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Sepp Parzinger stellvertretender Bundesvorsitzender

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Es werde wieder Zeit, dass ein SPD-Landtagskandidat aus der Region nach München komme, sagte der frisch gekürte Landtagskandidat Sepp Parzinger aus Bergen. (Foto: M. Misch)

Bergen – Toller Erfolg für einen jungen Bergener: Sepp Parzinger wurde beim Bundeskongress der Jusos zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Er setzte sich gegen mehrere Kandidaten durch und erhielt 215 von 299 Stimmen.


»Das freut mich natürlich riesig, auch wenn ich schon etwas damit gerechnet habe«, sagt der 24-Jährige im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Die SPD-Jugendorganisation hat rund 80 000 Mitglieder. Neuer Bundesvorsitzender ist Kevin Kühnert aus Berlin.

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»Ich komme aus einem unpolitischen Elternhaus«

Sepp Parzinger ist seit 2011 bei den Jusos aktiv, war einige Jahre Kreisvorsitzender im Landkreis Traunstein und ist seit knapp drei Jahren Vorsitzender von rund 2500 Jusos im Bezirk Oberbayern. Seit der letzten Kommunalwahl im Jahr 2014 sitzt der 24-Jährige als jüngster kommunaler Mandatsträger des Landkreises Traunstein auch im Bergener Gemeinderat – doch woher kommt das politische Engagement des jungen Mannes?

»Ich komme eigentlich aus einem unpolitischen Elternhaus«, sagt der Bergener. Im Geschichtsunterricht habe er zum ersten Mal gehört, dass sich die SPD gegen die Nazis gestellt hat. »Das hat mir gefallen«, sagt Sepp Parzinger. Zwischen 14 und 18 Jahren habe er dann mit dem FC-Bayern-Fanclub Aktionen gegen Rassismus und Sexismus erlebt. Für ihn sei einfach klar gewesen, dass er mit 18 Jahren einer Partei beitreten möchte. Er entschied sich für die SPD, »weil das für mich die einzige Partei ist, die mitte-links organisierte Strukturen hat«.

Der Bergener möchte sich im Bundesvorstand der Jusos besonders für die Bedingungen von Auszubildenden und jungen Beschäftigten einsetzen. »Junge Menschen stehen am Arbeitsmarkt immer mehr unter Druck«, sagt Sepp Parzinger. »Durch Dauerbefristungen, Leiharbeit und ständige Erreichbarkeit schaffen es immer weniger junge Menschen, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen.« Durch diese Entwicklung würden viele junge Menschen krank.

Ebenfalls möchte sich der 24-Jährige im Kampf gegen Rechtsextremismus stark machen. »Gerade jetzt, wo rassistische Parolen wieder salonfähig werden, ist es wichtig, dass sich ein breites, gesellschaftliches Bündnis dem entgegenstellt«, betont der Bergener. »Gemeinsam müssen demokratische Parteien, Gewerkschaften, Sozialverbände, Kirchen und viele andere gesellschaftlich relevante Gruppen Stellung beziehen.«

»In immer mehr Orten gibt es keine Geschäfte«

Auf regionaler Ebene sind ihm die kommunale Daseinsvorsorge – »in immer mehr kleinen Orten gibt es keine Geschäfte mehr« – und der öffentliche Nahverkehr wichtig. »Dieser sollte ausgebaut werden, damit auch Menschen ohne Auto mobil bleiben«, sagt Sepp Parzinger. Doch auf der anderen Seite müsse das Ganze natürlich finanzierbar bleiben.

In Bergen hat sich das junge Ratsmitglied besonders für eine stärkere Bürgerbeteiligung eingesetzt. »Ob es die Leute annehmen, ist immer eine andere Frage. Aber man muss es zumindest anbieten«, sagt der 24-Jährige in Bezug auf die Bürgersprechstunden beim Bürgermeister.

Neben den neuen bundespolitischen Aufgaben wird sich Parzinger auch weiterhin im Landkreis als stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender und natürlich als Bergener Gemeinderat engagieren. KR

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