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»Seniorengarten Auszeit« startet im September

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Zur Projektgruppe, die den »Seniorengarten Auszeit« in Traunreut im September starten will, gehören (von links) Klaus und Eva Güstrau, Georg Grafetstätter, Kerstin Niemietz und Kurt Schmoll von der Diakonie sowie (stehend dahinter) Kurt Knebel. (Foto: Mix)

Traunreut. Unter dem Namen »Seniorengarten Auszeit« wird es ab Herbst ein regelmäßiges Betreuungsangebot für Menschen mit Demenz in Traunreut geben. Die Projektgruppe »Ehrenamtliche Hilfe für Angehörige von demenzkranken Menschen« informierte über das Projekt. Projektträger ist die Diakonie Traunstein. Das Projekt bekam bereits ausreichend Anmeldungen sowohl von künftigen Besuchern wie auch von ehrenamtlichen Helfern. Unter dieser Voraussetzung kann der »Seniorengarten« an den Start gehen.


Beim Informationsabend stellte sich die Projektgruppe vor und ging auf Fragen ein. Kurt Knebel, Mitglied des Traunreuter Seniorenbeirats und Ideengeber für das Projekt, erläuterte kurz, wie es dazu kam. Beim zufälligen Treffen einer Bekannten, deren Mann an Demenz erkrankt ist, sei er darauf aufmerksam geworden, dass die pflegenden Angehörigen ein großes Problem haben, weil sie ihren Verwandten nicht mehr allein lassen können. »Alle Erledigungen müssen im Eiltempo erfolgen, man hat keine Zeit mehr für soziale Kontakte oder einen Ratsch mit Freunden«, stellte er fest. Die Folge sei, dass sich die pflegenden Angehörigen immer mehr zurückziehen und vereinsamen. Knebel stellte sich daraufhin die Frage, wie man diesen Betroffenen helfen könnte und warum es nicht so etwas wie einen Kindergarten zur täglichen Betreuung auch für Senioren gibt. So entstand die Idee zum Projekt »Seniorengarten Auszeit«. Das Wort Auszeit in dem Titel verweist darauf, dass mit diesem Angebot die Angehörigen zumindest stundenweise eine Auszeit nehmen und sich um eigene Belange kümmern können.

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Als Träger gewann die Projektgruppe die Diakonie Traunstein. Kerstin Niemietz, Pflegedienstleiterin der Diakonie, informierte die Zuhörer über die Schulung, mit der ehrenamtliche Helfer auf ihre Aufgaben im Seniorengarten vorbereitet werden. In drei Modulen erhalten diese Helfer das notwendige Rüstzeug und lernen den richtigen Umgang mit Dementen. Eine Fachkraft wird während der angebotenen Betreuungstage zudem ständig anwesend sein. Auf die Frage, welche Voraussetzungen die Helfer mitbringen müssten, antwortete Kerstin Niemietz: »Sie sollten das Herz am richtigen Fleck haben, Geduld und keine Berührungsängste, alles Weitere lernen sie bei uns.«

Da sich beim Informationsabend ausreichend ehrenamtliche Helfer meldeten und auch schon einige Anmeldungen für Besucher des Seniorengartens vorliegen, kann im September begonnen werden. Das Seniorenwohnheim Pur Vital »Servicewohnen an der Traun« an der Adalbert-Stifter-Straße in Traunreut stellt für den Seniorengarten seine Bibliothek mit angrenzender Terrasse zur Verfügung, wo die Besucher betreut und beschäftigt werden können. Vorgesehen ist die Betreuung im Seniorengarten zunächst immer montags und mittwochs von 9.30 bis 13.30 Uhr und freitags von 11 bis 15 Uhr. Eine Erweiterung auf fünf Wochentage ist bei entsprechendem Bedarf möglich. Für die Betreuung wird eine Gebühr von 2,50 Euro pro Stunde berechnet. Wird eine Mittagsverköstigung gewünscht, kostet dies zusätzlich 4,50 Euro am Tag. Kurt Schmoll von der Diakonie verwies auf die finanziellen Hilfen, die Menschen mit Demenz zustehen und die dafür verwendet werden können. Sie erhalten aus der Pflegeversicherung einen zusätzlichen Betrag für Betreuung von 100 oder 200 Euro im Monat je nach Grad der Erkrankung. Diese Betreuungsleistungen sind bei der Pflegekasse zu beantragen.

Weitere Informationen gibt es telefonisch bei Kurt Knebel unter 08669/37229 oder Eva und Klaus Güstrau unter 08669/37217 mix