49 Asylbewerber ziehen in den Gasthof zur Post

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49 Asylbewerber werden im Gasthof zur Post in Oberwössen untergebracht. (Foto: Flug)

Unterwössen. Mit dem heutigen Tag wird ein neues Kapitel um den Oberwössner Gasthof zur Post aufgeschlagen: In diesen Stunden beziehen 49 Asylbewerber im Rahmen der dezentralen Unterbringung durch das Landratsamt Traunstein die Zimmer des Gasthofes mit ehemals 63 Gästebetten.


Für Bürgermeister Hans Haslreiter war es eine Überraschung, als er am Freitag von den Plänen des Landratsamts erfuhr. Er war im Vorfeld nicht informiert worden.

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Der neue Eigentümer Florian Aschauer hat seinen Wohnsitz in Baden-Baden, stammt aber gebürtig vom Königssee im Berchtesgadener Land. Aus der Zeitung hatte der 66-Jährige erfahren, dass das Landratsamt noch Bedarf an etwa 50 Unterbringungsplätzen hat und meldete sich. Denn eine Renovierung des alten Gasthauses mit dem Ziel, einen wirtschaftlichen Gasthof zu führen, wäre nicht mehr verhältnismäßig. Raumzuschnitt und die Ausstattungen der Zimmer würden selbst bei aufwendigen Renovierungen nur für eine untere Sternekategorie reichen. Das würde im Hinblick auf die gestiegenen Qualitätsansprüche der Gäste nicht zu einem rentablen Betrieb führen. Vor diesem Hintergrund müsse sich jeder klar darüber sein, dass so eine Nutzung hätte kommen müssen. Wenn er, Aschauer, den Gasthof nicht übernommen hätte, hätte es ein anderer zum gleichen Zweck getan.

Aschauer ist nach den Verträgen mit dem Landratsamt verpflichtet, die Asylbewerber mit drei Mahlzeiten am Tag zu versorgen. Er oder seine Mitarbeiter werden zukünftig ständig vor Ort sein.

Auf die Frage, was mit dem Gasthofsaal – dem einzigen großen Saal in Oberwössen – passiert, sagte Florian Aschauer, er trenne diesen gerade vom weiteren Betrieb des Hauses ab. Er stellt sich vor, dass der Saal an Interessenten vermietet werden soll. Die ursprüngliche Theke gegenüber der Gasthofrezeption soll den Saal versorgen. Auf Dauer plant er, die Saalfenster zu erneuern und eine Toilettenanlage an den Saal anzubauen. Dann würde ein völlig eigenständiger Saalbetrieb möglich sein. Gern ist Aschauer bereit, in jeder Hinsicht mit den hiesigen Vereinen zusammenzuarbeiten, versichert er. So könne er den Saal einer vernünftigen Nutzung zuführen, den Oberwössnern bliebe ihr Saal erhalten. lukk

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