Adelholzener Alpenquellen wollen Standort in großem Stil erweitern

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Die Adelholzener Alpenquellen planen, ihren Standort in den nächsten Jahren zu erweitern. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Die Adelholzener Alpenquellen wollen ihren Standort in den nächsten Jahren ausbauen. Das Unternehmen mit seinen gut 600 Mitarbeitern hat ein »Zukunftskonzept 2040« aufgestellt und in einer gemeinsamen, nichtöffentlichen Sitzung der Gemeinderäte Siegsdorf und Bergen vorgestellt.


In einem ersten Schritt planen die Adelholzener Alpenquellen, wie Geschäftsführer Peter Lachenmeir dem Traunsteiner Tagblatt mitteilte, den Neubau von Produktionshallen an der Stelle des jetzigen Parkplatzes sowie die Errichtung eines Mitarbeiterparkhauses. Zu diesem Zweck müsse die Kreisstraße verlegt werden. Die Unternehmensleitung rechnet mit einem Abschluss aller Genehmigungsverfahren und einem anschließenden Baubeginn im Jahr 2023.

Die Adelholzener Alpenquellen der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul seien ein gesundes Unternehmen mit stabilen Wachstumszahlen, erklärte Lachenmeir. Um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und gut 600 qualifizierte Arbeitsplätze in der Region langfristig zu sichern und zusätzliche zu schaffen, müssen die Produktionskapazitäten seinen Angaben zufolge stetig angepasst und optimiert werden. Dies sei jedoch in der jetzigen Form in naher Zukunft nicht mehr möglich. »Langsam aber sicher stoßen wir mit dem bestehenden Bebauungsplan auf dem Werksgelände an die Grenzen der Ausbaufähigkeit. Wir haben daher den Gemeinderäten ein Zukunftskonzept für den Ausbau des Standorts unterbreitet, das den Interessen der Gemeinde, der Bürger, des Naturschutzes und des Unternehmens gleichermaßen gerecht wird.« Als werteorientiertes, verantwortungsbewusstes und sozial engagiertes Unternehmen mit tiefer Verbundenheit zur Region sei es für die Unternehmensleitung wichtig, die Menschen in Bergen und Siegsdorf in die Konzepte und Planungen miteinzubeziehen. Die Vorstellung des »Zukunftskonzepts 2040« solle daher zugleich der Beginn eines Prozesses sein, an dem sich Bürgerinnen und Bürger aktiv beteiligen können und sollen.

Die Geschäftsführung habe in der gemeinsamen, nichtöffentlichen Sitzung der Gemeinderatsmitglieder und Bürgermeister aus Bergen und Siegsdorf ihr »Zukunftskonzept 2040« vorgestellt, so Lachenmeir weiter. Sie habe ihre Überzeugung betont, dass die Zukunft des Betriebs untrennbar mit der Zukunft der Gemeinden Bergen und Siegsdorf verbunden sei. Aus diesem Grund sollte deren Meinung vor einer Veröffentlichung des Konzepts in die Planungen miteinfließen. Miteinander gelte es, alles zu tun, um die gemeinsame Heimat in ihrer Attraktivität, ihrem wirtschaftlichen Erfolg und ihrer gewachsenen sozialen Struktur zu erhalten und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Geschäftsführer Peter Lachenmeir betonte nach eigenen Angaben in der Sitzung auch, dass alle im Zukunftskonzept enthaltenen Maßnahmen und Planungen dem langfristigen Unternehmensziel unterliegen, den Betrieb bis spätestens 2030 in allen Bereichen komplett klimaneutral zu stellen. Das »Zukunftskonzept 2040« sehe im ersten Schritt den Neubau von Produktionshallen an der Stelle des jetzigen Parkplatzes sowie die Errichtung eines Mitarbeiterparkhauses vor. Zu diesem Zweck solle auch die Kreisstraße verlegt werden.

Gemeinden legen sich kurzfristig nicht fest

Grundvoraussetzung für die zukünftige Entwicklung der Adelholzener Alpenquellen sei aber die turnusmäßige Erneuerung der bestehenden Wasserrechte, die im Jahr 2025 regulär auslaufen würden. Das Unternehmen strebe daher, so der Geschäftsführer weiter, eine Verlängerung der Entnahmerechte im Rahmen der bisher genehmigten Menge an. Die maximale Entnahmemenge werde nicht erhöht. Die dafür notwendigen Genehmigungsanträge, Gutachten und Daten seien ebenfalls in Vorbereitung.

In einer gemeinsamen Stellungnahme äußerten sich die beiden Bürgermeister Thomas Kamm aus Siegsdorf und Stefan Schneider aus Bergen gegenüber unserer Zeitung folgendermaßen: »Die Gemeinderäte und Bürgermeister von Bergen und Siegsdorf schätzen, dass die Adelholzener Alpenquellen die Planungen in diesem frühen Stadium vorgestellt haben. Sie sehen sehr wohl die Notwendigkeit der vorgestellten langfristigen Ausrichtung und Strategie des Unternehmens und werden diese konstruktiv und kritisch begleiten. Die rechtlichen Voraussetzungen und Umsetzungen der Vorschläge sind so weitgehend, dass kurzfristig keine endgültige Festlegung erfolgen kann. Dies wird ein Kraftakt für alle Beteiligten, die Gemeinderäte und insbesondere auch für die Gemeindeverwaltungen. Nicht zu vergessen ist, dass die Bürger zeitig und angemessen informiert werden müssen. Die Sicherung von qualifizierten Arbeitsplätzen und vor allem auch die Philosophie der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul mit ihren stark sozial geprägten Leitlinien und die Sicherung dieser Verpflichtungen für die nächsten Generationen sind unbestritten auch heute sehr wertvoll.«

FK/pü

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