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50 Jahre Heimatbund Schloss Pertenstein

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Durch die Gründung des Heimatbunds Schloss Pertenstein im Jahre 1969 hat das 1290 erstmals erwähnte Schloss Pertenstein eine Renaissance erfahren. Der Verein bemüht sich seither um den Erhalt des Schlosses. Die 50-jährige Erfolgsgeschichte des Vereins wird heuer das ganze Jahr hindurch mit Veranstaltungen gefeiert. (Foto: Rasch)

Traunreut – 170 Jahre lang war das urkundlich 1290 erstmals erwähnte Schloss Pertenstein unbewohnt und dem Verfall preisgegeben. Eine Renaissance erfuhr das Wasserschloss durch die Gründung des Heimatbundes Schloss Pertenstein am 9. Februar 1969. Seither bemüht sich der Verein um die Erhaltung eines der bedeutendsten profanen Baudenkmäler des Landkreises Traunstein.


Aufwändige Renovierungsarbeiten ließen aus einer Ruine nicht nur ein stattliches Vorzeige-Schloss werden: Als Kultur- und Begegnungsstätte genießt das Schloss der Grafen zu Toerring-Jettenbach weit über den Chiemgau hinaus großes Ansehen. Die 50-jährige Erfolgsgeschichte des Heimatbunds wird heuer das ganze Jahr hindurch mit Veranstaltungen gefeiert.

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Den Auftakt der Jubiläumsveranstaltungen bildet die Jahreshauptversammlung am kommenden Samstag um 16 Uhr im Carl-Orff-Saal. Unter dem Motto »Pertenstein lebt« findet am 26. April ein Weinfest mit der Band Gaudi Harmonie statt. Die weiteren Veranstaltungen werden rechtzeitig bekannt gegeben. Geplant ist unter anderem, jungen Künstlern eine kostenlose Bühne im Schloss zur Verfügung zu stellen, um sich vor Publikum zu präsentieren.

Untrennbar mit Schloss Pertenstein verbunden ist der Name Hans Lauber. Seiner Initiative und seiner Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass das Toerring-Schloss vor dem Verfall gerettet wurde. Der heute 83-Jährige, der für sein unermüdliches und facettenreiches Wirken 2014 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde, hat sein halbes Leben Pertenstein gewidmet und tut es noch. Auch wenn er den Vorsitz des Heimatbunds vor einem Jahr in jüngere Hände, nämlich in die seines Sohnes Hans Jakob, gelegt hat.

Unterstützt wird der 52-Jährige von seinen Schwestern Katharina und Veronika Lauber sowie Toni Stadelmann und den Beisitzern Elisabeth Müller, Ursula Grimminger, Georg Mehler und Uli Mittermaier. Das Vorstandsteam ist sich der großen Aufgabe des wertvollen Kleinods bewusst, das immer eine Baustelle bleiben wird. So stehen auch in den nächsten Jahren große Sanierungsmaßnahmen des denkmalgeschützten Schlossareals an. Um die Veranstaltungen zu gewährleisten, musste auch der Brandschutz ertüchtigt werden. Erst vor wenigen Tagen wurde von den Behörden der Brandschutz des Marstall-Gebäudes sichergestellt.

Jahrhundertlang waren die Grafen von Toerring in Pertenstein zu Hause. Der vorletzte Besitzer, Hans Veit Graf zu Toerring-Jettenbach, hat das Schloss dem Heimatbund nach dessen Gründung auf Erbpacht überlassen. Die Idee, die Schlossruine wieder aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken, reifte jedoch schon 1963, als Hans Lauber als Lehrer an die damalige Grund- und Hauptschule Traunwalchen kam. Von seinem Klassenzimmer mit Blick auf Schloss Pertenstein musste er mit ansehen, wie der Turm des Schlosses allmählich schiefer wurde.

Durch seine Gabe, seine Mitmenschen in den Bann zu ziehen und sie für seine Ideen zu begeistern, fand er rasch Gleichgesinnte, die ihn in seiner Vision bestärkten. Den Tipp, einen eingetragenen Verein zu gründen, bekam er damals von einem Regierungsdirektor; die Vereinsgründung wurde am 9. Februar 1969 im heutigen Carl-Orff-Saal besiegelt. Der ehemalige Bürgermeister von Matzing, Hans Mittermaier, einer von Laubers großen Mitstreitern, übernahm zunächst den Vorsitz und später dann der heutige Ortsheimatpfleger und Stadtrat Johannes Danner. Bevor Hans Lauber im Jahr 1992 Vorsitzender wurde, fungierte sein Sohn Hans Jakob für ein Jahr als Interims-Vorsitzender.

In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesverein für Landespflege und vielen guten »Schlossgeistern« ist es in den vergangenen 50 Jahren gelungen, der einstigen Ruine ihren alten Glanz zurückzugeben. Zweifler, die anfangs die Vision von Hans Lauber belächelten, wurden eines besseren belehrt und sind heute fest davon überzeugt: Ohne Hans Lauber wäre das Schloss eine Ruine geblieben und nicht mehr aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Heute weist die »Toerring-Allee« den Besuchern den Weg zu einer Kultur- und Begegnungsstätte. ga