weather-image
20°

Der Umbau der Fünferpfanne hat begonnen

3.5
3.5
Bildtext einblenden
Die Mitarbeiter eines Abrissunternehmens sind derzeit damit beschäftigt, alle den Umbau störenden Teile auszubauen und zu entsorgen (linkes Bild). Bis Spätherbst 2018 sollen alle Arbeiten abgeschlossen und die Fünferpfanne bewohnbar sein (rechtes Bild). (Fotos: Artes/ Peter Dörr Stadthaus GmbH)
Bildtext einblenden

Traunstein – Es ist ein Gebäude mit großer historischer Bedeutung an der östlichen Stadteinfahrt von Traunstein: die Fünferpfanne. 1870 errichtet war sie unter anderem Salzsiedehaus und Obdachlosenunterkunft. Jetzt wird das denkmalgeschützte Gebäude saniert. Es entstehen 19 hochwertige Wohnungen.


Die ersten Arbeiten sind bereits am Laufen. So stehen derzeit große Container vor dem Haus, ein Abrissunternehmen ist damit beschäftigt, das Gebäude zu entkernen. »Es werden alle nicht mehr benötigten und den Um- und Ausbau störenden Bauteile ausgebaut und entsorgt«, so Peter Dörr von der Peter Dörr Stadthaus Bau- und Sanierungs-GmbH aus Wasserburg, die das Gebäude erworben hat. Das Unternehmen ist auf den Umbau von denkmalgeschützten Häusern spezialisiert. So hat es in Traunstein zwischen 2012 und 2014 bereits das Alte Kurhaus aufwändig saniert und dort hochwertige Wohnungen geschaffen.

Anzeige

Wie Dörr erklärt, ist der Umbau von Denkmälern vor allem deshalb aufwändiger und komplizierter als ein Neubau, »weil bei der Etablierung eines neuen Nutzungskonzepts oder der für die Erreichung der Klimaziele notwendigen Verbesserung der energetischen Gebäudeeffizienz die Schutzbelange der Denkmalpflege zu integrieren sind«. So will man die Einzigartigkeit und Besonderheit des historischen Gebäudes erhalten und auch nach der Sanierung erlebbar machen. »Dies macht oftmals sehr komplizierte bauliche Detaillösungen erforderlich, die in enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und einschlägigen Fachleuten entwickelt werden müssen.«

Die 19 Wohnungen sollen eine Wohnfläche von 32 bis 135 Quadratmeter haben. »Bis auf eine kleine Wohnung im Dachgeschoß werden alle Wohnungen entweder über Gartenterrassen mit kleinen Vorgärten, Balkone oder Dachloggien verfügen«, so Dörr. Der zur Fünferpfanne zugehörige Salzmühlstadel wird ebenfalls restauriert. »Da die Fünferpfanne nicht unterkellert ist, werden im Salzmühlstadel Abstellräume für die Wohnungen eingebaut.« Außerdem entstehen dort acht sowie im Innenhof zwölf weitere Parkplätze für die künftigen Bewohner.

Wenn alles nach Plan läuft, rechnet Peter Dörr damit, dass die Wohnungen in etwas mehr als eineinhalb Jahren, also im Spätherbst 2018, bezugsfertig sein werden. Die Kosten für den Umbau schätzt er auf 5,8 bis 6 Millionen Euro.

Die Fünferpfanne wurde 1870 als Salzsiedehaus errichtet und bis 1912 auch als solches genutzt. Nach dem Ende der Salzherstellung wurden die nun nicht mehr benötigten Produktionsstätten während des Ersten Weltkrieges als Gefangenenlager umfunktioniert. Das Haus wurde anschließend vor allem als Wohngebäude genutzt. Aufgrund des schlechten baulichen Zustands verzichtete die Stadt darauf, das Gebäude zu sanieren und stellte es gegen eine geringe Miete an sozial schwache Menschen zur Verfügung. Bis vor gut zwei Jahren wurde die Fünferpfanne dann als Obdachlosenunterkunft genutzt. jar