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Vor 50 Jahren brannte die Stoißer Alm nieder

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Zehn Tage nach dem Brandunglück entstand dieses Foto: Von der Stoißer Alm sind nur noch verkohlte Reste zu sehen – hinten links im Bild.

Teisendorf – Es war der wohl schwärzeste Tag in der Geschichte der Stoißer Alm: Während der Winterübung der Stabskompanie der Gebirgsjägerbrigade 23 brannte die Alm am 16. Februar 1967 bis auf die Grundmauern nieder, drei Soldaten kamen in dem Flammeninferno ums Leben.


»Tragödie beim Winterbiwak: Drei Soldaten wurden Opfer eines Hüttenbrandes«, titelte unsere Zeitung am Tag nach dem Unglück. Die tödlich Verunglückten, so heißt es im Vorspann des Artikels, seien Paul Ludwig aus Weinstein, Werner Stoib aus Regensburg und Hans Hurter aus Wielet in Baden, alle 20 Jahre alt. »Der gleichaltrige Gefreite Rudolf Thalhauser, der aus Traunstein stammt, konnte sich retten und erlitt nur eine leichte Rauchgasvergiftung.«

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Koch wollte mit Hilfe von Benzin ein Feuer entzünden

Weiter ist zu lesen: »Die Stabskompanie war vom 13. Februar an zu einem Winterbiwak etwa 300 Meter oberhalb der Alm in Schneehütten untergebracht, um an einer Winterübung teilzunehmen. In der Almhütte blieben der Koch Werner Stoib, der Sanitäter Paul Ludwig und Hans Hurter, der krank war, zurück. Weshalb Thalhauser in der Hütte war, ist noch nicht bekannt, ebenso kann die Kriminalaußenstelle Traunstein, die die kriminalpolizeilichen Ermittlungen gestern aufgenommen hat, noch keine Ursache für das Entstehen des Brandes nennen.«

Später stellte sich heraus, dass der Brand gegen 5.30 Uhr ausgebrochen war, als der Koch versucht hatte, im Herd der Hütte mit Hilfe von Benzin ein Feuer zu entzünden, um für den Zug Tee zu kochen. Als er dann die noch schlafenden Kameraden weckte, waren Feuer und Rauch bereits so stark, dass der Weg ins Freie versperrt zu sein schien. Der verzweifelte Versuch, das Eisengitter eines Fensters wegzureißen, schlug fehl.

Der Gefreite Thalhauser lief blindlings durch das Feuer und schaffte es so ins Freie, wo ihm die ersten Kameraden vom Biwakplatz zu Hilfe kamen. Der Wachposten hatte kurz nach Ausbruch den Brand bemerkt und sofort den Zug alarmiert; das Feuer breitete sich jedoch so schnell aus, dass für die drei, in der Hütte eingeschlossenen, Soldaten jede Hilfe zu spät kam. Zwar gelang es noch, das Gitter von außen herauszubrechen und Hurter aus der Hütte zu ziehen, er starb aber auf dem Weg ins Krankenhaus. Erst nachdem die Hütte völlig ausgebrannt war, wurden die beiden anderen Soldaten geborgen. Sie wurden in der benachbarten Bergkapelle aufgebahrt.

Schnell nach dem Brandunglück begann die Almgenossenschaft mit dem Wiederaufbau. In gleichem Aussehen, jedoch mit besserer Innenausstattung erbaut, wurde die neue Alm bereits im Juli 1967 eingeweiht. rf/san