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Doppelmord-Ermittlungen auch nach fast 20 Jahren

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Mit diesem Wohnmobil waren die Eheleute Truus und Harry Langendonk unterwegs. Nachdem ihr Mörder sie in das Fahrzeug gelegt und nach Nürnberg-Altenfurt gefahren hatte, zündete er es dort auf einem Waldparkplatz an.
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Die Eheleute Truus (61) und Harry (63) Langendonk wurden am 7. Juni 1997 zwischen Matzing und Nußdorf, direkt neben der Bundesstraße 304 am Waldrand des Litzlwalchner Hölzls, ermordet. Auch fast 20 Jahre nach dem brutalen Verbrechen ist der Fall bei der Kripo Traunstein nicht zu den Akten gelegt. Nach wie vor wird daran gearbeitet, auch erhoffen sich die Ermittler selbst nach so langer Zeit noch Hinweise aus der Bevölkerung.

Mord verjährt nicht – und aus diesem Grund ist der Fall des ermordeten Ehepaars Truus und Harry Langendonk bei der Kripo Traunstein nie zu den Akten gelegt worden. Das brutale Verbrechen jährt sich heuer zum 20. Mal. »Neuen Schwung« in die Ermittlungen soll unter anderem auch ein TV-Beitrag zu dem brutalen Doppelmord bringen, der am Samstag, 7. Januar 2017 um 22.30 Uhr beim Privatsender Vox in der Sendung: »Mörderjagd – wie Profiler ermitteln« ausgestrahlt wird. Auch in den Wochenendausgaben des Traunsteiner Tagblatts und des Berchtesgadener Anzeigers wird der Fall nochmals ausführlich aufgegriffen.


Der Doppelmord an dem holländischen Ehepaar geschah am Samstag, 7. Juni 1997 gegen 18 Uhr zwischen Nußdorf und Matzing, am Waldrand des Litzlwalchner Hölzls neben der Bundesstraße 304. Der Mörder erschoss Truus (61) und Harry (63) Langendonk mit einer Pistole Kaliber 7,62 Millimeter – vermutlich eine Tokarew –, anschließend schnitt er seinen Opfern auch noch die Kehlen durch und legte sie in ihr Wohnmobil. Gegen 20 Uhr fuhr er seine Opfer mit deren Wohnmobil vom Tatort weg. In der Nacht zum  8. Juni 1997 stand dann das Wohnmobil gegen 0.50 Uhr  brennend auf einem Waldparkplatz an der Staatsstraße bei Nürnberg–Altenfurt. Nachdem die Feuerwehr den Wohnwagen gelöscht hatte, fand sie darin die verkohlten Leichen. Erst die Obduktion ergab, dass sie ermordet worden waren. Wo, war zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.

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In jener Nacht rief ein Mann von einer Telefonzelle unweit des Brandortes aus ein Taxi, mit dem er dann zum Nürnberger Hauptbahnhof fuhr. Dort stieg er aus, betrat das Bahnhofsgebäude, verließ es am Südausgang wieder und ließ sich von einem anderen Taxifahrer schließlich zurück in die Nähe des Tatortes bringen. Dort verliert sich seine Spur.

Der Unbekannte war damals etwa 28 bis 35 Jahre alt, 180 bis 185 Zentimeter groß, schlank und hatte blonde bis dunkelblonde, eher glatte Haare, nackenlang und mit gleicher Länge auch über die Ohren reichend. Er sprach bayerischen Dialekt und verfügte über Ortskenntnisse.

Die Kriminalpolizei ist sich sicher: Irgendjemand weiß etwas oder hat zumindest einen Verdacht, ohne dies jemals gemeldet zu haben – vielleicht, weil man Angst hat, jemanden fälschlicherweise zu beschuldigen oder weil man der Person, auf die sich der Verdacht bezieht, ein solches Verbrechen nicht zutraut. Doch genau das soll einen nicht davon abhalten, seinen Verdacht der Kripo mitzuteilen. Möglicherweise verdächtigt man ja wirklich jemanden zu Unrecht, doch durch einen solchen Hinweis kann dieser »Verdächtige« dann ja im Zuge der polizeilichen Ermittlungen auch entlastet werden.

Für Hinweise, die zur Klärung des Doppelmordes führen, ist eine Belohnung von über 50 000 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt die Kripo Traunstein unter Telefon 0861/98730 entgegen.

Mehr dazu gibt es in Wochenendausgaben des Traunsteiner Tagblatts und des Berchtesgadener Anzeigers. Dort werden wir nochmals ausführlich über den Fall berichten.