weather-image
19°

Geothermie-Projekt schürt Sorge um die Trinkwasserversorgung

5.0
5.0
Bildtext einblenden
In dem Weiler Walchenberg sollen im Zuge des geplanten Geothermie-Projekts in Litzlwalchen weitere Bohrungen niedergebracht werden. Nach Angaben des Grundstücksbesitzers wurden mit dem Betreiber aber noch keine Verträge oder dergleichen abgeschlossen. (Foto: Rasch)

Traunreut – In Traunreut existiert bereits ein Geothermiekraftwerk, in dem sowohl Wärme, als auch Strom produziert wird. Ein weiteres, in Litzlwalchen geplantes Geothermie-Projekt, das allein zur Stromgewinnung genutzt werden soll, sorgt derzeit für Schlagzeilen.


Widerstand regt sich dabei auch in der Stadt Traunreut. Denn ein Bohrplatz ist auf städtischem Grund in Walchenberg geplant. Der Stadtrat befürchtet durch die Bohrungen eine potenzielle Gefährdung der Traunreuter Trinkwasserversorgung.

Anzeige

Deshalb wurde die Stadtwerkeleitung aufgerufen, dafür zu sorgen, dass in Abstimmung mit den anderen Behörden keine Einschränkungen oder Gefahren von der geplanten Geothermiebohrung  für die Traunreuter Trinkwasserversorgung ausgehen dürfen.

Der Werkleiter der Stadtwerke, Frank Wachsmuth, hat sich wegen der Befürchtungen, dass durch die Bohrungen und durch die Verlegung einer Verbindungsleitung durch die Zone III der Wasserschutzgebiete die Wasserversorgung gefährdet sein könnte, schriftlich an das Bergamt Südbayern gewandt und gefordert, dass es zu keinen gefährdenden Situationen in den Wasserschutzgebieten, zum Beispiel durch Borschlämme, Lkw-Transporte, Maschineneinsatz oder Leitungsverlegungen kommen dürfe.

Für den Fall, dass es während der Ausführung zu kritischen Situationen kommt, müsse im Zuge der Genehmigungsplanung eine Unbedenklichkeit des Vorhabens detailliert nachgewiesen und ein Havarie-Konzept beziehungsweise ein Maßnahmenplan vorgelegt werden. Die Stadtwerke wollen das Projekt als solches nicht verhindern und sind ein »absoluter Befürworter der Geothermie«, heißt es in dem Schreiben an das Bergamt. Wegen der oben genannten Gründe, würden die Stadtwerke Traunreut den geplanten Standort eines neuen Geothermie-Kraftwerks in der Gemeinde Nußdorf jedoch für problematisch halten.

In dem Antwortschreiben teilt das Bergamt Südbayern die Bedenken der Stadtwerke vor dem Hintergrund, dass sie als Trinkwasserversorger den für Trinkwasserbohrungen üblichen Brunnenbaustandard voraussetze. Mehrere von der Behörden beschriebene Maßnahmen würden jedoch dazu dienen, sowohl einen Zu- als auch einen Abfluss aus dem Bohrloch während der Errichtung und auch im folgenden Lebenszyklus zu verhindern.

In der letzten Stadtratssitzung wurde das Antwortschreiben bekannt gegeben. Zweiter Bürgermeister Hans-Peter Dangschat sowie Hans Kneffel (beide CSU) hatten eingangs darauf hingewiesen, dass der Bohrplatz relativ nahe am Wasserschutzgebiet liege und deshalb ein gesteigerter Schutz unabdingbar sei. »Ich habe schon Bauchweh, immerhin betrifft es 90 Prozent unserer Wasserversorgung«, erklärte Kneffel. Martin Czepan (Grüne) kritisierte, dass das geplante Kraftwerk nicht zur Wärmeversorgung genutzt werde, sondern ausschließlich Strom erzeuge, der in das allgemeine Stromnetz eingespeist werden soll.

Der geplante Standort des Geothermie-Kraftwerks liegt nordöstlich von Litzlwalchen an der Staatsstraße 2096 und der Gemeindegrenze zur Stadt Traunreut. Auf Nußdorfer Gemeindegebiet soll ein Bohrplatz mit zwei Förderbohrungen eingerichtet werden. Weitere Bohrungen zur Einleitung des Thermalwassers in den Untergrund sollen auf Traunreuter Gebiet (Walchenberg) durchgeführt werden. Die beiden Bohrungen sollen durch eine Leitung verbunden werden. Diese soll neben öffentlichen Wegen verlegt werden. Auch die Traun müsse dabei unterirdisch gequert werden. Diese Baumaßnahme setze eine Umweltverträglichkeitsprüfung voraus. ga