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Ausbau der Straße Haßmoning-Pattenham noch nicht in Sicht

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Vom westlichen Ortsausgang in Haßmoning bis nach Pattenham sollte ursprünglich im nächsten Jahr der weitere Ausbau der Gemeindestraße erfolgen. Bis jetzt wurden aber noch keine Grundstücksverhandlungen mit den Grundeigentümern geführt. (Foto: Rasch)

Traunreut – Für den im Jahr 2021 geplanten zweiten Bauabschnitt der Gemeindestraße zwischen Haßmoning und Pattenham stehen weder die Grundstücke zur Verfügung noch liegt eine konkrete Planung vor. Die angespannte Haushaltslage auf Grund der Corona-Krise beeinflusst zudem das Vorhaben.


Deshalb glaubt Stadtrat Bernhard Seitlinger (CSU) nicht daran, dass der für nächstes Jahr geplante Ausbau auch realisiert werden kann. »Ich halte einen Baubeginn im nächsten Jahr für vollkommen utopisch«, sagte Seitlinger in der Sitzung des Verkehrsausschusses.

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Der frühere Verkehrsreferent hatte in der Stadtverwaltung einen Antrag mit mehreren Fragen eingereicht und sie aufgefordert, bis zur Verkehrsausschusssitzung dazu Stellung zu beziehen. Unter anderem ging es bei den Fragen um den Stand der Grundstücksverhandlungen und darum, ob aufgrund der finanziellen Lage eine Verschiebung des Ausbaus, wenn ja, in welchem Zeitraum vorgesehen ist.

Außerdem wollte Seitlinger wissen, wie hoch aktuell der zeitliche und finanzielle Aufwand ist, die marode Straße zwischen Haßmoning und Pattenham in einen einigermaßen verkehrstauglichen Zustand zu halten, und ob, wie im ersten Bauabschnitt, auch ein abgesetzter Radweg mit eingeplant wird.

Auf die Frage, inwieweit mit der Nachbargemeinde Seeon-Seebruck – Pattenham liegt auf ihrem Gebiet – wegen der Planungen Kontakt aufgenommen wurde, erklärte Bürgermeister Hans-Peter Dangschat, dass er zeitnah das Gespräch mit dem Seeon-Seebrucker Bürgermeister Martin Bartlweber suchen werde. Nach Angaben der Verwaltung habe der Traunreuter Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann mit dem damaligen Bürgermeister Bernd Ruth in dieser Angelegenheit ein Telefonat geführt. Eine konkrete Abstimmung mit der Nachbargemeinde gebe es aber noch nicht.

Für Verkehrsreferent Roger Gorzel (Bürgerliste) ist es wichtig, den Kontakt zur Nachbargemeinde so schnell wie möglich aufzunehmen, um auch festzustellen, was die Gemeinde Seeon-Seebruck plant. Das Ausbauteilstück auf Traunreuter Gemeindegebiet endet unmittelbar vor Pattenham an der Gemeindegrenze Seeon-Seebruck. Die Gemeindestraße führt von dort weiter bis nach Truchtlaching. »Wir sollten schleunigst mit der Nachbargemeinde Kontakt aufnehmen und auch beim zweiten Bauabschnitt Gas geben«, forderte Gorzel.

Ähnlich hatte sich auch Dangschat bei der Einweihung des ersten Ausbauteilstücks zwischen Hörpolding und Haßmoning ausgedrückt: »Ich werde mich dafür einsetzen, damit uns die Straße und der Radweg zum Schwimmen an die Alz trägt«, versprach das Traunreuter Stadtoberhaupt noch vor wenigen Monaten.

Wie viel Wasser bis zur Umsetzung des zweiten Bauabschnittes noch die Alz hinunterfließen wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt auch wegen der finanziellen Lage noch nicht festmachen. Nach Angaben der Verwaltung sind bis jetzt noch keine konkreten Grundstücksverhandlungen durchgeführt worden. Diese sollten auf Anweisung des damaligen Bürgermeisters Klaus Ritter erst nach dem baulichen Abschluss des ersten Bauabschnittes erfolgen. Es gebe derzeit eine Vorentwurfsplanung aus dem Jahr 2017, die eine Ausführung wie im ersten Bauabschnitt Hörpolding-Haßmoning mit baulich abgesetztem Geh- und Radweg beinhalte, teilte Gätzschmann mit.

Den Vorwurf von Seitlinger, dass bis dato keine Grundstücksverhandlungen geführt wurden, wies Paul Obermeier (FW) entschieden zurück: »Es wurde mit allen Grundstücksbesitzern gesprochen«, verteidigte Obermeier den Ex-Bürgermeister. In konkrete Verhandlungen könne man aber erst eintreten, wenn eine konkrete Planung vorliege. Obermeier mutmaßte auch, dass die Grundeigentümer nicht bereit sein werden, für einen Geh- und Radweg, den er persönlich für überflüssig hält, Grund abzutreten. Die Bauern würden dafür keinen Grund hergeben, weil die Grundeigentümer in Haßmoning für einen innerörtlichen Gehweg auch keinen Grund abgegeben hätten, so Obermeier.

Der finanzielle Aufwand zur Instandhaltung der maroden Straße hält sich nach Angaben der Verwaltung in Grenzen. Von Januar bis August seien interne Bauhofkosten in Höhe von rund 4900 Euro angefallen und für den Bankett-Einbau externe Kosten von rund 2400 Euro. Nach den Beobachtungen von Bernhard Seitlinger ist das Kiesbett stark ausgewaschen und der Höhenabstand zur Asphaltdecke teilweise gefährlich hoch.

Der Ausbau der Straße zwischen Hörpolding und Haßmoning mit Geh- und Radweg wird allgemein gelobt. Der rund 1,3 Kilometer lange Straßenabschnitt, der nach rund fünf monatiger Bauzeit seit Juli dieses Jahres wieder befahrbar ist, wurde für rund 1,2 Millionen Euro saniert.

Die Gemeindestraße, die auf 70 km/h beschränkt ist, wurde auf 6,50 Meter ausgebaut. Inklusive Geh- und Radweg, Grünstreifen und Bankett liegt die Gesamtausbaubreite bei knapp 12 Metern. ga


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