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123 Triathlon-Starter trotzen der Schwüle

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Steffi Sanktjohanser vom TV Traunstein gewann bei den Frauen. Weitere Bilder gibt es unter www.traunsteiner-tagblatt.de im Internet. (Foto: Mergenthal)

»Los Mama!«, schrieb Sophia Koch von der Kinderlaufgruppe des SC Anger mit Kreide auf die Straße und malte ein großes Herz darunter. Diese »Schützenhilfe« powerte ihre Mama Tina Koch-Kirchner ordentlich, wie sich später herausstellen sollte. Bei heißem Sommerwetter sprangen beim 3. Höglwörther-See-Triathlon des SC Anger am Wasserfall am Höglwörther See über 120 Einzelstarter und etwas zeitversetzt die Schwimmer der zehn Staffeln ins Wasser.


Tagessieger wurden der Reischacher Josef Diensthuber vom SV Wacker und Steffi Sanktjohanser vom TV Traunstein – sie war auch im Vorjahr schnellste Frau. Erst gegen Ende der Wettkämpfe schlug das Wetter durch einen gewittrigen Schauer um.

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Am Schwimmziel, der »Gruber Eiche«, jubelten Groß und Klein den eintreffenden Schwimmern zu. Die ersten beiden, Simon Maier vom Triathlon Karlsfeld und Florian Huber vom Triathlon Grassau, trugen ein spannendes Duell aus. Vor der Wechselzone bildeten die Lauf-Kinder der Abteilung Leichtathletik des SC Anger ein Spalier.

Nach den 400 Metern Schwimmen bewältigten die Teilnehmer 20 Kilometer auf dem Rad. Über Wannersdorf ging es steil nach Steinhögl hinauf, dann auf den Högl und über Jechling und Aufham zurück nach Anger. 127 freiwillige Helfer waren im Einsatz, davon allein 72 auf der Radstrecke, inklusive der Aktiven der Feuerwehren Anger, Aufham, Piding, Teisendorf (Löschzug Rossdorf) und Ainring. Letztere stellten das Führungsfahrzeug, das den Sportlern vorausfuhr.

Als Erster fuhr Rudi Roider vom TSV Teisendorf am Dorfanger ein. Nach Umrundung des Angers ging es zu Fuß die fünf Kilometer nach Höglwörth, um den See herum und zurück – und vor allem der Rückweg hatte es aufgrund der Schwüle in sich.

Nach 1:00,42 Stunden war Josef Diensthuber im Ziel. Er war 2009, 2010 und 2011 in Anger dabei und machte nun einige Jahre Triathlon-Pause. Er war mit der besten Zeit von etwa 17:32 Minuten auch der Star beim Laufen. Beeindruckt war er vom Engagement der vielen Helfer. »Da steckt viel Herzblut drin. Das ist von Sportlern für Sportler. So etwas sollte es öfters geben.«

Zweiter wurde Johannes Strohmaier vom RSV Freilassing Triathlon. Erst vorgestern lief der Oberteisendorfer auf die Kampenwand und gewann kürzlich den Schnaitsee-Triathlon. Als Dritter lief Rudi Roider ins Ziel. Der konnte es kaum fassen: Vor 20 Jahren hatte er mit Triathlon begonnen, vor zehn Jahren in Anger gewonnen und seither keinen Triathlon mehr gemacht!

Die Tagessiegerin bei den Frauen, Steffi Sanktjohanser, haderte ein wenig mit ihrer Lauf-Kondition. Sie war aber doch glücklich, als 34. der Gesamtwertung Sophie Vorschneider vom TSV Chieming und Christine Winkler vom TSV Bad Reichenhall auf die Plätze 35 und 36 verwiesen zu haben. Die Physiotherapeutin bereitet sich derzeit auf einen Ironman-Wettkampf vor.

Die Siegerehrung wurde nach dem Nudelessen auf dem Rathausplatz wegen Regens in den Wirtssaal verlegt. Bei den Staffeln ehrten Organisator und Wettkampfleiter Georg Kern sowie Zweiter Bürgermeister Markus Winkler als Sieger das Team von RC Martins Bikeshop aus Unken, gefolgt von »Die Rennsemmeln« aus Anger und »Die drei Bsuffan« aus Ainring. Staffel-Gemeindemeister (hier müssen alle Starter Wohnsitz in der Gemeinde haben) wurde »Ecki Ultras Sport Team I« mit Samuel Stöppler, Michael Hocheder und Julia Bauer. Bei den Einzelstartern erhielten Eike Schäfer und Kathi Baumgartner vom SC Anger den Wanderpokal.

Ager und Gröne gewinnen Sparkassen-Trophy

Als Sieger der Sparkassen-Triathlon-Trophy wurden Michael Ager vom Triathlon Grassau und Tina Gröne vom TSV Bad Endorf ausgezeichnet. Die weiteste Anreise hatten Jarmila und André Tiesbrummel aus Lippstadt. »Die Organisation war so gut wie die Strecke«, schwärmte Jarmila, die Erste in ihrer Altersklasse 30 wurde. Das Paar nahm das Triathlon-Event zum Anlass für einen Zwischenstopp in Anger auf dem Weg in den Urlaub in Venedig. Der älteste Starter, Ex-Marathonläufer Hans-Heinrich Räder (69) aus Palling, will nächstes Jahr die Langdistanz angehen.

Übrigens tat der SC Anger mit wiederverwendbaren Trinkbechern auch was für die Umwelt. »In den Vorjahren haben wir drei Säcke Müll gehabt, heuer nur einen halben«, freute sich Kern. vm