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Traunsteiner Bürger bekommen Gutscheine für die Gaststätten

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Traunstein: Bürger bekommen Gutscheine und Verzehrbons für Restaurants & Gaststätten
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Die Stadt unterstützt die Gastronomie: Jeder Bürger erhält einen Gutschein, den er in den Lokalen einlösen kann. (Foto: Richard Scheuerecker/Stadt Traunstein)

Traunstein – Gute Nachrichten in schlechten Zeiten: Die Bürger bekommen von der Stadt Gutscheine geschenkt, die sie dann in den Gaststätten in Traunstein einlösen können. Der »Traunstein-Gutschein« ist Teil des Maßnahmenpakets, das der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung im Kulturforum Klosterkirche zur Stärkung der heimischen Wirtschaft in Zeiten der Corona-Krise einstimmig geschnürt hat.


Jeder Erwachsene erhält einen Verzehrbon in Höhe von zehn Euro, für jedes Kind bis zwölf Jahre gibt's fünf Euro. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) betonte, dass die Aktion den Gastronomen zugute komme – und dass sie den Bürgern ein »Stück Lebensfreude« beschere.

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Die Bürger erhalten demnächst erfreuliche Post von der Stadtmarketing GmbH. Sie erhielt den Auftrag, die Aktion abzuwickeln – und zwar umgehend. »Die Maßnahme ist unverzüglich zu planen und umzusetzen«, beschloss der Stadtrat. Die Kosten für die Ausgabe der Verzehrgutscheine an die über 20.000 Bürger in Traunstein schätzt die Verwaltung im Rathaus – einschließlich der Erstellung der Postkarten und deren Versand – auf maximal 250.000 Euro

Um die Wirte zu unterstützen, gibt die Stadt nicht nur Gutscheine aus, sie verzichtet heuer auch darauf, für Freischankflächen auf ihrem Grund und Boden eine Gebühr zu erheben. 30 Betriebe führen insgesamt rund 33.000 Euro pro Jahr für die Nutzung der Flächen an die Stadtverwaltung ab. Diese Gebühren entfallen für 2020.

Um den durch die Corona-Krise arg gebeutelten Betrieben in Traunstein zu helfen, beschreitet die Stadt – wie von Oberbürgermeister Hümmer und seiner Verwaltung vorgeschlagen – mehrere Wege. So plant sie insbesondere auch eine Imagekampagne. Sie will die Einzelhändler und Dienstleister in Traunstein werbemäßig unterstützen.

Die Ausarbeitung der Imagekampagne übernimmt die Verwaltung im Rathaus. Und wenn die Corona-Krise einmal überstanden ist, dann will die Stadt feiern: Sie veranstaltet dann ein Bürgerfest – womöglich noch in diesem Jahr oder doch erst im nächsten. Der Termin bleibt vorerst offen.

Oberbürgermeister Hümmer sprach von einem »großen Anliegen, die heimische Wirtschaft zu unterstützen«. Die Maßnahmen, die die Stadt zur Stärkung der Betriebe ergreift, können seinen Angaben zufolge jedoch nur Ergänzungen der Hilfen sein, die Bund und Land anbieten. Aber auch die Stadt sei aufgefordert, ihren Beitrag zur Überwindung der Krise zu leisten. Diese Aufgabe erfülle sie mit dem aufgelegten, »umfassenden Paket«.

Der Oberbürgermeister brach eine Lanze dafür, vor allem auch die Gastronomie zu unterstützen. Sie spiele eine »Schlüsselrolle« als eine der Säulen des städtischen Lebens. Hümmer sprach sich dafür aus, »ein Zeichen von Optimismus und Zukunft zu setzen« und so zu handeln, dass alle in einen Vorteil gesetzt werden.

Zur Imagekampagne erläuterte der Rathauschef, dass der Plan ursprünglich gelautet habe, 30.000 Euro bereitzustellen und den Auftrag zur Ausarbeitung dann der Stadtmarketing GmbH zu übertragen. Im Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden sei dann jedoch die Überzeugung entstanden, die Maßnahme »etwas anders zu gestalten« und die Kampagne nicht außer Haus, sondern vielmehr in der Verwaltung entwerfen zu lassen – was dann keine zusätzlichen Ausgaben beschere.

Das vorgeschlagene Maßnahmenpaket stieß im Stadtrat auf große Zustimmung. Karl Schulz (CSU) sprach sich dafür aus, die heimische Gastronomie zu unterstützen. Sie sei »schwer krank«, dem Patienten sei eine »Aufbauinfusion« zu verordnen. Auch Dr. Patrick Nepper (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßte die Maßnahmen, die den Wirten in der Stadt zugute kommen. Darüber hinaus müsse man jedoch nachdenken, »was wir noch tun können«. So müsse man dafür Sorge tragen, dass die Begeisterung für Traunstein anhält – etwa auch mit Verkehrsberuhigungen.

Denis Holl (Die Linke) stellte sich hinter den eingeschlagenen Weg, Hilfe anzubieten. Er meinte aber auch, dass ein »größerer Kreis der Solidarität zu schlagen ist«. Die Unterstützung dürfe nicht auf die Gastronomen beschränkt werden, sondern müsse auch auf die Einzel- und Kleinbetriebe wie auch auf die Kulturschaffenden ausgedehnt werden – was mit dem vorliegenden Programm nicht zu erreichen sei.

Helga Mandl (Bündnis 90/Die Grünen) war »sehr froh«, wie sie sagte, dass die Imagekampagne keine zusätzlichen Kosten beschere und nun von der Stadtverwaltung entworfen werde. Und auch sie sprach sich dafür aus, der »tollen Gastronomie« in Traunstein unter die Arme zu greifen.

Ernst Haider (UW) erinnerte an den Ausbruch der Corona-Krise und deren Folgen insbesondere für die Wirte. »Die Gastronomie hat vom ersten Tag an massiv gelitten«. Und was die Imagekampagne betraf, so wünschte er sich, sie zügig in die Wege zu leiten.

Konrad Baur (CSU) stellte sich hinter die Verabschiedung des Gesamtpakets, das mehrere Einzelmaßnahmen umfasst.

So sei es »dringend notwendig«, so Baur, »mehrere Antworten auf die Corona-Krise zu geben«. Er sprach von einem »klassischen Konjunkturprogramm«, das »auf einfache Weise« umgesetzt werde. Georg Osenstätter (Initiative Traunstein) sprach sich dafür aus, die Gutscheine schnell auszugeben – was nun auch so erfolgen soll.

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