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Gute Fortschritte auf der Freibadbaustelle

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Der neu formierte Werkausschuss des Traunreuter Stadtrats informierte sich auf der Baustelle des Franz-Haberlander-Freibads Traunreut über den Baufortschritt. Nach Angaben der Stadtwerke könnte das Bad Ende Juni wieder geöffnet werden. Unter welchen Auf­lagen Badespaß trotz Corona möglich wäre, muss noch abgewartet werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die Traunreuter Freibadbaustelle liegt in den letzten Zügen. Mit einer rund vierwöchigen Verzögerung könnte das sanierte Franz-Haberlander-Bad Ende Juni wieder geöffnet werden: »Wir wären am 27. Juni startklar«, sagte der Projektleiter Hartmut Hille bei einer Besichtigung der Baustelle durch den neuformierten Werkausschuss des Traunreuter Stadtrats. Zunächst müssen aber die Stadtwerke als Betreiber der Traunreuter Bäder abwarten, ob und wann die Bäder in Bayern wieder öffnen dürfen. Und wenn, unter welchen Auflagen Badespaß trotz Corona wieder möglich ist.


Die Stadtwerke wären für alle Eventualitäten gerüstet. »Wir hätten alles bei der Hand, wie Security-Kräfte und zusätzliches Reinigungspersonal«, versicherte der Leiter der Traunreuter Bäder, Andreas Lohr. Denn eines sei klar: »Die Kunden kaufen sich mit der Eintrittskarte stückweit eine Sicherheit, die das Freibad bieten muss.«

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Bei Öffnung keine Saison- oder Familienkarten

Zunächst müssen aber die Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung abgewartet werden. Dabei stellen sich für den Betreiber und das Bäderpersonal viele Fragen: Wie viele Badegäste dürfen rein? Welche Distanz muss gewahrt werden? Darf das Kleinkinderbecken überhaupt genutzt werden? Muss der Spielplatz (Bolzplatz) gesperrt werden? Wie sieht es mit den Hygienemaßnahmen der sanitären Anlagen aus? Diese und weitere Fragen könnten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden, sagte Lohr.

Er wies auch darauf hin, dass im Falle einer Öffnung des Bads, die auch mit den Bädern der Nachbargemeinden abgesprochen werden müsste, keine Saison- oder Familienkarten ausgegeben werden können.

Unterdessen herrscht auf der Baustelle rege Bautätigkeit. Ursprünglich war geplant, dass die Arbeiten Ende Mai abgeschlossen werden können und das Bad am 1. Juni wieder öffnen kann. Durch die Corona-Krise, die dazu geführt habe, dass Mitarbeiter von ausländischen Firmen quasi von einer auf die andere Minute abgezogen worden seien, hätten sich die Arbeiten jedoch um rund vier Wochen nach hinten verschoben, erklärte Hille. »Mittlerweile sind aber wieder alle Arbeiter an Bord und sehr fleißig.«

Auf Nachfrage von Stadtrat Alfred Wildmann (FW) teilte Hille auch mit, dass es leider einen Arbeitsunfall gegeben habe. Wie berichtet, war ein 53-jähriger Bauarbeiter in einem Keller-Rohbau von einem zwei Meter hohen Gerüst gestürzt und auf den Betonboden gefallen. Der Arbeiter wurde dabei mittelschwer verletzt.

Gesamtkosten liegen bei sieben Millionen Euro

Von Diebstählen sei die Baustelle verschont geblieben, sagte Hille, der auf Nachfrage auch über den aktuellen Kostenstand informierte. Die Gesamtkosten werden sich bei sieben Millionen Euro bewegen. In diesem Betrag seien auch die Baunebenkosten (Planungskosten) enthalten, die rund 28 Prozent der Gesamtsumme ausmachen. Zusätzliche, vom Stadtrat während der Planung beschlossene Maßnahmen, die nicht oder nur zum Teil in der ursprünglichen Kostenberechnung berücksichtigt waren, haben zu einer Kostenerhöhung geführt.

Hinzu kommen auch noch die in den letzten zwei Jahren gestiegenen Materialkosten und eine neue Trafostation, die der Planer anfangs nicht auf dem Schirm hatte. Bei der Berechnung der elektrischen Anschlussleistung war der Elektroplaner davon ausgegangen, dass die bisherige Anschlussleistung ausreicht und keine neue Trafostation erforderlich ist. Wie sich aber herausgestellt hat, war die Zusicherung nicht korrekt. Der damalige Elektroplaner war bei der Berechnung von der bisherigen Badewassertechnik ausgegangen. Deshalb wurden dafür auch keine Kosten eingeplant. Auf Grundlage der neu herangezogenen Badewassertechnik hat sich jedoch herausgestellt, dass eine höhere Anschlussleistung notwendig ist. Deshalb musste jetzt eine neue 630-Kilowattampere-Trafostation errichtet werden. Nach Angaben des Leiters der Stadtwerke, Frank Wachsmuth, sei die Planungsfirma ob dieses Berechnungsfehlers den Stadtwerken auch finanziell entgegengekommen und trage die Kosten für die Neuplanung.

Freizeitbecken wird schon gereinigt und befüllt

Noch in dieser Woche wurde begonnen, das Freizeitbecken zu reinigen, mit Wasser zu füllen und an die neue Technik anzuschließen. Nächste Woche soll dann auch im neuen Schwimmerbecken, das um zwei auf acht Bahnen erweitert wurde, das Wasser eingelassen und ebenfalls an die neue Technik angeschlossen werden. Laut Hille müsse die Wasserbeschaffenheit dann vom Gesundheitsamt überprüft werden, um sicherzustellen, dass keine Keime entstehen können. Parallel dazu sollen nächste Woche auch neue Bäume gepflanzt und die Grünanlagen um die Becken hergestellt werden. »Wir wären auf alle Fälle betriebsbereit. Ob der Schlüssel umgedreht werden kann oder nicht, wird sich zeigen«, so der Projektleiter. ga


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