weather-image
19°

»Ich bin enttäuscht«

3.2
3.2
Bildtext einblenden

Berchtesgaden – »Ich bin sehr enttäuscht von den Salzburger Kollegen«, sagt der Bürgermeister des Marktes Berchtesgaden Franz Rasp zu den Plänen des Landes Salzburg.


Die Bewohner des inneren Landkreises Berchtesgadener Land müssen in diesem Jahr aufgrund mehrerer Baustellen mit Verkehrsbehinderungen rechnen. Wie berichtet, werden derzeit zwei Kreisverkehre gebaut, in Ramsau und in Stanggaß. Dazu kommt die Baustelle am Eisenrichter Berg auf der B 20 und die Bypass-Lösung für den Kreisverkehr am Bahnhof Berchtesgaden. Letztere soll noch in diesem Herbst begonnen werden, um diesen Verkehrsknotenpunkt zu entlasten.

Anzeige

Zu all diesen Baustellen kommt noch eine weitere Belastung für den Verkehr im Talkessel hinzu: Der Maßnahmenplan des Landes Salzburg (siehe Hauptartikel). Bürgermeister Franz Rasp ist stinkwütend. Gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger« nannte er zwei schwerwiegende Punkte: »Zum einen sollte der Bund dafür sorgen, dass durch Grenzkontrollen keine größeren Rückstaus entstehen, wie es auch versprochen wurde. Ich habe kein Verständnis dafür, dass es so lange dauert, die dritte Spur zu realisieren.« Rasp erwarte, dass das zeitnah geschehe. Zum anderen sei er sehr enttäuscht von den Salzburger Kollegen. »Berchtesgaden soll für die Salzburger Verkehrsprobleme in Geiselhaft genommen werden«, sagte er und wiederholte damit einen Satz, den er gestern Mittwoch in einer Stellungnahme auf seiner privaten Facebook-Seite veröffentlicht hat. Dort schreibt er weiters: »Ich habe den Eindruck, dass es sich da um eine medienwirksame Trotzreaktion handelt, die unseren Ort absichtlich ins Verkehrschaos stürzen wird. Hauptsache, die Salzburger Politik steht gut da, koste es was es wolle.« Schade fände er, dass die grenzüberschreitende Rücksichtnahme auf die bayerischen Nachbargemeinden für die Salzburger »anscheinend keine Rolle« spiele. »Es ist tröstlich, dass wir auf bayerischer Seite zumindest gut genug als Kunden für die Einkaufszentren sind, fleißig Autobahngebühren zahlen und auch als Einflugschneise für den Flughafen herhalten.«

Im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« betonte er abschließend, man habe immerhin ein gemeinsames Interesse daran, dass der Verkehr reibungslos laufe. Annabelle Voss