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OB-Wahl in Traunstein: Kegel und Hümmer gehen in die Stichwahl

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Oberbürgermeister-Wahl in Traunstein: Kegel und Hümmer gehen in die Stichwahl | Kommunalwahl 2020
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Foto: Eva Schneider / Stadt Traunstein

Traunstein – Erst in einer Stichwahl entscheidet sich, wer in den nächsten sechs Jahren Oberbürgermeister der Stadt Traunstein sein wird. Keiner der vier Kandidaten konnte am Sonntag die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erringen.


Überblick:

Amtsinhaber Christian Kegel (SPD) kam auf 30,05 Prozent, Dr. Christian Hümmer (CSU/UW) auf 44,26 Prozent. Sie gehen in die Stichwahl. Burgi Mörtl-Körner (Grüne) erreichte 19,45 Prozent, Simon Steiner (Traunsteiner Liste) 6,24 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,11 Prozent – und damit höher als 2014, als sie 50,22 Prozent betrug. 

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Kegel machte kein Hehl daraus, dass die 30 Prozent, die am Ende für ihn als den Amtsinhaber zu Buche standen, wie er in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt sagte, »enttäuschend« seien. Dass die Frage, wer in den nächsten sechs Jahren die Geschicke in der Stadt lenkt und leitet, erst in der Stichwahl fällt, war für ihn nicht überraschend. Das Wahlergebnis sei deutlich, meinte Kegel. Er gratulierte Hümmer zu seinen mehr als 44 Prozent. »Ich werde weiter kämpfen«, meinte der Amtsinhaber mit Blick auf die Stichwahl. »Mir ist wichtig, dass ich mich nach sechs Jahren – wenn ich in den Spiegel blicke – selbst erkenne.« Und dies sei der Fall. »Ich bin der geblieben, der ich bin.« 

Hümmer freute sich über ein »sehr gutes Ergebnis«, das seine »persönlichen Erwartungen übertroffen« habe. Im Wahlkampf habe er »sehr viel Zuspruch« erfahren. Das Ergebnis belege, so Hümmer weiter, dass die Bürger in Traunstein einen Wechsel haben wollen. Bis zur Stichwahl werde es »keinen lauten Wahlkampf« geben, weitere Veranstaltung seien wegen der Corona-Krise auch gar nicht möglich. »Wir werden uns überlegen müssen, was wir machen«. Zum einen sei zu überlegen, wie man die Bürger – etwa die Senioren – schützt, zum anderen seien die Weichen zu stellen, damit die Arbeitsplätze gesichert werden. Mörtl-Körner freute sich, dass sie mit 19,45 Prozent im Vergleich zum Ergebnis 2014, als sie 13,24 Prozent erhalten hatte, dazugewonnen habe. Gleichwohl machte sie kein Hehl daraus, dass sie gerne in die Stichwahl gekommen wäre. »Doch die Traunsteiner Verhältnisse lassen so etwas noch nicht zu.« Die Wähler in der Stadt seien »sehr traditionell«. 

Steiner zeigte sich mit seinen 6,24 Prozent zufrieden, zumal das Ergebnis für den Kandidaten der Traunsteiner Liste im Vergleich zu dem von 2014 um 50 Prozent besser sei – Dr. Ralph Joerger hatte damals 4,21 Prozent bekommen. Er habe sich, wie Steiner weiter sagte, »drei sehr starken Gegnern« gegenüber gesehen. Das Ergebnis sei für ihn okay, zumal für ihn nun vor allem auch eine andere Frage sehr wichtig ist – und zwar die, ob er den Einzug in den Stadtrat schafft. 

16.210 Wahlberechtigte in der Stadt waren am Sonntag aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. 9258 machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. 9214 Stimmabgaben waren gültig, 44 ungültig. Die Wahlbeteiligung betrug damit dann 57,11 Prozent. Rund 50 Besucher verfolgten im Rathaus das Einlaufen der Wahlergebnisse aus den einzelnen Stimmbezirken. Die Uhr zeigte 19.57 Uhr, als das vorläufige amtliche Endergebnis der Oberbürgermeister-Wahl feststand. 

300 Wahlhelfer waren in der Stadt Traunstein im Einsatz. Unter ihnen waren auch etwa 100 Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Die Wahlhelfer in den Urnenwahlbezirken arbeiteten von 8 bis 18 Uhr im Schichtbetrieb, jene in den Briefwahlbezirken gingen um 16 Uhr an die Arbeit. Um 18 Uhr war dann das gesamte Wahlteam im Einsatz. 

7764 der insgesamt 15.461 Stimmberechtigten hatten sich am 16. März 2014 an der Wahl des Oberbürgermeisters in Traunstein beteiligt – was einer Wahlbeteiligung von 50,22 Prozent entsprach. Abzüglich der 50 Zettel, die ungültig waren, verteilten sich 7714 gültige Stimmen auf die fünf Kandidaten. Manfred Kösterke (UW), der damalige Rathauschef, erhielt 3217 Stimmen (41,70 Prozent), Christian Kegel (SPD) 1802 Stimmen (23,36 Prozent), Wolfgang Osenstätter (CSU) 1349 Stimmen (17,49 Prozent), Burgi Mörtl-Körner (Grüne) 1021 Stimmen (13,24 Prozent) und Dr. Ralph Joerger (Traunsteiner Liste) 325 (4,21 Prozent). In der Stichwahl setzte sich dann Kegel gegen Kösterke durch.

Das Ergebnis der Stadtratswahl wurde im Laufe der Nacht ausgezählt und wird am heutigen Montag bekannt gegeben.

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