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Unfälle, Staus und Sperrungen auf der A8 – Starker Schneefall sorgt erneut für Chaos

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Mindestens fünf Lkws sind am Montagnachmittag auf der A8 Richtung München zwischen Neukirchen und Traunstein auf der verschneiten Fahrbahn liegengeblieben. Teilweise ist die Autobahn für die eingesetzten Räumfahrzeuge abschnittsweise gesperrt. Foto: FDL/Lamminger
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Dachräumung in Vogling in der Gemeinde Siegsdorf (Foto: Landratsamt Traunstein)
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Dachräumung in der Gemeinde Inzell (Foto: Landratsamt Traunstein)
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Dachräumung an der Grund- und Mittelschule Siegsdorf (Foto: Landratsamt Traunstein)
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Baumfällarbeiten an der Autobahn 8 bei Bergen (Foto: Landratsamt Traunstein)
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Die Räumfahrzeuge werden derzeit intensiv beansprucht und müssen laufend repariert werden. (Foto: Landratsamt Traunstein)
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Foto: THW Traunstein

Rund 1600 Einsatzkräfte sind am heutigen Montag im südlichen Landkreis Traunstein im Dauereinsatz. Nach stundenlangen Schneefällen am Nachmittag ist auf den Straßen der Region wieder das Chaos ausgebrochen. Die A8 ist zeit- und abschnittsweise voll gesperrt. Es kam zu mehreren Unfällen.


Service – das Wichtigste in Kürze:

Update, 17.10 Uhr:

In den letzten Stunden hat es in Traunstein, Bergen und Siegsdorf rund zehn bis 15 Zentimeter Neuschnee gegeben. Aufgrund des starken Schneefalls und der schlechten Sicht ist es auf sämtlichen Straßen der Region zu Verkehrsbehinderungen gekommen.

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Besonders viel Geduld müssen Autofahrer derzeit auf der A8 zwischen Siegsdorf und Bergen mitbringen: Dort sind an einer Steigung mehrere Lkws hängen geblieben. Die Autobahn ist aktuell in beide Fahrtrichtungen komplett gesperrt, damit Räumfahrzeuge die Fahrbahnen vom Schnee freiräumen können.

Die aktuellen Meldungen im Überblick:

  • A8 zwischen Neukirchen und Traunstein/Siegsdorf fünf defekte Lkws auf dem rechten Fahrstreifen
  • St 2102 Teisendorf – Neukirchen: Zwischen Oberteisendorf und Neukirchen am Teisenberg in beiden Richtungen gesperrt
  • Stau zwischen AS Übersee und Raststätte Hochfelln (Richtung Salzburg), Länge: 7 km
  • Defekter Lkw bei Grabenstätt (Richtung Salzburg), Gefahr durch Schneeglätte
  • Stau zwischen Parkplatz Hubbauer und AS Traunstein/Siegsdorf (Richtung München)

Lkw-Unfall auf der B306 bei Hammer

In Hammer bei Siegsdorf ist am Nachmittag ein Lastwagen von der verschneiten Fahrbahn abgekommen. Auch dort kam es zu einem längeren Stau.

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Foto: FDL/Lamminger

Update, 15.20 Uhr:

Hunderte Einsatzkräfte befreien Dächer in Reit im Winkl vom Schnee – Einsturzgefahr

Zahlreiche Rettungskräfte sind heute in und um Reit im Winkl im Einsatz, um Dächer einsturzgefährdeter Gebäude von den Schneemassen zu räumen. In der Gemeinde sind aktuell die Bundesstraße 305 zwischen Seegatterl und Ruhpolding, die Straße von Reit im Winkl nach Kössen und die Winklmoos-Straße gesperrt.

Unterstützt werden die Helfer dabei unter anderem vom Technischen Hilswerk Traunstein, das mit insgesamt mehr als 30 Helferinnen und Helfern im Einsatz ist, wie der THW-Ortsverband mitteilt. Der akute Einsatzschwerpunkt befindet sich in Reit im Winkl. Zusätzlich ist in der Unterkunft des THW Traunstein ein sogenannter Leitungs- und Koordinierungsstab eingerichtet, der die Einsatzkräfte koordiniert und alles im Zusammenhang mit dem Einsatz verwaltet. In der Unterkunft der Freiwilligen Feuerwehr Übersee werden zudem alle THW-Einheiten, die im Landkreis Traunstein im Einsatz sind, durch den Zugführer des THW Traunstein koordiniert.

Gemeinde Siegsdorf sagt Sitzung ab

Wegen der starken Schneefälle wurde heute Nachmittag sogar die Gemeinderatssitzung in Siegsdorf abgesagt. Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Felsentunnel an der Harbachklamm gesperrt

Am Felsentunnel im Bereich der Harbachklamm in der Gemeinde Schneizlreuth ist das Schneeräumen nicht mehr möglich. Der Tunnel ist gesperrt.

Justizzentrum am Dienstag gesperrt

Auf dem Gelände des Justizgebäudes Traunstein werden am Dienstagvormittag (15. Januar) von der Feuerwehr die Schneemassen vom Dach des Sitzungssaalgebäudes geräumt. Es werden 50 bis 100 Feuerwehrleute vor Ort sein; der Einsatz wird voraussichtlich den ganzen Tag in Anspruch nehmen. Nicht nur das Sitzungssaalgebäude ist deshalb am Dienstag gesperrt, auch sämtliche Außenparkplätze der Behörde werden gesperrt.

Traunstein: Nach wie vor hohe Schneelast auf den Dächern

Bei einer Sicherheitskonferenz im Traunsteiner Rathaus informierten die zuständigen Mitarbeiter von Ordnungsamt, Gebäudemanagement, Feuerwehr und Bauhof sowie die Vertreter der Helfer aus dem Landkreis Freising den Oberbürgermeister über die aktuelle Situation in Traunstein.

Nach wie vor gilt im Landkreis Traunstein und damit auch in der Großen Kreisstadt der Katastrophenfall. Zwischen 134 und 355 Helfer aus dem Landkreis Freising halfen seit Freitag über das Wochenende hinweg beim Freischaufeln von Dächern, 136 Gebäude in Traunstein wurden dabei statisch begutachtet. Auch die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes sind unermüdlich im Einsatz, die wichtigsten Straßen befahrbar zu halten. Priorität Eins haben dabei die Hauptstraßen und Zufahrtswege zu Polizei, Feuerwehr, Klinikum und weiteren wichtigen städtischen Einrichtungen. Daher sind noch viele Zufahrten, Seit- und Nebenstraßen mit großen Mengen von Schnee bedeckt. Es wird versucht, diese Straßen bis Mittwoch befahrbar zu machen.

Der Mittwochsmarkt am Stadtplatz wurde erneut abgesagt. Zumindest der Waldfriedhof wird am morgigen Dienstag wieder geöffnet, allerdings sind aus Witterungsgründen nur die Hauptwege freigeräumt.

Sorgen bereiten der Stadt nach wie vor die starken Schneelasten auf den Dächern. Die Bürger werden dringend um erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht vor Dachlawinen gebeten. Es besteht die Gefahr, dass durch Dachlawinen Dachfänge heruntergerissen werden, Dachbalken brechen oder Dachabflüsse und –heizungen nicht mehr funktionieren. Bürger, die sich wegen der Dachlasten Sorgen machen, können bei der Feuerwehr Traunstein unter Telefon 0861/989600 anrufen.

Oberbürgermeister Christian Kegel bittet die Bürger nochmals um Verständnis, dass in dieser Ausnahmesituation nicht alle Wege und Straßen sofort geräumt werden können. Außerdem bittet er darum, alle nicht unbedingt notwendigen Fahrten mit dem Pkw zu vermeiden, da aufgrund der Schneemengen keine oder nur wenige Parkplätze zur Verfügung stehen. Glücklicherweise steht der Rufbus zur Verfügung, der Stadtbus-Betrieb hingegen ruht.

Schneechaos in Berchtesgaden: Horst Seehofer und Joachim Herrmann danken Einsatzkräften

Der Bundesinnenminister Horst Seehofer und der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann besuchten am Vormittag die Einsatzkräfte der Bundespolizei und des Technischen Hilfswerks in Berchtesgaden. Zahlreiche Helfer sind heute damit beschäftigt, das Dach der Eishalle von den Schneemassen zu befreien. Aufgrund der enormen Last des vom Regen getränkten Schnees drohen im Landkreis zahlreiche Dächer einzubrechen, wenn sie nicht rechtzeitig abgeräumt werden.

Bundesinnenminister Seehofer hatte 230 Beamte der Bundespolizei mit einem technischen Einsatzzug nach Berchtesgaden mitgebracht. Die würden die hiesigen Einsatzkräfte mindestens bis Mittwoch, wenn nötig auch länger, unterstützen, versprach Seehofer in einer Pressekonferenz im Feuerwehrhaus in Berchtesgaden.

Update, 11.40 Uhr:

Am heutigen Montag sind im Landkreis Traunstein rund 1600 Hilfskräfte im Einsatz. Darunter 250 Feuerwehrleute, 250 Angehörige des Bayerischen Roten Kreuzes, 140 Helfer des Technischen Hilfswerks sowie 140 Bundeswehrsoldaten. Auch 130 weitere Wasserretter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, 50 Unterstützungskräfte der Bergwacht, 40 Polizisten sowie 600 Helfer aus anderen bayerischen Landkreisen sind im Einsatz.

Der örtliche Schwerpunkt der Einsatzkräfte liegt am Montag auf den Gemeinden Reit im Winkl, Siegsdorf und Schleching, die von den Schneefällen der vergangenen Tage besonders stark betroffen sind.

Um auch weiterhin die Verkehrs- und Sicherheitsinfrastruktur wieder in vollem Umfang herzustellen, bittet das Landratsamt Traunstein alle Privathausbesitzer, sich bei Fragen zur Schneelast auf Dächern an die örtliche Gemeindeverwaltung zu wenden.

500 Einsatzkräfte beginnen mit Aufräumarbeiten in Schleching und Reit im Winkl

Heute Morgen trafen sich über 500 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DLRG, Wasserrettung aus Österreich und des THW bei der Feuerwehrstation in Übersee. Dort wurden die Kräfte zu ihren Einsätzen nach Schleching und Reit im Winkl verteilt.

Die Hauptaufgaben heute sind: Dächer vom Schnee befreien, Wasserhydranten für den Brandschutz frei schaufeln, Schneebruch wie umgefallene Bäume und zerstörte Infrastruktureinrichtungen beseitigen und das Freilegen von Abwasserschächten, damit das Tauwasser abfließen kann.

Wie unserer Redaktion mitgeteilt wurde, werden heute noch über den ganzen Tag Hunderte an Einsatzkräften eintreffen. Die Feuerwehr Übersee musste wegen der großen Menge an Einsatzfahrzeugen am frühen Vormittag den Verkehr in der Bahnhofstraße in Übersee regeln.

Kurzmeldung: Aufgrund der verbesserten Wetterprognose haben die katholischen Kindergärten St. Marien in Siegsdorf, St. Irmengard in Ruhpolding und St. Michael in Inzell am Mittwoch, 16. Januar 2019 wieder geöffnet.

Nachrichtem vom Montagmorgen:

Biathlon-Weltcup in Ruhpolding: Eröffnungsfeier abgesagt

In einem Video auf der Facebookseite des Biathlon-Weltcups hat der Ruhpoldinger Bürgermeister bekanntgegeben, dass die Eröffnungsfeier für die Großveranstaltung in der Chiemgau-Arena abgesagt werden muss.

Der Grund dafür liegt insbesondere in den schwierigen Rahmenbedingungen, wie Claus Pichler erklärt. Deshalb hat sich das Organisationskomitee dazu entschieden, am Montag und Dienstag keine Besucher in die Arena zu lassen und damit auch die Feier am Dienstagabend nicht abzuhalten.

Für die kommenden Tage werde allerdings eine deutliche Wetterbesserung erwartet, sodass die Wettkämpfe ab Mittwoch wie geplant stattfinden können. Das und mehr berichtet das Gemeindeoberhaupt im Video:

Lawinenabgang am Gletschergarten bei Schneizlreuth

Glimpflich endete in der Nacht zum Montag ein größerer Lawinenabgang am Gletschergarten über die B305 zwischen Weißbach an der Alpenstraße und Inzell. Die Bergwacht suchte die Schneemassen mit zwei Hunden und Suchgeräten ab und konnte Entwarnung geben: es wurde niemand verschüttet.

Am Sonntagabend gegen 21.45 Uhr meldeten Autofahrer eine rund acht Meter hohe und 20 Meter breite Lawine, die aus einem steilen Graben auf der Westseite des Scharnkopfs abgegangen war und die B305 zwischen Weißbach an der Alpenstraße und der Zwing bei Inzell kurz vor dem Gletschergarten komplett verschüttet hatte.

Da zunächst völlig unklar war, ob der sehr nasse und dichte Schnee, der an der Begrenzungsmauer der Bundesstraße stehengeblieben war, womöglich mehrere Autos verschüttet hatte, schickte die Leitstelle Traunstein von beiden Seiten Einsatzkräfte los, darunter die Freiwilligen Feuerwehren Weißbach, Inzell und Karlstein, das Technische Hilfswerk (THW), die Bergwachten Inzell und Bad Reichenhall und die Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergwacht-Region Chiemgau.

Zwei Lawinenhunde suchten die Schneemassen ab; die Bergwacht Inzell sondierte mit verlängerbaren Sonden, und die nachgeforderte Reichenhaller Bergwacht kontrollierte mit einem Halbleiter-Suchgerät, wobei nach einiger Zeit feststand, dass keine Menschen zu Schaden gekommen waren.

Die Feuerwehr sperrte die Einsatzstelle ab, leuchtete die Lawine aus, musste mitgerissenes Holz mit der Motorsäge zerkleinern und errichtete bereits in Karlstein eine vorrübergehende Sperre, da auch bereits zwischen der Wegscheid am Antoniberg-Tunnel und Weißbach mehrere kleine Nassschneerutsche auf die Alpenstraße abgegangen waren. Nur wenige Autos, darunter auch ein Reisebus, standen im Stau.

Ein Radlader einer Inzeller Baufirma, die auch im Winterdienst mithilft, räumte die Bundesstraße wieder frei. Insgesamt waren 25 Einsatzkräfte der Bergwacht vor Ort und in den beiden Wachen in Bereitschaft. Die Reichenhaller Polizei nahm den Zwischenfall auf. Die Einsatzkräfte bitten aus aktuellem Anlass erneut alle Verkehrsteilnehmer, die Sperre von Straßen und Wegen unbedingt ernst zu nehmen.

Holztransporter kippt auf der A8 bei Piding um

Am Montagmorgen gegen 5.20 Uhr ist auf der A8 in Fahrtrichtung München an der Unterführung zwischen Pidinger Au und Dorf ein Holztransporter aus dem Salzburger Flachgau auf die Beifahrerseite umgekippt. Das Fahrzeug blieb auf der rechten Spur und in der angrenzenden Wiese liegen, wobei mehrere große Stämme von der Ladefläche stürzten und auch der Wildschutzzaun umgerissen wurde.

Die Leitstelle Traunstein schickte die Freiwilligen Feuerwehren Bad Reichenhall und Piding und das Reichenhaller Rote Kreuz zum Unfallort. Notarzt und Notfallsanitäter versorgten den verletzten 44-jährigen Fahrer und brachten ihn dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall. Die Feuerwehr und die Autobahnmeisterei sicherten die Unfallstelle ab, reinigten die Fahrbahn, regelten den Verkehr und unterstützten die aufwendige Bergung. Beamte der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein nahmen den genauen Hergang auf. Der restliche Verkehr konnte die Einsatzstelle zunächst auf der linken Spur passieren.

Kindergärten in Waging und Traunstein geschlossen

Die Kindertagesstätten "Käsemäuse" in Waging und in Traunstein bleiben am Montag und am Dienstag geschlossen. Das gab das Mütterzentrum Traunstein bekannt.

Hier geht es zu den Meldungen vom Wochenende >

Leserfotos zu den Schneefällen in der Region:

red/BRK BGL