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Bestattungsdienstleitungen neu ausgeschrieben: Angebote lagen weit über der Kostenschätzung

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Für die städtischen Friedhöfe Traunreut (Foto), Traunwalchen und St. Georgen wurden die Pflegearbeiten für die Freiflächen neu vergeben. Die Bestattungsdienstleistungen müssen allerdings aufgrund erhöhter Angebote neu ausgeschrieben werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die Bestattungsdienstleistungen für die städtischen Friedhöfe in Traunreut müssen neu ausgeschrieben werden. Aufgrund der hohen Abweichungen der Angebote sogar europaweit. Zwei Firmen hatten im Zuge einer öffentlichen Ausschreibung Angebote eingereicht, die weit über der Kostenschätzung liegen. Ein Angebot liegt mit knapp 90 Prozent über der Kostenschätzung und ein weiteres sogar über 330 Prozent. Deshalb beschloss der Hauptausschuss, die Ausschreibung aufzuheben und die Leistungen dieser hoheitlichen Aufgaben neu auszuschreiben.


Die Bestattungsleistungen für die städtischen Friedhöfe Traunreut, Traunwalchen und St. Georgen werden alle drei Jahre neu ausgeschrieben mit der Option einer einjährigen Verlängerung. Nachdem die Laufzeit des aktuellen Vertrags Ende April ausläuft, hat die Stadt Traunreut die Leistungen wie Grabmacher- und Beerdigungsdienste sowie Schließ- und Wartungsdienste neu ausgeschrieben. Bei der Angebotseröffnung stellte sich heraus, dass die seitens der Verwaltung geschätzten Kosten in Höhe von 210.000 Euro weit überschritten werden: Angebot eins lag mit einem Preis von 397.370 Euro 89,2 Prozent über der Kostenschätzung und Angebot zwei mit einem Preis von 912.558 Euro 334,6 Prozent darüber. Bei den Angeboten sowie bei der Kostenschätzung handelt es sich um Nettopreise.

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Nach Angaben der Verwaltung liege die von der Rechtsprechung gezogene Grenze, ab der eine Aufhebung der Ausschreibung in Betracht komme, grundsätzlich bei einer wesentlichen Überschreitung von etwa 20 Prozent gegenüber der Kostenschätzung. Deshalb wurde auch mit Rücksprache des städtischen Prüfungsamts dem Hauptausschuss empfohlen, die Ausschreibung aufzuheben.

Die derartigen Abweichungen von der Kostenschätzung brachten den Ausschuss ins Grübeln. Auf Nachfrage von Michael Mollner (LiZ), ob die Kosten zu niedrig geschätzt worden seien und man bei der nächsten Ausschreibung höhere Kosten ansetzen müsste, erklärte Sarah Wirth von der Rechtsabteilung, dass die Kostenschätzung nochmal überprüft worden sei und man nicht komplett daneben gelegen habe. Die Verwaltung werde aber noch einmal eine Markterkundung einholen und es sei sehr wahrscheinlich, dass nochmal nachjustiert werden müsse, so Wirth. Sollte die erneute Ausschreibung bis Ende April nicht in trockene Tücher gebracht werden, greift die Option einer Verlängerung durch die bisherig ausführende Firma Haberstock.

Neu ausgeschrieben werden mussten auch Arbeiten für die Unterhaltsleistungen der Freiflächen in den städtischen Friedhöfen Traunreut, Traunwalchen und St. Georgen, die in den vergangenen drei Jahren von der Maschinenring GmbH ausgeführt wurden. Auch hier endet der Vertrag für die gärtnerische Pflege Ende April. Die Entscheidung, welche Firma hier den Zuschlag erhalten soll, hatte bereits der Bauausschuss getroffen.

Drei Firmen hatten Angebote eingereicht und auch hier lag ein Angebot weit über dem Preis der letzten Jahre. Das Gremium verständigte sich darauf, die Arbeiten für weitere drei Jahre an die Maschinenring GmbH Traunstein zu vergeben. Der Maschinenring verlangt als Mindestbieter 347.986 Euro, der Zweitbieter lag bei 350 455 Euro und der Drittbieter hatte ein Angebot über 1,2 Millionen Euro abgegeben.

ga


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