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Archäologischer Rundweg wird neu belebt

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Das Motto des Archäologischen Rundwegs »Geschichte zum Anfassen« soll jetzt intensiviert werden, indem der Geschichtsweg noch attraktiver gemacht wird. Einige Repliken hatte Matthias Ziereis von der Touristinformation dem Gemeinderat zum Anfassen mitgebracht. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Die große Chance, die Gemeinde Seeon-Seebruck und ihre Geschichte auch für den Tourismus noch greifbarer zu machen, rückt jetzt in ebenso greifbare Nähe. Der Gemeinderat billigte einstimmig Gelder, die für erste Maßnahmen als Teil des Projekts »Römerregion Chiemsee« eingesetzt werden sollen. Das Römerregion-Chiemsee-Projekt, an dem sich die Gemeinde Seeon-Seebruck als eine der bekanntesten Römergemeinden am Chiemsee beteiligt, war vor rund einem Jahr von der Gemeinde Bernau angestoßen worden.


Mehrere Gemeinden haben sich dem Projekt angeschlossen, dessen Maßnahmen mit Geldern aus dem EU-Förderprogramm »Leader« mit bis zu 60 Prozent bezuschusst werden. Diese maximale Förderung ist für den Seeon-Seebrucker Gemeinderat auch Voraussetzung, dass die Gemeindemittel fließen. Mit dem Archäologischen Rundweg verfügt die Gemeinde über einen großen Schatz, der mittlerweile allerdings schon etwas in die Jahre gekommen ist.

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Durch erste Maßnahmen soll der über 27 Kilometer lange Geschichtsweg, der durch das ganze Gemeindegebiet führt, jetzt noch attraktiver gemacht werden. Der Gemeinde-»Römer« Matthias Ziereis und sein Team in der Touristinformation haben bereits ein Konzept mit einer Kostenberechnung zusammengestellt und jetzt dem Gemeinderat vorgestellt. »Wir wollen versuchen, den Rundweg für Einheimische und Gäste noch interessanter zu machen«, sagte Ziereis. Mit Nachbildungen wie beispielsweise Halsreifen, Schmuck und Kettenhemden oder mit lebensgroßen Stahlsilhouetten von historischen Figuren sollen die jeweiligen Stationen bereichert werden. Die Silhouetten werden aller Voraussicht in Cortenstahl ausgeführt, einer speziellen Stahl-Art, die nach einigen Wochen, in der sie der Witterung ausgesetzt ist, eine besondere Patina entwickelt, die den Stahl vor Durchrostung schützt.

Um vor allem die Kinder für die Geschichte zu begeistern, sollen die Informationstafeln kindgerechter gestaltet werden. In Arbeit sind auch neue Flyer für die Bewerbung des Rundwegs und die wissenschaftliche Dokumentation der Römersteine, die sich am Vorplatz des Römermuseums in Seebruck befinden. Neu angeschafft werden soll auch ein Audio-Guide, außerdem soll ein römischer Kräutergarten angelegt werden. Für diese Maßnahmen wurde eine Summe von rund 90 000 Euro errechnet. Abzüglich der Förderung – man geht von einer Maximalförderung in Höhe von 60 Prozent aus – verbleiben für die Gemeinde 36 000 Euro. Außerdem werden circa 4000 Euro für die Teilnahme an der »Römerregion«, dem sogenannten Modul 2, fällig. Auch hier geht man von einer 60-prozentigen »Leader«-Förderung aus.

Ziereis konnte mit seinen Ideen, die noch heuer umgesetzt werden sollen, beim Gremium punkten. Seine Vorschläge, die »Geschichte zum Anfassen« zu intensivieren, stießen auf allgemeine Zustimmung. »Die Summe ist schon erschreckend, aber das Projekt ist sinnvoll, um den Rundweg wieder am Laufen zu halten«, sagte die 2. Bürgermeisterin Martha Gruber (FW). »Ein großes Lob an Matthias«, fügte Sabine Pfaffenzeller (FW) unter Applaus des Gremiums an.

Nach Angaben der Verwaltung laufen parallel Maßnahmen zur Ertüchtigung des Archäologischen Rundwegs, die nicht durch   »Leader« gefördert werden können. Dabei handelt es sich unter anderem um Weginstandsetzungen, Nachbeschilderungen oder um die Dacheindeckung des Wohnhauses im Keltengehöfft in Stöffling und nicht zuletzt um die Renovierung der Darre an der Römerstraße in Seebruck. Einige Maßnahmen seien bereits erledigt oder schon in Auftrag gegeben worden. Weiter teilte die Verwaltung mit, dass der zunächst geplante Römerspielplatz im Seebrucker Strandbad nicht im Rahmen des Römerregion-Projekts umgesetzt werde. Der Spielplatz soll im Zuge der Strandbadsanierung verwirklicht werden. ga