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Stadtrat gibt »grünes Licht« für k1-Herbstprogramm

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Traunreut: Stadtrat gibt »grünes Licht« für k1-Herbstprogramm
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Ab September wird der Kulturbetrieb im Traunreuter k1 wieder langsam hochgefahren. Das k1-Team – Sabine Schmidts (von links), Claudia Günther, Anke Hellmann, Milena Grafetstätter und Daniel Wallner – freut sich auf die Besucher. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die Corona-Krise trifft nicht nur die Künstler, die von den Einnahmen durch Live-Auftritte leben. Auch die Veranstalter und Veranstaltungszentren, wie das k1 in Traunreut, leben von diesen Geldern. Seit Beginn der Pandemie musste das k1 harte Einschnitte verkraften. Veranstaltungen mussten abgesagt oder verschoben werden.


Über die Höhe des bisher entstandenen Defizits wurden in der Stadtratssitzung, in der trotz finanzieller Schieflage »grünes Licht« für das Herbstprogramm gegeben wurde, keine Angaben gemacht. Ab September soll der Kulturbetrieb wieder langsam hochgefahren werden.

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Da das k1 eine städtische Einrichtung ist und als Kulturbetrieb zu den sogenannten »freiwilligen Leistungen« zählt, bei denen naturgemäß in finanziell schwierigen Zeiten wie diesen als erstes der Rotstift angesetzt wird, sollte nach Auffassung der Kämmerei das Programm im k1 genau abgewogen und auf Veranstaltungen verzichtet werden, die ein hohes Risikopotenzial bergen.

Die Kämmerei warnte auch davor, Verträge mit Künstlern und Agenturen abzuschließen, die Regressforderungen für die Stadt verursachen könnten. Wie berichtet, hatte sich bereits der Kulturausschuss der Empfehlung der Kämmerei angelehnt und beschlossen, dass das k1 im Rahmen der im laufenden Haushalt genehmigten finanziellen Mittel mit der Planung des Kulturprogramms zwar fortfahren dürfe, mit dem Mitteleinsatz aber sparsam umgehen und finanzielle Risiken vermeiden soll.

Die Empfehlung des Kulturausschusses, der ein Antrag der Leiterin des k1, Anke Hellmann, vorausgegangen war, wurde jetzt auch vom Stadtrat mitgetragen. Um auf Nummer sicher zu gehen forderte Sepp Winkler (Bürgerliste) den Beschluss dahin gehend zu ergänzen, dass jede Veranstaltungsvergabe vom Bürgermeister und der Kämmerei abzusegnen ist. Der Antrag von Winkler wurde einstimmig mitgetragen.

Nach Angaben von Anke Hellmann habe das k1-Team die Zeit seit dem »Shutdown« am 13. März für Renovierungs- und Verschönerungsmaßnahmen am und im Veranstaltungsgebäude genutzt. Auch die Rückabwicklung der Tickets musste vorgenommen werden. Ferner sei man stets bestrebt gewesen, mit den Agenturen und Künstlern intensiven Kontakt zu halten. In den Gesprächen sei deutlich geworden, dass die Kulturszene aufgrund der Pandemie definitiv existenzbedrohend sei und die Veranstaltungsbranche am Boden liege.

Im k1 soll ab September der Kulturbetrieb wieder aufgenommen werden, allerdings unter anderen Rahmenbedingungen und unter Einhaltung eines entsprechenden Hygienekonzepts. Derzeit sieht es so aus, dass im Studiotheater wenig bis keine Kulturveranstaltungen stattfinden können. Auch im Saal wird aufgrund des Mindestabstands mit weniger Plätzen zu rechnen sein. Maximal geht man von 130 Plätzen aus. Auftritte von Solokünstlern oder kleinen Künstlergruppen können durchgeführt werden.

Wegfallen könnten aufgrund des aktuellen Sicherheitsstandards Veranstaltungen mit einem Publikum aus vorwiegend risikobehafteten Besuchern, wie zum Beispiel der Hoagart »Bei uns dahoam«, aber auch Tanzveranstaltungen wie der Silvesterball. Die aus dem Frühjahr/Sommerprogramm verschobenen Veranstaltungen müssen unter Umständen abgesagt werden, weil die Anzahl der verkauften Tickets die dann zulässige Besucherzahl überschreitet. In solchen Fällen könnte eine Zweit- oder Dritt-Veranstaltung am gleichen Tag oder eine Terminverschiebung greifen. Diverse Agenturen oder Künstler hätten hierzu bereits ihre Bereitschaft signalisiert.

Sollten Kinderveranstaltungen nicht stattfinden können, prüft das k1 die Möglichkeit, ersatzweise ein Kinderkino anzubieten. Das k1 schlägt auch vor, auf das bisherige Format des Kinderabonnements zu verzichten, zumal es kein verbindliches Angebot an kindergeeigneten Gastspielen zwischen September und Juli 2021 geben werde. Um den Familien auch in Zukunft günstig und flexibel eine Teilhabe an kultureller Bildung zu ermöglichen, sollen die bisher gültigen Rabattierungen sowie die weiteren Vorteile (Wahlabonnement) von 10 auf 20 Prozent Preisermäßigung ab drei beziehungsweise fünf Tickets auch auf Kinderveranstaltungen übertragen werden.

Die Ticketpreise sollen nicht erhöht werden. Höhere Ticketpreise oder eine Abschaffung des Rabattsystems würden nach Auffassung der k1-Leitung zum Kundenverlust führen und die Wege der kulturellen Teilnahme verschließen. Weiter heißt es, dass die Nachfrage, den großen Saal zu mieten, sehr stark gestiegen sei. Dies biete dem k1 nicht nur die Chance, Einnahmen zu generieren, sondern auch nachhaltig neue Kunden zu gewinnen. ga


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