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Montessorischule feiert 25. Jubiläum

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Viele Fragen hatten die Besucher beim »Tag des offenen Klassenzimmers« in der Montessorischule. Der neue Geschäftsführer Manfred Kraut (rechts) stand ihnen Rede und Antwort. (Foto: Buthke)

Traunstein. Die Reihe der Jubiläumsveranstaltungen zum 25-jährigen Bestehen der Montessorischule Traunstein eröffnete ein »Tag des offenen Klassenzimmers«, bei dem sich die zahlreichen Besucher ein Bild über das freiheitliche Konzept von Maria Montessori machen konnten. Die Besucher hatten die Möglichkeit, im Unterricht der verschiedenen Stufen zu hospitieren und den Ablauf eines Schultags kennenzulernen. Bei einer Hausführung erhielten sie einen Einblick in das Raumangebot und die pädagogische Lernumgebung.


Die Montessorischule ist von Maria Danner und einigen engagierten Eltern gegründet worden. Nachdem das Schulkonzept entwickelt und bei der Regierung von Oberbayern eingereicht worden war, konnte im September 1988 im Alten Kloster in Waging die erste Klasse unter der Leitung von Maria Danner und Margret Ficker starten. Damals schickten 14 Elternpaare ihre Kinder auf die Schule. 1992 wurde in Waging ein zusätzlicher Holzbau errichtet. Die Schulkinder mussten nach der sechsten Klasse jedoch in eine Regelschule wechseln.

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Die Montessorischule zog 1996 in das Schloss Schedling in Trostberg ein und konnte zur Hauptschule erweitert werden. Es wurde verstärkt in Projekten unterrichtet. So wurde zum Beispiel die Cafeteria als Schülerfirma geführt. Die Montessorischule hat hier eine Vorreiterrolle gespielt«, erklärte Schulleiter Kay Hoßbach. 1998 gab es dann die erste Hauptschulabschlussklasse. 2001 wurde die große praktische Arbeit für die achte Klasse verpflichtend eingeführt. Die Schüler mussten ein Werkstück erstellen und auch präsentieren. Eingeführt wurde auch die Jahrgangsmischung, bei dem die älteren Schüler ihr Wissen an die jüngeren weitergeben.

2006 erfolgte der Umzug in das ehemalige Telekomgebäude in Traunstein, in dem die Klassen eins bis zehn unter einem Dach zusammen waren. »Durch sie konnten Entwicklungen nach den Bedürfnissen der Eltern wie Mittagsbetreuung und offene Ganztagsschule verwirklicht werden«, so die Stellvertretende Schulleiterin Brigitte Pürner. Außerdem gibt es zusätzliche sprachliche, sportliche und musische Angebote und seit dem vergangenen Jahr sogar eine Imkergruppe, die drei Bienenvölker betreut.

Laut Schulleiter Hoßbach besuchen aktuell 170 Schüler die Montessorischule. Sie werden von 30 Mitarbeitern betreut. Die Besonderheit der Beschulung sei das Konzept von Maria Montessori mit einem ganzheitlichen Ansatz, mit dem Kopf, Herz und Hand der Schüler angesprochen würden. »Wir nehmen uns Zeit, wenn es Probleme gibt und lösen Konflikte zeitnah.« Das Lernen werde durch Materialien unterstützt.

»Das Kernstück der Montessorischule ist die Freiarbeit«, sagte Hoßbach. Dabei werden den Schülern Aufgaben vorgegeben, die sie – natürlich mit Unterstützung der Lehrkräfte – weitgehend freigestaltend bearbeiten beziehungsweise lösen können. Eine Klasse besteht im Schnitt aus 24 jahrgangsgemischten Schülern mit zwei Pädagogen. Schulabschlüsse sind der Quali und die Mittlere Reife, die in Zusammenarbeit mit der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule extern geprüft werden.

Dass die Montessorischule ebenso leistungsfähige Schüler besuchen wie die Regelschule, belegt die Tatsache, dass sie zum Beispiel beim Quali zwischen 0,3 und 0,5 Notenstufen besser abschneiden. Bjr