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»Gemeinsam für einen fairen Preis kämpfen«

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Wie sich der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) künftig positionieren soll, darum ist es bei der Regionalversammlung für die Kreise in Oberbayern im Hotel Post in Rohrdorf hauptsächlich gegangen. Rund 100 Kreisvorstände, Ortsvertreter, Mitglieder und Milchbauern diskutieren mit dem BDM-Sprecher Hans Foldenauer und mit Hans Leis, Kreisvorsitzender für Garmisch-Partenkirchen und Mitglied des Landesvorstandes.


»Gemeinsam müssen die Milchbauern für einen fairen Preis für ihr Erzeugnis und einen zukunftsfähigen Milchmarkt kämpfen«, sagte Leis. Der BDM möchte Ideen von den Milchbauern selbst hören, denn diese seien unmittelbar betroffen von den Entscheidungen in Politik und Wirtschaft. Da sei es wichtig, dass die Bauern mitdenken, mitreden und auch mitentscheiden. Ein Thema, zu dem es wichtig sei, die Meinung der Milchbauern zu hören, sei der freiwillige Lieferverzicht. Damit soll ein ausgewogener Milchmarkt erreicht werden, in dem es für den Bauern möglich ist, einen vollkostendeckenden Preis für sein Produkt zu erzielen.

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Er wolle intensiv darüber diskutieren, wie sich der BDM auf dem Weg ins Jahr 2014 positionieren solle angesichts der anstehenden Änderungen in der EU-Agrarpolitik, sagte Hans Foldenauer. Der BDM strebe eine Milchmarktsteuerung auf einzelbetrieblicher Grundlage in Verantwortung der Erzeuger an, die eine voll kostendeckende und zukunftsfähige Milchproduktion ermögliche, sagte der Referent. Zugleich seien die Botschaften des BDM eine gesellschaftsverträgliche Milchwirtschaft, wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Milchsektors und Unabhängigkeit von der Finanzpolitik.

In der lebhaften Diskussion beklagten einige die mangelnde Einigkeit unter den Bauern. »Wenn ich unterliefere, geben andere Gas«, betonten mehrere Teilnehmer. Deshalb bedürfe es klarer Strukturen und Regeln, antwortete Foldenauer. Der Markt sei ein nebulöses Ding, das zwar viel beschworen werde, aber nicht so arbeite, wie seine Befürworter das behaupten. Der Traunsteiner Kreisvorsitzende Sepp Hubert sagte, die Bauern müssten zum Umdenken bewegt werden. Jetzt mache der Sojahändler Geld, die Molkereien machen Geld, aber die Bauern bekämen nur einen niedrigen Preis für die Milch, obwohl Energiepreise und Betriebskosten steigen, monierte er. Das könne so nicht weiter gehen, fügte er hinzu.

Einer der Mitglieder sagte, die Milchbauern sollten sich unabhängiger machen von importierten Futtermitteln, insbesondere Soja. Einige der Fragen befassten sich mit der »Fairen Milch«. Foldenauer wies darauf hin, dass die »Faire Milch« aus dem BDM ausgegliedert sei und als eigenständige GmbH fungiere. Für eine tiefere Diskussion darüber habe er die dafür nötigen Fakten nicht zur Hand. Er wolle aber gerne die Fragen an die zuständigen Stellen weiterleiten. Foldenauer wies zum Abschluss noch auf die Fahrt nach Brüssel hin, diese findet am 26. und 27. November statt. al

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