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Verdienter früherer Bürgermeister wird geehrt

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Sebastian Schuhbeck, dem Initiator des Waginger Fremdenverkehrs-Wunders, wird nun in Waging ein eigener Platz gewidmet. Die Eröffnung des Bürgermeister-Sebastian-Schuhbeck-Platzes in der Ortsmitte – am sogenannten Gästeplatz – ist für Montag um 19 Uhr geplant. (Foto: H. Eder)

Waging am See. Die Marktgemeinde Waging am See ehrt ihren verdienten früheren Bürgermeister Sebastian Schuhbeck. Der sogenannte Gästeplatz in der Ortsmitte vor dem Bistro Bacchus wird nach Schuhbeck benannt, der von 1948 bis 1963 Waginger Bürgermeister war und als Vater des Waginger Tourismus gilt. Einstimmig hatte dies der Marktgemeinderat vergangenes Jahr beschlossen. Die Eröffnung des Platzes soll, wie die Gemeinde mitteilt, »im würdigen Rahmen des Montagskonzerts der Blaskapelle auf dem Marktplatz« am kommenden Montag um 19 Uhr stattfinden – bei schlechtem Wetter am 1. September.


2007 im Alter von 94 Jahren verstorben

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Schuhbeck war Waginger Bürgermeister in einer sehr schwierigen Zeit, die von der Unterbringung der Flüchtlinge und dem gerade beginnenden Aufbau geprägt gewesen war. Wegweisende Dinge hat Schuhbeck verwirklicht: die erste Kanalisation, das Klärwerk in Fisching und die Umgehungsstraße, vor allem aber ist ihm ganz wesentlich der Beginn des Tourismus und Wagings heutige Bedeutung als Fremdenverkehrsort zu verdanken. Der Inhaber des Strandkurhauses und des Strandcampings Waging ist am 15. Oktober 2007 im Alter von 94 Jahren verstorben.

Schuhbeck war am 14. August 1913 als ältester Sohn einer Bauernfamilie zur Welt gekommen, die ihren Hof an der Salzburger Straße in Waging hatte. Er musste schon in den ersten Kriegstagen einrücken, kam erst nach einigen Monaten in amerikanischer Gefangenschaft im Juni 1945 wieder nach Hause. Schon bald darauf übernahm er den elterlichen Hof, wurde dann drei Jahre später zum Waginger Bürgermeister gewählt. 15 Jahre lang übte er dieses Amt aus, das er mit viel Einsatz, mit viel Freude und vor allem auch mit großem Weitblick ausfüllte. Zwischenzeitlich war aus dem verschlafenen Waging, nach dem Krieg noch dazu überfüllt von Flüchtlingen, eine für damalige Zeiten geradezu revolutionäre und erfolgreiche Fremdenverkehrsgemeinde geworden – wesentlich betrieben vom Bürgermeister, der im Zusammenhang damit auch für sich selbst eine neue Zukunftsperspektive entwickelt hat.

Schuhbeck hatte mit eigenen Grundstücken – die Landwirtschaft hatte er ja bald, nachdem er Bürgermeister geworden war, aufgegeben – und durch Tauschgeschäfte eine 16 Hektar große Fläche am See erworben. Und er war es auch gewesen, der nach zähen Verhandlungen mit den zuständigen Stellen, für das Waging das Prädikat »am See« erkämpft hatte.

Starke Widerstände seitens des Naturschutzes standen auch Schuhbecks Plänen am See entgegen: Dort sollte nämlich ein Kurhaus mit Badestrand und Park entstehen. Aber auch diese Widerstände wurden überwunden: Im Juni 1953 wurde das erste Kurhaus gebaut.

Sebastian Schuhbeck ist zeitlebens bescheiden geblieben. Öffentliche Aufmerksamkeit war ihm unangenehm, fast zuwider. Fotografiert zu werden verweigerte er stets kategorisch.

Namensschild wird feierlich enthüllt

Bei der kurzen Zeremonie am kommenden Montag werden Zweiter Bürgermeister Christian Reiter in Vertretung von Bürgermeister Herbert Häusl, der immer noch im Krankenhaus liegt, Strandcamping-Geschäftsführer Andreas Barmbichler, der Schuhbecks Erbe weiterführt, und Tourist-Info-Leiter Oswald Pehel Ansprachen halten. Reiter und Barmbichler werden danach gemeinsam das Namensschild enthüllen.

Danach dürfen die Besucher wieder ungestört Musik genießen, dargeboten von der Musikkapelle Waging im Rahmen des allwöchentlichen Montagskonzerts. he