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Erneutes Verkehrsgutachten gerechtfertigt?

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Im Rahmen eines Gesamtverkehrskonzeptes der Stadt Traunreut soll nach Auffassung des Stadtrats auch eine Parkraumerhebung durchgeführt werden. In der Regel wird dabei vor allem der Bedarf von öffentlichen Stellplätzen untersucht. (Foto: Rasch)

Traunreut – Um den Stadtrat was an die Hand zu geben und Hilfestellung in Verkehrsfragen zu leisten, lässt Traunreut für das gesamte Stadtgebiet von einer Ingenieurgesellschaft für Straßenverkehr ein Verkehrskonzept entwickeln. Ein bereits genehmigter Leistungskatalog soll jetzt um einige Untersuchungen erweitert werden:


Neben zusätzlicher Knotenpunkt-Verkehrszählungen und einer Verkehrsbefragung sollen auch eine Parkraumerhebung durchgeführt und eine Verkehrsprognose bis 2035 erstellt werden. Der Verkehrsausschuss hatte diese zusätzlichen Leistungen, die mit nicht unerheblichen Kosten verbunden sind, dem Stadtrat einstimmig empfohlen. In der jüngsten Stadtratssitzung wurde die Empfehlung des zusätzlichen Vertragsvolumens zwar mitgetragen, aber auch kontrovers diskutiert.

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Josef Winkler (Bürgerliste) vertritt grundsätzlich die Ansicht, dass ein Verkehrsgutachten zum jetzigen Zeitpunkt nicht zwingend notwendig ist. Deshalb forderte er, die weiteren Entscheidungen bis zu den Haushaltsberatungen 2021 zurückzustellen. Er erinnerte daran, dass in der Vergangenheit schon eine Reihe von Verkehrsgutachten erstellt worden seien, die dann in der Schublade verschwunden seien.

Aus seiner Sicht stehe konkret nichts an, was ein erneutes Gutachten rechtfertigen würde: »Es besteht kein Zwang und auch keine Eile«, betonte Winkler. Sein Fraktionskollege, Verkehrsreferent Roger Gorzel, vertrat die Meinung, das Verkehrskonzept aufgrund der städtischen Finanzlage nach hinten zu schieben. Gorzel wollte auch wissen, ob mit dem Arbeitskreis »Verkehr«, der bereits ein Radwegkonzept erarbeitet habe, schon Gespräche geführt worden seien. Außerdem wollte er eine Antwort darauf, wie hoch das bis jetzt beauftragte Preisvolumen ohne die zusätzlichen Untersuchungen ist.

Nach Angaben von Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann sei bei der Beauftragung der Ingenieurgesellschaft gleichzeitig ein Betrag von 50.000 Euro beschlossen worden. Der Vertreter des Planungsbüros, Benedikt Bracher, bestätige, dass das Radwegkonzept des Arbeitskreises »Verkehr« in die Untersuchungen mit einfließen werde. Laut Bracher sollen die Verkehrserhebungen frühestes nach Pfingsten 2021 an einem repräsentativen Arbeitstag außerhalb der Schulferien durchgeführt werden.

Auf Nachfrage von Andrea Haslwanter (CSU) erklärte Bracher, dass bei der Parkraumerhebung in der Regel nur die öffentlichen Stellplätze überprüft werden. Martin Czepan (Grüne) regte an, bei den Untersuchungen auch Einfluss auf das ÖPNV-Konzepts des Landkreises Traunstein Einfluss zu nehmen. Auch Firmen und Geschäfte sollten bei den Befragungen nicht außer Acht gelassen werden: »Wir sollten nicht nur aufs Auto schauen, sondern auch auf die Fuß- und Radwege«, forderte Czepan. Die Intension, die Firmen mit ins Boot zu nehmen, sei aus Datenschutzgründen nur bedingt möglich, sagte Bracher.

Als Vertreter der Freien Wähler, die den Anstoß für die Erstellung eines Gesamtverkehrskonzept gegeben haben, forderte Fraktionsvorsitzender Konrad Unterstein, die zusätzlichen Maßnahmen zu beschließen: »Wir führen viele Verkehrsdebatten und das Konzept soll eine zukünftige Hilfestellung für unsere Entscheidung sein«, so Unterstein. Sein Fraktionskollege Matthias Bauregger sowie Bernhard Seitlinger (CSU) und Oliver Krogloth (AfD) pflichteten ihm bei. ga


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