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Einen 25 000 Quadratmeter großen Bereich (grün markiert) an der Hochstraße will die BHT Projekt GmbH & Co. KG entwickeln. (Repro: BHT Projekt GmbH & Co. KG)

Neues Stadtviertel mit 150 Wohnungen – Projektentwicklungsgesellschaft überplant 25.000 Quadratmeter großen Bereich in Haslach

Traunstein – Wenn Georg Brüderl seine Pläne verwirklicht, dann entsteht in Traunstein ein neues, kleines Stadtviertel. Auf rund 25.000 Quadratmetern an der Hochstraße in Haslach will der Chef der BHT Projekt GmbH & Co. KG in Traunreut, wie er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt erläutert, die alten Gebäude abreißen und dann neue Häuser bauen. Für alle sozialen Gruppen und Altersstufen möchte er Wohnungen schaffen, kleinen und mittelständischen Betrieben Quartiere anbieten und alles dann mit vielen Grünanlagen versehen. Brüderl nennt das Projekt »Parkquartier Traunstein«. Und er macht kein Hehl daraus, dass das Vorhaben in den nächsten Jahren eine »gewaltige Summe« verschlingen werde – »wohl mehr als 100 Millionen Euro«.


In Haslach haben es die Spatzen in den vergangenen Wochen und Monaten schon von den Dächern gepfiffen: Brüderl hat von der Familie Büchele 25 000 Quadratmeter gekauft. Geld sei zwar noch nicht geflossen, sagt der Chef der Brüderl Hochstraße Traunstein (BHT) Projekt GmbH Co. & KG, die die Sache in die Hand genommen hat. Und offen lässt er, welche Summe im Raum steht. Doch die Übernahme sei schon beschlossene Sache. Der Kauf werde letztlich dann in Euro und Cent »umsetzbar«, wenn die GmbH Baurecht bekomme – wovon sie aber noch weit entfernt ist.

Geschäfte bleiben offen

Auch machten zuletzt Gerüchte die Runde, dass die Geschäfte, die auf den 25 000 Quadratmetern angesiedelt sind – insbesondere das Gartencenter Büchele und der Biomarkt Chiemgau – nach dem Verkauf der Fläche nun schließen. Diesen Gerüchten jedoch tritt Brüderl entschieden entgegen. Sie seien völlig aus der Luft gegriffen, ganz im Gegenteil betont er: »Die Geschäfte bleiben offen.« Brüderl: »Wir haben mit allen gesprochen. Jeder, der will, kann bleiben. Wir haben niemanden vor die Tür gesetzt.«

Dem neuen Eigentümer sind die Hände gebunden. Schließlich bestehen Mietverträge, die auch nach dem Kauf der Fläche samt Häusern ihre Gültigkeit besitzen. Und so finden die Betriebe, die bislang auf den 25.000 Quadratmetern angesiedelt sind, laut Brüderl in der Planung für das »Parkquartier Traunstein« eine Berücksichtigung. So werde ihnen auch künftig eine Unterkunft angeboten. »Wenn sie wollen, dann bekommen sie einen Platz in den neuen Gebäuden.«

Auf Hochtouren laufen die Planungen. Auch und gerade die Abstimmung mit der Stadt Traunstein sucht die Projektentwicklungsgesellschaft in diesen Wochen und Monaten, schließlich stellt niemand anderer als die Verwaltung im Rathaus die Baugenehmigung aus, die sie für die Verwirklichung ihres Vorhabens benötigt. Gespräche laufen, erste Entwürfe für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan entstehen. Noch ist alles in der Vorbereitung, den Startschuss für das Bauleitverfahren hat der Stadtrat zu geben.

Seines Zeichens Architekt hat Georg Brüderl schon Pläne gezeichnet – in seinem Kopf hat das »Parkquartier Traunstein« schon Gestalt angenommen. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Stadt beschreibt er das Projekt alsdann auch in groben Zügen. Zunächst einmal denkt er daran, alle sechs Gebäude, die sich auf der 25.000 Quadratmeter großen Fläche befinden, abzureißen. »Neben der Parkplatzwüste stehen total marode Gebäude, die eine energetische Katastrophe sind und sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben lassen.« Und weiter: Die »Lebenszeit« dieser in den 70er und 80er Jahren errichteten Gebäude sei »abgelaufen«. Und wenn sie dann abgebrochen sind, sei die Grundlage gegeben, ganz neu anzufangen.

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Ein »Parkquartier Traunstein« ist in Haslach in einem Bereich an der Hochstraße (ein Teil ist auf unserem Bild zu sehen) geplant. (Foto: Pültz)

»Wir geben der Fläche eine neue Chance«, sagt der Projektentwickler und Architekt. Und im gleichen Atemzug betont er dann auch, dass er längst nicht nur Gebäude errichten will. »Wir wollen die Fläche auch richtig grün machen.« So steht für Georg Brüderl, wie er weiter sagt, außer Frage, die Gebote der Nachhaltigkeit zu beachten. Unter anderem will er die bestehende »Parkplatzwüste« beseitigen und sie dahingehend auflösen, dass er sämtliche Stellplätze für Autos künftig unterirdisch in einer Tiefgarage darstellt.

Die Projektentwicklungsgesellschaft verfolge, wie ihr Chef sagt, ein »gesellschaftsprägendes Konzept«. So sei sie bestrebt, Ökonomie und Ökologie miteinander zu verbinden. Und nicht zuletzt sehe sie sich aber auch in einer sozialen Verantwortung. »Wir wollen, soweit möglich, sozial verträglich bauen.«

Das Bauen steht dann auch im Mittelpunkt des Projektes. So will die BHT Projekt GmbH Co. & KG insbesondere in den Häusern, die sie auf der Fläche errichtet, insgesamt rund 150 Wohnungen schaffen – für alle sozialen Gruppen und für alle Generationen. Um die Wohnqualität noch einmal zu steigern, denkt der Chef der GmbH Co. & KG nicht zuletzt auch daran, eine Kindertagesstätte und einen Kindergarten zu errichten. Vor allem den Einheimischen möchte er diese Wohnungen zukommen lassen. Und so schwebt ihm dann auch vor, 80 Prozent der Wohnungen für Bürger aus Traunstein zu reservieren.

Der Architekt sieht im »Parkquartier Traunstein« aber nicht nur ein Wohn-, sondern auch ein Gewerbegebiet. So möchte er kleinen und mittelständischen Betrieben einen »attraktiven Standort« bieten – wohl gemerkt kleinen und mittelständischen, damit also keinen großen Unternehmen. So ist ihm ein Schlosser oder Schreiner viel lieber als etwa ein Lebensmittelkonzern.

Grober Zeitplanbereits ausgearbeitet

Auch wenn die Abstimmung mit der Stadt noch längst nicht vollendet ist – ein Zeitplan, der zumindest schon einmal in groben Zügen ausgearbeitet ist, liegt bereits in Brüderls Schublade. So hofft der Projektentwickler, dass die GmbH im nächsten Jahr Baurecht bekommt und dann an die Verwirklichung ihres Vorhabens gehen kann, das sie in vier Bauabschnitte aufgeteilt hat. Der Erste läuft voraussichtlich in den Jahren 2023 und 2024. Und das neue Stadtviertel in Haslach wird dann schließlich 2028 fertig sein – wenn alles nach Wunsch klappt.

Gernot Pültz

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