Kunstkreis Grassau in neuen Räumen

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Eine lebendige Ausstellung, die nicht nur die fertigen Bilder, sondern auch den Arbeitsbereich der Künstler in Szene setzte, wurde im Kunstkreis-Atelier präsentiert. (Foto: Eder)

Eigentlich sollte das Atelier des Kunstkreises Grassau bei einem »Tag der offenen Tür«, gemeinsam gestaltet mit anderen Vereinen, die im ehemaligen Katek-Gebäude ein neues Zuhause gefunden haben, präsentiert werden. Doch aufgrund der pandemischen Lage ist dies auch bis auf weiteres nicht möglich. So entschied sich der Kunstkreis nach strenger 2G-Regel seine Räume bei einer kleinen Ausstellung zu präsentieren. An beiden Tagen der Ausstellung war diese gut besucht.

Wöchentlich treffen sich die Mitglieder des Kunstkreises in ihren Atelierräumen im ehemaligen Katek-Gebäude, dort wo einst eine Werkstatt der Firma in den Scheddachhallen beheimatet war. In liebevoller und zeitintensiver Arbeit wurden die Räume umgestaltet und bieten nun den Künstlern eine inspirierende Umgebung. Jeder Künstler hat nun seinen eigenen Arbeitsbereich. Im ersten Raum, der ebenfalls zur Ausstellung von Kunstwerken genutzt wird, haben sich die Schaffenden einen kleinen, aber feinen Rückzugsort geschaffen. Dort treffen sich die Künstler zum Gedankenaustausch oder nutzen die Atmosphäre zur Recherche. Der zweite Raum ist der Arbeitsraum. Die langgezogene Wand dient als Ausstellungsfläche.

Professor Helmut Bielenski berichtete, dass er vor zwei Jahren den Kunstkreis übernommen habe. Es handle sich um eine Gruppe von Leuten, die gerne malen, zeichnen und modellieren. Meist habe man sich im Freien zum Malen getroffen und immer wieder keimte der Wunsch nach eigenen Räumen für das kreative Arbeiten auf. Als die Marktgemeinde dann 2019 das ehemalige Katek-Gebäude mit den Scheddach-Hallen kaufte, habe er bei der Gemeinde angefragt, ob der Kunstkreis hier Räume mieten könnte.

Der Marktgemeinderat konnte überzeugt werden und seit Dezember 2020 ist nun der Kunstkreis in diesen Räumen, informierte Bielenski. Diese Hallen seien in den sechziger Jahren entstanden und mit Scheddächern versehen worden. Die Belichtung sei dadurch sehr gut. Der Kunstkreis konnte sich die zwei Räume für die nächsten fünf Jahre sichern. »Das ist eine unglaublich schöne Halle«, schwärmt Bielenski und meint, dass es im ganzen Achental keinen zweiten Ort gebe, der derartige Hallen vorzuweisen habe. »Für Kunst und die Kunstszene ist dies eine schöne Lokalität«, fügt er hinzu. So könne auch einmal ein größeres Bild realisiert werden.

Sechs bis acht Kunstschaffende treffen sich wöchentlich und dabei entstand auch die Idee zur Ausstellung. Einmal im Monat werde das Atelier für Interessenten geöffnet. »Wir sind ein offener Kreis und freuen uns über jeden, der ebenfalls künstlerisch tätig werden möchte«, erklärt Bielenski. Auch möchte der Kunstkreis seine Pforten, wenn dies wieder möglich ist, weiter öffnen und denkt an Kurse und Workshops, gerne auch mit den Schulen. Vor allem unter dem sozialen Aspekt seien diese Räume ein großes Gut, meint der Architekt.

Vom Schaffensdrang der Künstler zeugten die in ihrer Art und Ausführung sehr unterschiedlichen Kunstwerke. Aquarelle, Öl- und Acrylbilder, aber auch grafische Zeichnungen gab es zu bewundern. Auch Gemeinschaftsprojekte, wie zwei experimentelle Bilder, gestaltet von Professor Bielenski gemeinsam mit Bärbel Straub, sind zu sehen. Die Freude am Malen und Gestalten war den Künstlern deutlich anzusehen. Wer gerne selbst einmal aktiv werden möchte, kann sich beim Agenda-Kunstkreis melden. Tamara Eder

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