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Drei Häuser mit 16 Wohneinheiten

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Eine Augenweide ist das Grundstück am Keplerweg im Moment nicht. Auf dem Grundstück sollen jetzt anstatt vier Boarding-Häusern drei Wohnhäuser mit 16 Wohneinheiten gebaut werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Das ursprünglich am Keplerweg in Traunreut geplante Boardinghaus-Projekt soll nicht mehr weiterverfolgt werden. Stattdessen sollen auf dem Grundstück drei Einzelhäuser mit insgesamt 16 Wohneinheiten entstehen. Der Bauherr, die Seidl-Projektentwicklung, hat dazu in der Stadtverwaltung eine Bebauungsplanänderung eingereicht, die nun vom Bauausschuss behandelt und bei einer Gegenstimme beschlossen wurde. Nach Angaben des zuständigen Architekten, Martin Jobst, sei die Planänderung auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen. Jobst, der in der Sitzung per Video-Chat zugeschaltet war, stellte die neue Planung vor.


Wie mehrfach berichtet, hatten die Anlieger gegen die Pläne eines Boardinghaus-Projekts in einer der ältesten Wohnsiedlungen am südlichen Stadtrand von Traunreut heftig protestiert. Sie befürchteten eine Zunahme des Verkehrs, dem die Infrastruktur nicht gewachsen wäre. Außerdem hätte sich ihrer Ansicht nach das Projekt durch einen damit verbundenen, stetigen Mieterwechsel nicht mit dem Wohncharakter in der Siedlung vertragen. Die 20 Appartements sollten vor allem an Mitarbeiter von Firmen für eine bestimmte Zeit vermietet werden.

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Die jetzige Planung, die eine Änderung des Bebauungsplans »Gebiet zwischen Traunring-Süd-Ost, Keplerweg und Kopernikusstraße« erforderlich macht, sieht drei Einzelhäuser mit drei Vollgeschoßen vor. Ein Haus mit den Maßen 16,50 mal 14,50 Meter und die weiteren zwei Häuser mit je 14,50 mal 14,50 Meter. Alle Häuser sollen ein zurückgesetztes, sogenanntes Laternengeschoß mit Zeltdach erhalten. Die maximale Wandhöhe wird sich im Vergleich zu den bisherigen Festsetzungen von 6,30 auf 7,20 Meter erhöhen und die Dachneigung von 37 auf 12 Grad verringern. An je einer Seite des Hauptkörpers sind in allen Geschoßen Balkone mit einer Breite von rund fünf Meter geplant und an zwei Gebäudeseiten sollen Erker mit einer maximalen Breite von 4,80 Meter und einer Tiefe von einem Meter entstehen. Während sich die Grundflächenzahl (GRZ) von 0,49 auf 0,48 leicht verringert, erhöht sich die Geschoßflächenzahl (GFZ) durch die Laternen-Vollgeschoße von 0,50 auf 0,83.

Laut der städtischen Stellplatzsatzung muss der Bauherr 25 Stellplätze nachweisen. 24 Stellplätze werden laut Bauherr in einer Tiefgarage nachgewiesen und vier oberirdisch. Wie es hieß, werde die Tiefgaragen-Zu- und -Ausfahrt entgegen den ursprünglichen Boardinghaus-Projekt-Plänen etwas versetzt und rückt jetzt an die Abzweigung in die Sonnenstraße heran.

Nach Angaben der Verwaltung sei die beabsichtigte Nutzung in dem allgemeinen Wohngebiet grundsätzlich zulässig. Deshalb schlug sie dem Bauausschuss auch vor, der Änderung des Bebauungsplans zuzustimmen. Mit Ausnahme von Michael Mollner (LiZ) stimmte der Ausschuss dem Vorschlag zu. Die Empfehlung des Bauausschusses muss jetzt noch vom Stadtrat am kommenden Donnerstag abgesegnet werden.

Nach Ansicht von Mollner würde sich auch die neue Planung nicht mit dem Charakter der Wohnsiedlung vertragen. »Verdichtung ja, aber die Bebauung auf diesem Areal ist aus meiner Sicht viel zu massiv und viel zu dicht«, kritisierte Mollner. Durch die Anzahl der Wohnungen würde sich im Vergleich zu den Boarding-Häusern das Verkehrsaufkommen noch mehr erhöhen, warnte er. Die Bebauung auf ein geringeres Maß zurückzufahren, wie Sepp Winkler (Bürgerliste) anregte, wäre aufgrund des bestehenden, rechtskräftigen Bebauungsplans nicht möglich, sagte Bürgermeister Hans-Peter Dangschat (CSU). Die Stadt könnte dafür haftbar gemacht werden. Er sehe entgegen der ursprünglichen Pläne durch die Verlegung der Zu- und Ausfahrt der Tiefgarage eine deutliche Verbesserung, so das Stadtoberhaupt. Wie Winkler weiter erklärte, könne mit der jetzigen Planung einiges verbessert werden, was die Proteste der Anlieger betreffe. Paul Obermeier (FW) begrüßte vor allem, dass der Bauraum effektiv ausgenutzt werde: »Es freut mich, dass ein erhöhtes Dachgeschoß errichtet wird«, so Obermeier.

Wann das brachliegende Grundstück bebaut werden soll, darüber wurden keine Aussagen getroffen. Ebenfalls nicht erwähnt wurde, ob die Wohnungen verkauft oder vermietet werden.

ga


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