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Freibad-Sanierung: Zeitplan und Kosten werden bislang eingehalten

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Traunreut: Zeitplan und Kosten werden bei Franz-Haberlander-Freibad-Sanierung bislang eingehalten
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Das Franz-Haberlander-Freibad in Traunreut ist eine riesige Baustelle. Seit rund einem Monat wird an der weiteren Sanierung gearbeitet. Unter anderem müssen in riesigen Rohgräben neue Versorgungsleitungen verlegt werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Seit rund vier Wochen herrscht im Zuge der weiteren Sanierung des Traunreuter Freibades reger Baustellenverkehr. Auf dem Gelände, wo sich im Sommer die Badegäste tummeln, türmt sich der Aushub, der zum Teil abtransportiert und größtenteils wieder eingebaut wird. Kurzum, das Freibad ist eine riesige Baustelle.


Wie weit die Bauarbeiten im Franz-Haberlander-Freibad sind, hat sich der Werkausschuss bei einem Rundgang mit Vertretern der Stadtwerke zeigen lassen.

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»Das ist gewaltig. Dass wir so viel auf einmal angeschafft haben, kann ich mich gar nicht entsinnen«, sagte Ernst Ziegler (SPD), der von der Riesenbaustelle ebenso beeindruckt war wie seine Werkausschuss-Kollegen. Vom Schwimmerbecken sind nur noch Konturen sichtbar, der Sprungturm wurde abgerissen und auch das Kleinkinderbecken wurde restlos entfernt.

Die neue Sprungturmanlage, die als extra Becken auf die Südseite verlegt wird, nimmt bereits erste Formen an. Die Bodenplatte ist schon betoniert. Die Fläche zwischen der neuen Sprungturmanlage und dem Schwimmerbecken wird gepflastert und es sollen dort weitere Liegeflächen entstehen. Beim Schwimmerbecken wurden auch schon die ersten Maßnahmen für eine Erweiterung getroffen. Auf der bereits befestigten Fläche entstehen zwei zusätzliche Bahnen. Auch wurden die Maße der Beckenlänge exakt auf 50 Meter angepasst.

Wie Projektleiter Hartmut Hille von den Stadtwerken erklärte, werden die Wände des neuen Edelstahlbeckens noch heuer gesetzt. Der Beckenboden soll dann erst im Frühjahr eingebracht werden.

Das Kinderbecken wird am angestammten Platz neu gebaut und auch in Edelstahl ausgeführt. Daneben entsteht ein separater Wasserspielplatz. Um beide Anlagen wird auch ein Fallschutz eingebaut. Auf Höhe des Kinderbeckens wird gerade an einem kleinen Technikgebäude für den Kleinkinderbereich gearbeitet. Im Untergeschoß dieses Gebäudes wird die Badewassertechnik für den Kleinkinderbereich eingebaut und darüber entsteht ein Sanitärbereich mit Toiletten und Wickelraum. Eine Breitwellenrutsche mit einem seichten Becken wird zwischen dem Kleinkinderbereich und dem Freizeitbecken neu gebaut.

Ein imposantes Bauwerk ist das bereits seit geraumer Zeit sich im Bau befindliche, große Technikgebäude im nordöstlichen Bereich. Hier werden gerade die neuen Verbindungsleitungen angeschlossen und am Einbau der Badewassertechnik gearbeitet.

Positiv über den bisherigen Bauverlauf äußerte sich Bernhard Posch von der gleichnamigen Baufirma. »Wir sind gut im Zeitplan, weil das Wetter gut mitgespielt hat«, sagte Posch dem Traunsteiner Tagblatt.

Auch die Kosten bewegen sich bisher im Rahmen. »Aktuell sieht es nach einer Punktladung aus«, erklärte Projektleiter Hille im Anschluss an die Besichtigung in der Werkausschusssitzung. Laut aktuellem Kostenplan liege man nur mit 3,3 Prozent über den berechneten Kosten. Einige Gewerke der rund 6,7 Millionen Euro teuren Investition seien bereits vollständig abgerechnet worden, teilte Hille mit.

Wie berichtet, mussten einige Gewerke aufgrund überteuerter Angebote neu ausgeschrieben werden. Über die neuen Beauftragungen und Nachträge wurde der Werkausschuss in der Sitzung informiert. So musste das Gewerk Heizungs-, Lüftungs- und Sanitär-Technik (HLS-Technik) ein drittes Mal ausgeschrieben werden. Sowohl bei der ersten als auch zweiten Ausschreibung wurde lediglich ein Angebot vorgelegt, das etwa 89 Prozent über der Kostenberechnung lag. Bei der dritten »Verhandlungsvergabe ohne Teilnehmerwettbewerb« wurden zwei Angebote vorgelegt. Der Mindestbieter, die Firma Schupfner aus Kay, hat den Zuschlag mit einem Angebot von rund 248.000 Euro erhalten. Gegenüber der Kostenberechnung bedeutet dies eine Kostenmehrung von rund 10.000 Euro. Günstiger als angenommen sind die Zimmererarbeiten, für die die Firma Holzbau Drechsel in Garching den Zuschlag bekommen hat. Angesetzt waren hier rund 31.000 Euro. Das Angebot der Garchinger Firma lag um etwa 10.000 Euro darunter.

Für die Spenglerarbeiten hat sich nur eine Firma beworben. Diese wurden an die Firma Madema-Systems in Tacherting zu einem Angebotspreis von rund 20.000 Euro vergeben. Die Kostenberechnung lag hier bei 17.000 Euro. Mit den Schlosserarbeiten wurde die Firma Stadler aus Arnstorf beauftragt, die mit 29.700 Euro das günstigste Angebot eingereicht hatte. Auch hier liegen die Kosten um rund 6000 Euro über der Kostenberechnung. Im Vergleich zur Kostenberechnung um rund 3200 Euro günstiger war das Angebot der Firma Mussner, die den Zuschlag für die Fassadenverkleidung zu einem Angebotspreis von 35.400 Euro erhalten hat. Das Gewerk Wärmedämmverbundsystem erhielt die Traunreuter Firma Lettl zu einem Angebotspreis von 25.000 Euro. Auch hier wurde eine Kostenminderung von rund 3600 Euro erzielt.

Bei den Metalltüren und Fenstern klafft die Schere weit auseinander. Hier wurden zunächst die Kosten für einfache Kunststofffenster berechnet. Nach Angaben von Hille habe man sich aber für Schiebefenster entschieden, die einen Preisunterschied von über 100 Prozent ausmachten. Den Zuschlag erhielt die Schreinerei Kreuzeder in Freilassing mit einem Angebot von knapp 70.000 Euro. Die Fliesenarbeiten müssen erneut ausgeschrieben werden, da ein Angebot unvollständig war und ein weiteres circa 130 Prozent über der Kostenberechnung lag.

Weiter gab Bürgermeister Ritter einige Nachtragsangebote bekannt. Nachdem ein spezielles Bodeneinströmsystem beim Schwimmer- und Kinderbecken eine weiter auseinanderliegende Bodenkanalaufteilung zulässt, soll dieses System angewandt werden. Nach Angaben der Verwaltung habe auch das Gesundheitsamt Traunstein keine Einwände gegen diese Ausführung, die um über 100.000 Euro günstiger ist. Somit liegt die neue Auftragssumme für das Edelstahlbecken bei 1,15 Millionen Euro. ga