weather-image
24°

Renovierungsarbeiten sind gestartet

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Die evangelische Kirche ist eingerüstet, Handwerker sind schon eifrig am Arbeiten. (Foto: Mix)

Traunreut – Die umfangreichen Renovierungsarbeiten an der evangelisch-lutherischen Paulus-Kirche haben vor kurzem begonnen.


Fassade, Dach und Oberlichter des Gebäudes sind als erstes an der Reihe. Pfarrer Stefan Hradetzky hofft, dass die Arbeiten bis zum Reformationsfest am 31. Oktober abgeschlossen sein werden.

Anzeige

»Es hat vier Jahre gedauert von der ersten Begehung bis zum Beginn der Arbeiten«, sagt Pfarrer Hradetzky. Umso glücklicher ist er, dass es nun endlich losging. Er freut sich jeden Tag aufs Neue beim Anblick des Gerüsts und der arbeitenden Handwerker. Wie mehrmals berichtet, weist die Kirche erhebliche Schäden auf.

Da es sich bei dem Gotteshaus um das älteste Baudenkmal in der Kernstadt handelt, redet auch das Amt für Denkmalschutz mit. Dadurch kann die Gemeinde nicht alles so renovieren, wie sie es gerne möchte. »Wir wollten aus Gründen der Nachhaltigkeit ein neues Dach aus Alu«, berichtet der Pfarrer. Damit es auch nach der Renovierung so aussieht wie ursprünglich, müssen jedoch wieder Zementplatten verwendet werden.

Erfreulich ist dagegen für den Pfarrer, dass aufgrund der Auflagen des Denkmalschutzes die alten, mehrmals übermalten Farbschichten freigelegt wurden. Künftig wird der Innenraum wieder weiß gestrichen sein und die Bänke hellgrau. Pfarrer Hradetzky: »Dadurch gewinnt der Raum enorm.« Auch wird zusätzlich noch ein ganz neues Lichtkonzept für die Kirche erstellt, das allerdings noch vom Denkmalamt abgesegnet gehört; es wird weitere, bisher nicht eingeplante Kosten in Höhe von rund 60 000 Euro verursachen. »Aber das ist es wert. Die Menschen sollen sich schließlich wohl und willkommen fühlen. Eine dunkle Kirche entspricht einfach nicht der Botschaft, die wir hier vermitteln wollen«, erklärt der Hausherr.

Nach dem Grundsatz »von außen nach innen renovieren« kommen nun je nach Wetterlage zunächst Dach, Oberlichter und Fassade dran. Wenn Anfang Juli die Innenarbeiten beginnen, muss die Kirche für rund acht Wochen gesperrt werden. Die Gottesdienste fallen in dieser Zeit aber nicht aus, sondern werden im katholischen Pfarrsaal abgehalten.

Neu hinzugekommen ist noch eine weitere wichtige Maßnahme. Der Regenwasserkanal rund um die Kirche wurde befahren und dabei stellte man fest, dass er fast komplett zerstört ist. Im Herbst muss alles aufgegraben und ein neuer Kanal eingebaut werden. Dann wird auch der Vorplatz der Kirche ansprechend gestaltet. In Anlehnung an die künftige Gestaltung des Rathausplatzes soll dabei der gleiche Bodenbelag wie dort verwendet werden. Pfarrer Stefan Hradetzky ist diesbezüglich im Gespräch mit dem Stadtbaumeister und hofft, dass dafür dann auch eine finanzielle Unterstützung im Rahmen des Städteförderprogramms des Landes Bayern möglich ist. »Schließlich ist der Erhalt unserer Kirche als Allgemeingut von öffentlichem Interesse«, so die Auffassung des Priesters.

Eine Tatsache erfreut ihn immer wieder: Die Spendenbereitschaft der Bürger und der Pfarrangehörigen ist ungebrochen. Bisher gingen fast 80 000 Euro ein. Nach wie vor können Patenschaften für die Mosaiksteine erworben werden. Aufgrund der gestiegenen Kosten durch Mehraufwand, der zuvor nicht absehbar war, erhöht sich auch der Anteil der Kirchengemeinde und sie braucht das Geld dringend. mix