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»Da prallen zwei unterschiedliche Ziele aufeinander«

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Traunreut: Sanierung der Kantstraße ein schwieriges Thema
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An dieser Stelle sollte eigentlich ein Kreisverkehr gebaut werden. Doch das Staatliche Bauamt hat Sicherheitsbedenken. Nun soll ein Kompromiss gesucht werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Im Zuge der Planungen für eine Sanierung der Kantstraße prallen zwei unterschiedliche Ziele aufeinander: Die Stadt möchte eine attraktive Innenstadtstraße mit einer hohen Aufenthaltsqualität und das Staatliche Bauamt Traunstein als Straßenbaulastträger eine funktionierende Staatsstraße. Beide Ziele sind aber nur schwer in Einklang zu bringen.


Die Bürgerliste drängt darauf, das städtische Ziel weiter zu verfolgen und gleichzeitig das Straßenbauamt zum Bau einer Umgehungsstraße zu drängen, um die jetzt durch die Stadt führende Staatsstraße 2096 abzustufen. Diskutiert wurde darüber in der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause im k1.

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Die Bürgerliste hatte in einem Antrag darum gebeten, den Stadtrat über den aktuellen Sachstand der Kantstraße und der seit Ende März dieses Jahres vorliegenden Stellungnahme des Staatlichen Bauamts zu informieren. Die Behörde stellt die Planung in einigen Punkten in Frage: Unter anderem wäre ihrer Auffassung nach die bereits bestehende Ampelanlage für Fußgänger und Menschen mit einer Behinderung sicherer, als ein bei der Abzweigung Eichendorffstraße beschlossener Kreisverkehr.

Außerdem drängt die Behörde darauf, die Fahrbahnbreite von 7,50 Meter zu erhalten. Nach den Plänen Stadt sollte aber die Straße in einigen Bereichen verschmälert werden, um die Aufenthaltsqualität der Vorplätze zu verbessern. Auch die geplanten baulichen Straßenübergänge zweifelt die Behörde aus Sicherheitsgründen an.

Wie Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann dazu erklärte, seien die früheren Aussagen der Behörde in der Stellungnahme jetzt leider nicht mehr ersichtlich. Die Behörde habe ihm gegenüber erklärt, die Straße, die eh mal raus kommen solle, zu gestalten, wie es die Stadt für richtig halte. »Da prallen jetzt zwei unterschiedliche Ziele aufeinander«, sagte dritter Bürgermeister Johannes Danner. Die Stadt plane eine attraktive Innenstadtstraße mit hoher Aufenthaltsqualität, das Straßenbauamt möchte aber eine funktionierende Staatsstraße.

Die Stadt sollte aber trotzdem ihr Ziel weiter verfolgen und das Straßenbauamt zum Bau einer Umgehung von Traunreut drängen, so Danner. Bürgermeister Hans-Peter Dangschat schlug vor, sich beim Kreisverkehr auf einen Kompromiss zu einigen. »Nachdem die Behörde beim Bau eines Kreisverkehrs Sicherheitsbedenken anmahnt, sollten wir schauen, ob wir einen Kompromiss finden«, meinte der Bürgermeister.

Der nächste Schritt sei jetzt ein Gespräch mit den Vertretern des Staatlichen Bauamts Traunstein um die in der Stellungnahme aufgeführten kritischen Punkte klären zu können, teilte Gätzschmann weiter mit. Danach sei in einem nächsten Termin die Regierung von Oberbayern zu informieren und die Zustellung des Bescheids zum Förderantrag abzuwarten. Im Anschluss daran könnten dann die Planungsleistungen für die »Verkehrsanlagen« in einem Vergabeverfahren ausgeschrieben werden. Eine konkretere Zeitschiene könne aber derzeit auf Grund der vielen erforderlichen Zwischenschritte mit externen Projektbeteiligten und der aktuellen Finanzsituation der Stadt nicht dargestellt werden, so Gätzschmann.

In einem weiteren Antrag forderte die Bürgerliste eine detaillierten Sachstands-bericht über den geplanten Neubau für die Bücherei und die VHS. Nach Angaben von Gätzschmann bilden das Bibliotheks- und Raumkonzept für die Stadtbücherei sowie der Flächenbedarf für die VHS die Grundlage für die weitere Planung. Dieses Konzept sei mit einer Beraterin und dem Bücherei-Team bereits erarbeitet worden. In einer Schlussbesprechung sollte dann das Konzept nochmals mit dem Bücherei-Team Ende März dieses Jahres besprochen werden.

Dieser Termin sei dann aber wegen der Corona-Pandemie nicht mehr möglich gewesen. Auch die notwendigen Stadtratsbeschlüsse und die für April geplante Vorstellung des Konzepts im Stadtrat konnten in den vergangenen Monaten nicht vollzogen werden. Auf der Grundlage der noch notwendigen Beschlüsse stehe dann das Programm für den Planungsumfang fest. Des Weiteren müsse auch noch ein Vergabeverfahren für die Architektenleistungen festgelegt werden. Nach dem der Schwellenwert in Höhe von 221.000 Euro für das Projekt überschritten werde, müsse eine europaweite Ausschreibung erfolgen, die im September vom Stadtrat beschlossen werden soll. ga


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