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Stadtwerke investieren über 10 Millionen Euro: Darlehen notwendig

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Die Stadtwerke Traunreut werden im nächsten Jahr wieder 10,5 Millionen Euro investieren. (Archivfoto: Rasch)

Traunreut – Rund 10,5 Millionen Euro werden die Stadtwerke Traunreut im kommenden Wirtschaftsjahr in ihre Betriebszweige investieren: Laut Wirtschaftsplan zwei Millionen Euro in die Wasserversorgung, 1,8 Millionen Euro in die Abwasserentsorgung, 725.000 Euro in die Wärmeversorgung und 2,4 Millionen in das Franz-Haberlander-Freibad und in die Doppelturnhalle.


Weitere 3,7 Millionen Euro müssen für die Beteiligung am Strom- und Gasnetz bereitgestellt werden. Um die geplanten Investitionen finanzieren zu können, muss ein Darlehen von rund 2,5 Millionen aufgenommen werden. Der Wirtschaftsplan 2020 wurde vom Werkausschuss einstimmig beschlossen, muss aber noch vom Stadtrat abgesegnet werden.

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Zu den bedeutendsten Investitionen im Geschäftsjahr 2020 zählen die Erschließung des Baugebiets Stocket sowie die Erneuerung der Wasserversorgungsleitungen im Bereich der Geretsrieder, Neutraublinger, Waldkraiburger, Burghausener und Neugablonzer Straße.

Ebenfalls erneuert wird die Wasserversorgungsleitung in Stein zwischen dem Birkenweg und der Fabrikstraße. In der Traunreuter Kläranlage wird, wie berichtet, das ältere der beiden Blockheizkraftwerke durch eine neue Anlage mit einer höheren Leistung ersetzt. Bei den Investitionen ist auch noch ein Teil der Kosten zu berücksichtigen, der durch die laufende Sanierung des Freibads fällig werden.

Weiter teilen die Stadtwerke mit, dass im nächsten Jahr das Ergebnis der Machbarkeitsstudie »Wärmenetze 4.0« erwartet werde. Ziel dieser Studie ist die Bereitstellung von Wärme zu möglichst geringen Kosten und mit geringstmöglichen Emissionen bei einem hohen Anteil erneuerbarer Energien, um damit langfristig dazu beizutragen, die europäischen Klimaschutzziele zu erreichten.

Bei den Trink- und Abwassergebühren wurde die ab Januar nächsten Jahres beschlossene Erhöhung der Trinkwassergebühren um sieben Prozent pro Kubikmeter bereits berücksichtigt. Die Stadtwerke rechnen mit einer Trinkwasserabnahme von 1,2 Millionen Kubikmeter. Bei einer Verbrauchsgebühr von 1,49 Euro pro Kubikmeter und einer Grundgebühr, die sich nach dem Nenndurchfluss der jeweils eingebauten Wasserzähler bemisst und bei einem Standardzähler mit 2,5 Kubikmeter monatlich 7,53 Euro beträgt, können die Betriebskosten der Wasserversorgung gedeckt werden.

Die verrechnete Abwasser-Einleitungsmenge wird auf 1,1 Millionen Kubikmeter geschätzt. Die Gebührensätze betragen hier seit 2017 für Mischwasser 2,44 Euro und für Schmutzwasser 2,23 Euro pro Kubikmeter. Beim Wärmeabsatz, der witterungsbedingten Schwankungen unterworfen ist, rechnet man mit 42,5 Millionen Kilowattstunden. 2018 betrug die Wärmeabgabe 41 Millionen Kilowattstunden.

Aus dem Wasser- und Wärmeverkauf sowie aus der Abwasserbehandlung sind Umsatzerlöse von insgesamt 7,8 Millionen Euro eingeplant. 2018 lag hier das Ergebnis bei 8,4 Millionen Euro.

Bei den Betriebsausgaben rechnet man bei der Wasserversorgung mit zwei Millionen Euro, bei der Abwasserentsorgung mit 3,1 Millionen Euro und bei der Wärmeversorgung mit 3,3 Millionen Euro. Nach Angaben von Werkleiter Frank Wachsmut ist im nächsten Jahr geplant, die Fernwärmekalkulation überprüfen zu lassen. Martin Czpan (Grüne) hatte mögliche Fördergelder ins Spiel gebracht, die jetzt neben den Erfahrungen, die man aus der Geothermie gewinnen konnte, gegebenenfalls neu strukturiert werden sollen.

Bei den Personalkosten wurden 2,29 Millionen Euro veranschlagt, zuzüglich 77.450 Euro für sonstigen Personalaufwand wie Dienstkleidung, Fortbildung oder Reisekosten. Im laufenden Haushaltsjahr liegt der Personalkostenansatz bei 2,4 Millionen Euro.

Nach den vorläufigen Berechnungen können die Darlehen bei Kreditinstituten voraussichtlich mit 685.900 Euro getilgt werden. Durch eine neuerliche Kreditaufnahme von 2,5 Millionen Euro, die hauptsächlich auf die Beteiligungen am Strom- und Gasnetz zurückzuführen ist, wird sich der Schuldenstand von 4,8 Millionen auf 6,6 Millionen erhöhen.

Obwohl die Stadt für die Netzbeteiligungen (Gas und Strom) jeweils eine Einlage von 40 Prozent leistet und weitere 3,7 Millionen Euro als Einlage für das Frei- und Hallenbad leistet, reichen die Eigenmittel der Stadtwerke in Höhe von rund fünf Millionen Euro nicht aus, um die geplanten Investitionen zu finanzieren. Inklusiv der geplanten Darlehenstilgung belaufen sich die Investitionen auf 11,27 Millionen Euro, weshalb die Kreditaufnahme von rund 2,5 Millionen erforderlich ist.

Nach den aktuellen Hochrechnungen wird der Erfolgsplan mit 8,73 Millionen Euro abschließen. Der Aufwand wird bei 9,7 Millionen Euro liegen. Der Vermögensplan wird in Einnahmen und Ausgaben mit jeweils 8,78 Millionen Euro abschließen. ga

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