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Gesamtverkehrskonzept soll erstellt werden

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Foto: Symbolbild (pixabay)

Traunreut – Der Traunreuter Stadtrat beschloss in seiner außerordentlichen Sitzung, dass Angebote zur Erstellung eines Gesamtverkehrskonzepts für die Stadt eingeholt werden. In der Diskussion waren sich die Stadträte zwar einig, dass so ein Konzept vorteilhaft und auch notwendig sei. In Frage stellten manche jedoch den Zeitpunkt und eine eventuelle Beteiligung des Landkreises.


Robert Ulzhöfer vom Büro »Stadt Land Verkehr« in München stellte im Stadtrat erneut den Leistungskatalog vor, den ein Gesamtverkehrskonzept für Kernstadt und Außenbereiche umfassen sollte. Roger Gorzel (Bürgerliste) hob hervor, dass der Arbeitskreis Verkehr bereits ein sehr professionelles Radwegekonzept und ein Konzept für den ÖPNV erstellt hat. »Das kostete uns keinen Cent.« In seinen Augen müssten nun erst einmal wichtige Punkte abgearbeitet werden, für die man auf überörtliche Behörden angewiesen ist, wie beispielsweise die Situation an der Kreuzung in St. Georgen. Deshalb stimmte er auch zusammen mit seinen Fraktionskollegen Hans Danner und Sepp Winkler gegen den Beschluss, der mit einer Mehrheit von 24 Stimmen angenommen wurde.

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Robert Ulzhöfer entgegnete Roger Gorzel, dass überregionale Behörden auf Verkehrserhebungen angewiesen sind, um Entscheidungen zu treffen. Und genau diese Erhebungen sollten im Verkehrskonzept erstellt und so formuliert werden, dass sie auch in 15 Jahren noch passen.

Sepp Winkler (Bürgerliste) stellte in Frage, ob in mehreren Jahren noch jemand in das Konzept reinschaue. Er könne sich nicht erinnern, dass in der Vergangenheit das 1991 erstellte Gutachten zum Verkehr in der Stadt jemals bei einer Entscheidung des Stadtrats zu Rate gezogen worden ist. Seiner Meinung nach steht aktuell kein Projekt an, bei dem man ein Verkehrskonzept benötigen würde. Bürgermeister Klaus Ritter meinte dazu: »Nach fast 30 Jahren dürfen wir uns schon ein neues Gutachten gönnen.«

Honorarangebote sollen eingeholt werden

Winkler stellte einen Betrag von 90 000 Euro für das Konzept in den Raum, dem Ritter aber widersprach. Bei dem gewünschten Leistungsumfang rechne er mit Kosten von 45 000 bis 50 000 Euro. Auf Wunsch von Sepp Winkler wurde in den Beschluss mit aufgenommen, dass Honorarangebote für ein Gesamtverkehrskonzept eingeholt und dem Hauptausschuss zur Beratung vorgelegt werden sollten.

Christian Stoib (SPD) regte an, die notwendigen Verkehrszählungen nicht wie im Leistungskatalog angeführt an einem Dienstag und Donnerstag durchzuführen, sondern möglichst bei Schichtwechsel oder Arbeitsende an einem Freitag, wenn sich die Parkplätze der Industriebetriebe auf einen Schlag leeren. Auch mache es einen großen Unterschied, ob man im Sommer zählt, wenn viele Arbeiter mit dem Rad kommen und die Parkplätze wesentlich leerer sind, oder im Winter.

Nach Meinung von Günter Dzial (SPD) hätte ein solches Konzept schon viel eher kommen müssen: »Wir suchen nach Wohnraum um jeden Preis, aber dazu gehören auch Autos, die wir jetzt schon schwer unterbringen.« Für Matthias Bauregger (FW) ist wichtig, dass der Aspekt Klimaschutz mit aufgenommen wird und Martin Czepan (Grüne) sieht es auch als Aufgabe der Stadt an, den Bürgern alternative Möglichkeiten zu bieten, damit sie vermehrt auf das Auto verzichten. Besonders im Bereich Fahrradverkehr sieht er hier großen Bedarf.

Hans-Peter Dangschat (CSU) warf die Frage auf, ob nicht zunächst der Flächennutzungsplan überarbeitet werden sollte, bevor man an ein Verkehrsgutachten herangeht. Derzeit gebe es keine verfügbaren Flächen für Gewerbe und Baugebiete und erst wenn solche gefunden sind, könne man den Verkehr dorthin entsprechend planen. Für Robert Ulzhöfer gleicht dieser Punkt der bekannten Frage, wer zuerst da war, die Henne oder das Ei. Man könne auch andersrum neue Flächen aus verkehrlicher Sicht erschließen.

Konrad Unterstein (FW) erinnerte daran, dass vor nicht allzu langer Zeit ein Baugebiet fallengelassen werden musste, weil die Verkehrssituation nicht in den Griff zu kriegen war. »So etwas sollte uns nicht noch- mal passieren. Wir müssen agieren und nicht reagieren, müssen wissen, wo wir hinwollen«.

Die Verwaltung erhielt nun vom Stadtrat den Auftrag, gemäß dem vorgestellten Leistungskatalog Honorarangebote für ein Gesamtverkehrskonzept einzuholen. Der Untersuchungsraum soll die Kernstadt und die Außenbereiche umfassen. mix