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Widerstand gegen Ansiedlung von Rinderzuchtverband

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Der Rinderzuchtverband (RZV) will auf einem Grundstück im Süden von Wolkersdorf einen Neubau errichten. Wo der Grund und Boden genau liegt und wie weit das Vorhaben von der Bebauung entfernt ist, erläutert die Bürgerinitiative (BI), die sich gegen das Projekt wehrt, auf einem Luftbild. Repro: BI gegen die Ansiedlung des RZV in Wolkersdorf

Traunstein – Protest in Wolkersdorf und Umgebung: Viele Bürger laufen Sturm gegen die Pläne des Rinderzuchtverbands (RZV) Traunstein, sich im Süden des Stadtteils niederzulassen und auf einem Grundstück an der Straße eine neue Markthalle zu bauen. Rund 30 von ihnen haben vor kurzem eine »Bürgerinitiative gegen die Ansiedlung des Rinderzuchtverbandes in Wolkersdorf« aus der Taufe gehoben. Das Projekt sei »nicht tragbar«, sagte Peter Hierstetter, einer der Sprecher der Bürgerinitiative (BI), am Montag im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Die BI sammelt Unterschriften von Bürgern, die sich gegen das Vorhaben in Wolkersdorf wehren.


Der Rinderzuchtverband hat seinen Standort bislang in Traunstein an der Siegsdorfer Straße. Er möchte seinen Sitz aus der Stadt in die Umgebung verlegen: Er will ein Grundstück südlich von Wolkersdorf, das der Stadt gehört, kaufen und dort dann eine neue große Halle für seine Rindermärkten bauen. Aus dem Rathaus kam grünes Licht: Mit 12:11-Stimmen beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung, das Grundstück zu verkaufen und Baurecht für den RZV zu schaffen (wir berichteten).

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»Ohne Not soll hier auf einer Fläche von 17 000 Quadratmetern der Neubau entstehen und die Fläche entsprechend versiegelt werden«, kritisiert Hierstetter das Projekt. Kein Verständnis zeigt er dafür, dass die Stadt im Rahmen der Ausweisung eines Sondergebiets Rinderzuchtverband Flächen opfert, die sie ursprünglich für eine Wohnbebauung vorgesehen hatte. Auch sei nicht nachvollziehbar, dass sie in diesem Zusammenhang Grund und Boden aufgebe, den sie schon als Ausgleich für ein anderes Vorhaben eingeplant hatte. Und Hierstetter weiter: »Ein angrenzendes Waldstück dürfte ebenfalls dem Vorhaben zum Opfer fallen, die Stadt bemüht sich um dessen Ankauf.«

Der Sprecher der Bürgerinitiative macht auch kein Hehl daraus, dass den Bürgern in Wolkersdorf die zu erwartende »Geräusch- und Geruchsbelästigung« ein Dorn im Auge sei. Den Angaben von Peter Hierstetter zufolge bringen die Landwirte zu einer Versteigerung, die der Rinderzuchtverband Traunstein veranstaltet, 500 bis 1000 Tiere, die sich der Wahrnehmung der Bürger nicht entziehen.

Eine Ansiedlung des RZV bringt laut dem Sprecher der BI jede Menge Verkehr in den Ort. »Der ganze nördlich Landkreis fährt dann durch Wolkersdorf«, ist sich Hierstetter sicher. Auf die Verkehrsbelastung, die mit dem Transport einhergeht, sei Wolkersdorf in keiner Weise vorbereitet. Die Straßen seien nicht so breit, als dass sie die Fahrzeuge – insbesondere im Gegenverkehr – ohne Gefährdungen aufnehmen könnten. Und nicht zuletzt fehlten in Wolkersdorf Gehsteige, die den Fußgängern dann Schutz bieten könnten.

Obwohl die Bürgerinitiative erst vor kurzem ihre Arbeit aufgenommen hat, stößt sie laut ihrem Sprecher bereits »auf großen Rückhalt.« Hierstetter: »Mittlerweile hat sich eine stattliche Zahl von Wolkersdorfer Bürgern zusammengeschlossen.«

Die BI habe festgestellt, das viele Einheimische noch gar nicht genau Bescheid wüssten, was der Rinderzuchtverband wo genau bauen will. Mitunter fühle sich der eine oder andere Anlieger »wie vom Blitz getroffen«, wenn er von der Bürgerinitiative informiert werde. »Wir stellen fest, durch die große Eile, die der Stadtrat an den Tag gelegt hat, besteht bei vielen Bürgern noch Informationsbedarf.«

Vor diesem Hintergrund veranstaltet die Bürgerinitiative nun einen Informationsabend. Treffpunkt ist am Donnerstag, 24. Oktober, um 18.30 Uhr im Bräustüberl am Stadtplatz.

»In wenigen Tagen bereits über 300 Unterschriften«

Bereits begonnen hat die BI damit, Unterschriften gegen die Ansiedlung des Rinderzuchtverbands in Wolkersdorf zu sammeln. Peter Hierstetter berichtet, dass »in wenigen Tagen bereits über 300 Unterschriften« zusammengekommen seien. Mindestens noch bis zum Informationsabend am 24. Oktober will die Bürgerinitiative nach Angaben ihres Sprechers versuchen, weitere Unterstützer auf ihre Seite zu ziehen. Alle Unterschriftenlisten übergebe sie dann an die Kommunalpolitiker – ob an den Oberbürgermeister oder/ und an die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen stehe noch nicht fest. pü