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Adelgunde und Weinbert sagen Ja

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Ein glückliches Brautpaar sieht anders aus. Das kann und wird sich aber am kommenden Samstag hoffentlich noch ändern, wenn sich Adelgunde und Weinbert auf dem Misthaufen in Niesgau das Ja-Wort geben.

Seeon-Seebruck – Die ehrenwerte Jungfer Adelgunde Schmaizler aus Brislweissling und ihr Angetrauter, Weinbert Vernatsch aus Saufgai, werden sich am Samstag gegen 15 Uhr das Jawort geben. Ort der Handlung ist ein Misthaufen in Niesgau in der Gemeinde Seeon-Seebruck.


Die Hochzeitsgesellschaft trifft sich bereits um 14 Uhr zu einem Glühweinempfang auf dem Huberhof. Gegen 15 Uhr wird der »Kirchenzug« zur Trauungsstätte marschieren. Von Beileidsbekundungen während der Trauung bittet das Hochzeitspaar Abstand zu nehmen. Nach der Trauung wird sich die illustre Gesellschaft zu einem Gruppenbild versammeln und anschließend gemeinsam in die Festhalle einziehen. Dort werden die Gäste bei Kaffee und Kuchen von der Hochzeitskapelle, den Berchtesgadener Buam, unterhalten. Nach dem Brautwalzer geht es für die Frischvermählten zum Suppensalzen.

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Wie aus der Einladung hervorgeht, müssen die Gäste wegen der ärmlichen Verhältnisse des Brautpaares mit einem Selbstbedienungs-Imbissstand Vorlieb nehmen.

Update vom Samstag (20. Januar): Bilder der Hochzeit

Die Geschenke an das Brautpaar können vor und nach dem Weinstüberl am späten Nachmittag überreicht werden. Ab 19.30 Uhr öffnet dann auch eine Bar. Ihren schönsten Tag im Leben kann das Brautpaar mit seinen Gästen bis Mitternacht genießen. Dann heißt es beim letzten Tanz um 24 Uhr Abschied nehmen. Bis zum Aschermittwoch kann das junge Paar dann sein Glück noch genießen.

Die Idee, eine Faschingshochzeit in einem 20-Einwohner-Dorf zu organisieren, entstand im Sommer letzten Jahres aus einer Laune heraus. Es wäre doch lustig, in einem der kleinsten Dörfer eine Faschingshochzeit zu feiern, dachten sich Thomas Reitmaier und seine Mitstreiter und schritten zur Tat. Mit Adelgunde und Weinbert war das Niesgauer Faschingsbrautpaar geboren. Am 11. November letzten Jahres hatte das Paar, wenn auch nicht ganz freiwillig – das Aufgebot beim trinkfesten Pfarrer Weinmeier bestellt und musste seither unzählige Termine wahrnehmen. Der Messwein und der Wein für das Weinstüberl musste vorgekostet werden, die Nachbarn und Ortsvereine eingeladen und der »Henertanz« für die Kranzbinder organisiert werden. Denn auch ein selten hässlicher Hochzeitskranz darf bei einer Faschingshochzeit nicht fehlen. Unzählige Stunden hat die Braut auch bei der »Naderin« verbracht, damit das Brautkleid auch perfekt sitzt.

Wie es sich bei einer Faschingshochzeit gehört, verkleiden sich die Frauen als   Männer und die Männer als Frauen. Karten für die  Teilnahme   gibt es noch bei Edeka Holzner in Truchtlaching, bei Taudi´s Dorfladen in Truchtlaching oder im Friseursalon Wiendl in Altenmarkt. Es besteht auch die Möglichkeit als »Draufgeher« dem Spektakel durch    vergünstigte Eintrittskarten beizuwohnen. Selbstverständlich sind auch Zuschauer gerne gesehen. Während des Glühweinempfangs und bei der Trauung wird kein Eintritt verlangt. ga