Fraueninsel, im Gespräch mit zwei der Organisatorinnen der Internationalen Bäuerinnentagung, Hildegard Stöger (rechts) aus Schleching und Annette Ackermann aus Unterreit bei Wasserburg. (Foto: Giesen)

Chiemsee. Ein Treffen ganz anderer Art fand mit 82 Demeterbäuerinnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Dänemark und sogar den USA (New York und Colorado) auf der Fraueninsel statt: die 40. Internationale Bäuerinnentagung.


Diese Tagungen gibt es seit Beginn der 70-er Jahre einmal pro Jahr an einem anderen Ort. Sie wurden auf Initiative von Maria Thun, einer Pionierin des Pflanzenanbaus im Einklang mit den kosmischen Kräften, ins Leben gerufen. Heuer fand die Tagung unter dem Motto »Die Liebe und ihre Bedeutung in der Welt« in der Benediktinerinnenabtei auf der Fraueninsel statt. Federführend organisiert wurde sie von Hildegard Stöger aus Schleching, Marcella Thusbaß aus Halfing und Annette Ackermann aus Unterreit bei Wasserburg.

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Ausgangspunkt für verschiedene Referate, die die Teilnehmerinnen der Tagung selbst beitrugen, war ein Vortrag, den Rudolf Steiner 1912 gehalten hatte. Dazu gab es künstlerische Kurse in Eurythmie (Bewegungskunst der ebenmäßigen oder »schönen Bewegung«), Sprachgestaltung, Singen und Malen, an denen alle je nach Neigung teilnehmen konnten.

»Zu Hause auf dem Hof hat man eigentlich kaum Zeit für so etwas«, erklärt Christine Saahs, eine Bäuerin aus der Wachau. Daher seien diese Treffen einmal im Jahr »einfach großartig«. Gerade bei der Arbeit auf einem biodynamischen Bauernhof sei es besonders wichtig, den tiefen Sinn hinter der Arbeit zu verstehen, nämlich den Erhalt der Erde, erklärt eine andere. Das Leben einer Bäuerin bestehe keinesfalls nur aus Landwirtschaft, sondern besonders aus sozialen Elementen, sagt Marianne Haeni aus Guggisberg bei Bern. Bei den jährlichen Treffen entstünden tiefe Freundschaften zwischen den Frauen. Das Alter der Teilnehmerinnen reichte heuer von 25 bis 93 Jahren.

Als das Besondere am diesjährigen Treffen empfanden alle den außergewöhnlichen Tagungsort auf einer Insel inmitten einer traumhaften Landschaft und Unterbringung in einem historischen Klostergebäude. Schwester Scholastica von der Benediktinerinnenabtei Frauenwörth, die die Gäste im Seminarzentrum betreut, diskutierte selbst viel mit den Frauen und gab ihnen zum Beispiel den Ausspruch des libanesisch-amerikanischen Philosophen Khalil Gibran mit auf den Weg: »Arbeit ist zur Tat gewordene Liebe«.

Auch die Besichtigung der Umgebung stand auf dem Tagungsprogramm. So gab es einen »Landausflug« mit Nachmittagskaffee im Haus des Gastes in Schleching. Richtig lustig wurde es am Abschlussabend im Kloster, als eine Musikgruppe Volkstänze spielte und die Frauen bei Sketchen ihren Aufenthalt noch einmal Revue passieren ließen. Nächstes Jahr wird die Internationale Bäuerinnentagung in der Schweiz stattfinden. gi

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