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Stadt übernimmt die TuS-Halle und die Kadlec-Halle

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Traunreut: Stadt übernimmt die TuS-Halle und die Kadlec-Halle
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Für die Nutzer der Halle wie zum Beispiel diese Nachwuchsfußballer der G-Jugend des TuS Traunreut ändert sich durch die Übernahme der TuS-Halle durch die Stadt nichts. Sie können auch weiterhin in der Halle an der Jahnstraße trainieren. (Foto: Rasch)

Traunreut – Jetzt ist es beschlossene Sache: Die Stadt Traunreut übernimmt ab Oktober die TuS-Halle und die Kadlec-Halle. An die Übernahme sind aber auch einige Bedingungen geknüpft, mit denen sich beide Seiten, der TuS Traunreut und die Stadt, einverstanden erklären.


Wie mehrfach berichtet, hatte der Stadtrat im Oktober letzten Jahres beschlossen, dass die Stadt die TuS-Halle und die Kadlec-Halle übernimmt, um somit dem Verein finanziell aus der Patsche zu helfen. Bezüglich der Nutzung hatten damals beide Seiten ihre Vorstellungen klar definiert. Nach einer intensiven Diskussion zwischen den Vertretern der Stadt und des Sportvereins konnte schließlich ein für beide Seiten tragbarer Kompromiss erzielt werden. Dies bestätigte auch der Vorsitzende des TuS Traunreut, Roger Gorzel, dem Traunsteiner Tagblatt am Rande der Stadtratssitzung, in der die Bedingungen für eine Übernahme der Hallen klar definiert und per Beschluss bekräftigt wurden.

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Die neuerlichen Vorstellungen des Vereins weichen von den ursprünglichen Forderungen nur unwesentlich ab. Folgende Ergänzungen wurden noch konkretisiert. So soll die teure Ausstattung der Boxer weiterhin im Eigentum der Abteilung beziehungsweise des Vereins bleiben.

Gleichzeitig soll aber noch geprüft werden, ob zum Zwecke der Alleinnutzung der noch genau zu bezeichnenden Räume der Boxabteilung mit dem TuS eine Sondervereinbarung abgeschlossen werden könnte. So lange noch keine geeigneten Schutzmaßnahmen getroffen sind, ist das Bogenschießen in der Halle verboten.

Veranstaltungen, wie beispielsweise ein Ski-Basar, sind weiterhin durch den Verein möglich, soweit diese nicht gegen die in der Baugenehmigung festgelegten Bestimmungen verstoßen. Hierfür müssten spätestens nach der geplanten Erneuerung des Hallenbodens Schutzmaßnahmen getroffen werden. Auch müssen die konkreten und gewünschten Nutzungszeiten für solche Veranstaltungen vorher mit der Stadt abgesprochen werden. Die Reinigung der Halle nach solchen Veranstaltungen muss der Verein übernehmen. Die Erlöse aus den Veranstaltungen verbleiben dem Verein. Nicht zulässig ist aber eine Untervermietung beider Hallen an Dritte, beispielsweise für Betriebsversammlungen und dergleichen.

Den Turnern und den Judoka des TuS steht die Kadlec-Halle in den nächsten 15 Jahren im bisherigen Nutzungsumfang kostenlos und vorrangig zur Verfügung. So lange läuft nämlich noch das Zuschuss-Verfahren der Kadlec-Halle. Turnern anderer Traunreuter Vereine und Institutionen soll es jedoch seitens der Stadt erlaubt werden, die Halle in der übrigen Zeit zu nutzen solange dabei die Belange der Turner und Judoka des TuS nicht beeinträchtigt werden.

Um die Übernahme auch rechtlich in trockene Tücher zu bringen, wurden mehrere Einzelbeschlüsse gefasst: Der Erbpacht zwischen dem TuS Traunreut und der Stadt Traunreut ist aufzulösen. Da ein Gebäudeteil der Kadlec-Halle auf dem Grundstück des TuS Traunreut errichtet worden ist, ist es auch erforderlich, dass zur Wahrung der Baugenehmigung der Stadt Traunreut die erforderlichen Grundstücksteile kostenlos übertragen werden. Gleichzeitig muss der Verein die Abstandsflächenübernahme erklären sowie ein Betretungsrecht für Renovierungsarbeiten und dergleichen übertragen.

Anfallende Zins- und Tilgungsaufgaben aufgrund der Übernahme von Darlehen im Rahmen der Übertragung beider Hallen sollen im Rahmen eines Nachtragshaushaltes berücksichtigt werden. Zudem wurde beschlossen, dass für einen Gutachter, der den Bauzustand der Gebäude untersuchen soll, außerplanmäßig 45.000 Euro im laufenden Haushalt eingestellt werden. Die Verwaltung wurde auch damit beauftragt, nach positiver Rückmeldung des TuS zur Entscheidung des Stadtrats die rechtlichen Schritte für die Übertragung der Hallen und die Auflösung des Erbbaurechtsvertrages einschließlich aller damit zusammenhängenden Vereinbarungen vorzunehmen.

Die Übertragung soll zum 1. Oktober erfolgen. Ergänzend wurde noch angeregt, dass von Seiten des TuS zugesichert werden sollte, dass neben den der Verwaltung anhand der vorgelegten Unterlagen bekannten Verbindlichkeiten keine weiteren Verbindlichkeiten die TuS-Halle und die Kadlec-Halle betreffend bestehen.

Per Beschluss wurde auch festgehalten, dass die abzuschließenden Vereinbarungen unter dem Vorbehalt eines Beschlusses des zuständigen TuS-Gremiums, dem Ergebnis eines künftigen Sanierungsgutachtens hinsichtlich der weiteren Nutzung der Halle sowie der noch zu regelnden unentgeltlichen Sondervereinbarung bezüglich der Räume der Boxabteilung stünden. ga


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